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Obdachlosigkeit

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Erst die Wohnung, dann die Probleme: Wie Leipzig gegen Obdachlosigkeit vorgeht

Am 28. April 2021 hat der Leipziger Stadtrat das Modellprojekt „Eigene Wohnung“ beschlossen – und damit eine Kehrtwende vom bisher herkömmlichen Weg zur Bekämpfung von Wohnungslosigkeit in Leipzig. Das Projekt geht die Ursachen, wie Verschuldung, Sucht- und psychiatrische Erkrankungen, sozusagen „mit einem Dach über dem Kopf“ an.

Obdachlosigkeit in Leipzig, Hauptbahnhof. Foto: LZ

Wahlteilnahme für Menschen ohne festen Wohnsitz: Immerhin 16 Leipziger Obdachlose ließen sich 2021 im Wählerverzeichnis registrieren

„Auch Menschen ohne festen Wohnsitz haben ein Wahlrecht, so sie ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Leipzig nachweisen. Um die Möglichkeit der Eintragung ins Wahlregister und somit die Beteiligung an Wahlen zu stärken, fasste der Stadtrat auf Initiative der Linken im April 2019 den Beschluss, ein Informationsblatt zu erstellen, das Sozialarbeiter/-innen und andere Multiplikator/-innen explizit an die Betroffenen verteilen“, stellte die Linksfraktion in einer neuen Stadtratsanfrage fest. Aber hat das zur Bundestagswahl 2021 überhaupt etwas bewirkt?

Ungewollte Obdachlosigkeit in Leipzig. Foto: Ralf Julke

Hilfe für Wohnungslose: Übernachtungsmöglichkeiten und Tagesaufenthalte im Winter

In Leipzig wird auch im kommenden Winter eine ausreichende Anzahl Betten zur Unterbringung wohnungsloser Personen in Gemeinschaftsunterkünften vorgehalten. In den verschiedenen Einrichtungen stehen für alleinstehende Männer und Frauen täglich 259 Plätze zur Verfügung. Diese Kapazität kann bei Bedarf kurzfristig erhöht werden. Für alle obdachlosen Menschen in Leipzig stehen eine Notunterkunft und eine Grundversorgung zur Verfügung.

Simone Lang, SPD Sachsen. Foto: Götz Schleser

Simone Lang (SPD): Halt geben und nicht wegsehen – Wohnungslosigkeit aktiv angehen

Simone Lang, sozialpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag, am Donnerstag zur Förderung des Modellprojekts „Eigene Wohnung“ der Stadt Leipzig durch das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt: „Knapper Wohnraum vor allem in den großen Städten und steigende Mieten ist eines der Themen, das viele Mieterinnen und Mieter und die Kommunen zunehmend beschäftigt.“

Katharina Krefft (Grüne). Foto: LZ

Housing First wird in Leipzig angeboten

Auf Initiative der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen wird nach 2,5 Jahren das Angebot von ‚Housing First‘ eingerichtet. Im Rahmen der von unserer Fraktion initiierten Wohnungslosen-Konferenz hatten wir unterstützende Hinweise zu diesem Ansatz aufgegriffen und beim wohnungspolitischen Konzept beantragt. Der Stadtrat gab daraufhin den Auftrag an die Stadtverwaltung, den neuartigen Weg der Hilfe für Wohnungslose zu gehen.

Thomas Fabian (SPD), Sozialdezernent Leipzigs. Foto: LZ

Modellprojekt „Eigene Wohnung“ für obdachlose Personen

Eine eigene Wohnung ist das oberste Ziel der Hilfen für wohnungslose Menschen in Leipzig. Bezahlbare Wohnungen sind in Leipzig aber inzwischen knapp. Daher soll ab dem Sommer der Ansatz „Housing First“ erprobt werden – mit dem Modellprojekt „Eigene Wohnung“. Dies wurde in der Dienstberatung des Oberbürgermeisters auf Vorschlag von Bürgermeister Thomas Fabian auf den Weg gebracht. Jetzt muss noch der Stadtrat zustimmen.

Dienstag, der 16. Februar 2021: Tauwetter auf den Straßen, erste Pandemie-Beschränkungen fallen und ein Hotel für Obachlose

Flockdown und Lockdown – ein fast namensgleiches Pärchen hat das öffentliche Leben mit eiserner Faust noch mehr in die Knie gezwungen, als es das Virus ohnehin schon seit fast einem Jahr tut. Doch nun zeichnet sich ein Tauwetter ab – in doppelter Hinsicht. Das dürfte zwiespältige Folgen mit sich bringen. Außerdem: Nach der Selbstverbrennung eines Mannes nahe dem Sächsischen Landtag herrscht Gewissheit über dessen Identität und den möglichen Hintergrund des schrecklichen Geschehens. Und in Leipzig finden Obdachlose eine neue Bleibe. Die LZ fasst zusammen, was am Dienstag, den 16. Februar 2020, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.

Quelle: TiMMi ToHelp e.V.

HomePlanet for homeless: Hostel-Zimmer für obdachlose Menschen

Die Corona-Krise trifft uns alle, besonders aber die Menschen, die auf der Straße leben. Hinzu kommt der aktuelle Kälteeinbruch, der nicht nur unangenehm, sondern lebensbedrohlich ist. Mit dem Projekt #homeplanetforhomeless möchten wir, die Beteiligten am Projekt, obdachlosen Menschen in Leipzig im HomePlanet Hostel einen sicheren und ruhigen Rückzugsort bieten.

Ungewollte Obdachlosigkeit in Leipzig. Foto: Ralf Julke

Übernachtungshaus Rückmarsdorfer Straße soll brandschutztechnisch saniert und erweitert werden

Das Übernachtungshaus für wohnungslose Männer in der Rückmarsdorfer Straße 7 soll ab September 2021 für rund 1,8 Millionen Euro brandschutztechnisch saniert, baulich modernisiert und mit dem benachbarten Integrationshaus Rückmarsdorfer Straße 5 verbunden werden. Die verantwortlichen Dezernate Soziales, Gesundheit und Vielfalt sowie Stadtentwicklung und Bau haben jetzt den entsprechenden Planungs-, Bau- und Finanzierungsbeschluss auf den Weg gebracht. Er soll im Januar 2021 im Verwaltungsausschuss votiert werden.

Ungewollte Obdachlosigkeit in Leipzig. Foto: Ralf Julke

Übernachtungsmöglichkeiten und Tagesaufenthalte im Winter

In Leipzig wird auch im kommenden Winter eine ausreichende Anzahl Betten zur Unterbringung wohnungsloser Personen in Gemeinschaftsunterkünften vorgehalten. Für alle obdachlosen Menschen in Leipzig stehen eine Notunterkunft und eine Grundversorgung zur Verfügung.

Quelle: Timmi to help e.V.

Zusammen gegen Gewalt: Teile dein Statement

Obdachlos zu sein ist alles andere als einfach. Obdachlose Menschen müssen sich oft jeden Tag Gedanken machen, woher sie ihr Essen bekommen, wo sie sicher schlafen oder duschen können. Das Leben auf der Straße ist oft hart und dunkel. Wenn die seelischen und körperlichen Kräfte nachgeben, scheint der Weg aussichtslos.

Urbanes Leben auf dem Kleinen Willy-Brandt-Platz. Foto: Ralf Julke

Leipzig hat eine neue Polizeiverordnung aber das Grundprinzip bleibt Verdrängung

In Zeiten von Corona und den dazugehörigen Diskussionen um Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen ist fast untergegangen, dass Leipzig seit dem 12. April eine neue Polizeiverordnung hat. Diese gilt vorläufig bis zum 11. Mai 2020, bis die Kommunale Rechtsaufsicht ihr abschießendes OK gegeben hat, was jedoch nur eine Formsache sein sollte.

Hilfebus um Duschbus ergänzen – Kleinbus oder Wohnmobil umbauen

Die Fraktion Freibeuter im Leipziger Stadtrat beantragt auf Anregung von Stadträtin Franziska Rudolph (FDP), einen Duschbus für in Leipzig lebende Wohnungslose einzurichten. Eine Prüfung des Vorhabens durch die Stadt Leipzig soll auch verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten des Projekts prüfen.

Ein Gabenzaun im Leipziger Westen. Sinnvoll? Das Gesundheitsamt sagt eher nein. Foto: L-IZ.de

Gabenzäune für Obdachlose: Zum Für und Wider einer gutgemeinten Hilfsmaßnahme + Update

Mit zunehmender Umstellung aller Lebensbereiche durch die Corona-Krise, die sehr wahrscheinlich noch mehrere Monate anhalten wird, stellt sich auch die Frage nach der Versorgungslage Obdachloser. Nachdem bereits eine Vielzahl an Nachbarschaftsinitiativen und anderen solidarischen Aktionen gegründet wurden, ist in den letzten Tagen ein weiteres Phänomen hinzugetreten: Gabenzäune. Die Idee besteht darin, an Zäunen im öffentlichen Raum Tüten oder Beutel anzubringen, die wiederum mit Nahrungsmitteln und Hygieneprodukten, teilweise auch mit Schlafsäcken und Kleidungsstücken gefüllt sind. Doch ist das eine sonderlich gute Idee im Hinblick auf die Eindämmung des Coronavirus?

Kleiner Willy-Brandt-Platz vorm Hauptbahnhof. Foto: Ralf Julke

Leipzigs Verwaltung arbeitet den Stadtratsbeschluss zu den Obdachlosen am Hauptbahnhof tatsächlich ab

Anders als Berlin hat Leipzig seine Obdachlosen noch nicht gezählt. Aber dass es in den letzten Jahren deutlich mehr geworden sind, ist für die Leipziger deutlich zu sehen. Besonders am Hauptbahnhof hat sich das Bild verändert. Und es ist nicht die Linksfraktion allein, die sich mit dem Thema beschäftigt. Für ihren Antrag zur Verbesserung der Situation am Hauptbahnhof bekam sie im Juni 2019 die Unterstützung der Stadtratsmehrheit.

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