Rathaus in Markranstädt weiter in der Kritik: Stellt das Dach des Sportcenters ein kalkuliertes Sicherheitsrisiko dar? (2)

Für Hans-Jürgen Berg, Stadtrat der Linken in Markranstädt, handelt es sich im Falle des Sportcenters Markranstädt um ein verantwortungsloses Pokerspiel, das mit der Sicherheit und dem Geld der Steuerzahlers spiele. Berg gegenüber der L-IZ: "Dass es ins Sportcenter hinein regnet, ist inzwischen eine allgemein bekannte Tatsache."
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„Auch dass die Stadt Markranstädt dafür nichts kann, wurde per offiziellem Schreiben der Stadtverwaltung allen Nutzern und Vereinsmitgliedern mitgeteilt“, stellt Berg fest. „Dass die Halle im Volksmund inzwischen zärtlich ‚Tropfsteinhöhle‘ genannt wird, ist ebenso Fakt. Nur fehlen dazu noch die Stalaktiten, die hoffentlich nicht wachsen werden, bis all die Probleme gelöst sind.“

Die Ursache für das Tröpfeln sei nicht die Dachhaut. Vielmehr behaupte die Verwaltung laut Berg, dass die Profile der Lichtbänder undicht seien. „Diese lassen sich auch nicht so einfach reparieren, weil die Profile nicht der beauftragten Leistung entsprächen und nicht einfach ersetzt werden können. Die Profile seien nicht mehr am Markt. Zudem könne die Stadt auch gar nicht selbst reparieren lassen, weil sie dadurch möglicherweise ihre Gewährleistungsansprüche verlieren würde, wenn sie in festgestellte Mängel selbst eingreift und diese behebt. Dadurch ließe sich hinterher nicht mehr feststellen, ob der Mangel auch tatsächlich bestanden habe,“ meint Berg und stellt fest, dass dies die Markranstädter Bürgermeisterin Carina Radon auf Anfrage der SPD-Fraktion jüngst im Stadtrat selbst geäußert habe.

Berg weiter: „Doch waren die undichten Profile wirklich der einzige Mangel? Markranstädter, die mit dem Bau des Sportcenters zu tun hatten, zweifeln und erinnern sich, dass da noch weit mehr war. Es habe da auch ein Gutachten gegeben, in dem alle Mängel aufgeführt waren. Dieses Gutachten datiert vom 6. Dezember 2010 und wurde bereits am 8. März 2010 durch die Stadtverwaltung selbst in Auftrag gegeben. Die Fraktionen Die Linke und SPD haben Einsicht genommen und hinsichtlich der sich daraus ergebenden Fragen recherchiert.“

So habe es am am 4. August 2010 eine Vor-Ort-Besichtigung mit allen Beteiligten gegeben. Im Gutachten seien sieben erhebliche Mängel am Dach festgestellt worden. Stadtrat Berg listet diese wie folgt auf: „Die Alkorplan-Dachbahnen waren mangelhaft verschweißt, wodurch Niederschlagswasser in undichte Nahtfugen eindringen konnte. Die Gefällevorgaben wurden nicht eingehalten, so dass sich auf dem Dach Pfützen bildeten, weil die Entwässerungsgullys höher standen. Auch bei der Wärmedämmung wurden planerische Vorgaben nicht eingehalten. An den Lichtbändern und sonstigen Dachdurchdringungen wurde die Dampfsperre nicht ordnungsgemäß angebracht. Die Profile der Lichtbänder selbst sind undicht. Eine Materialübereinstimmung der tatsächlichen Ausführung der Wärmedämmung ist in Teilen nicht der Planung entsprechend, somit ist der Brandschutz nicht eingehalten. Die Statik ist durch die undichten Abdichtungsnahtbereiche zusätzlich belastet. Durch das falsche Gefälle steht Wasser auf der Abdichtung und in der Dachdämmung erfolgt eine Speicherung von Wasser. Insgesamt besteht somit ein recht aufwändiger Nachbesserungsbedarf.“
So soll der Gutachter, Dipl.-Ing. Claus Gröhn aus Leipzig, der Stadtverwaltung die sofortige Durchführung von Notreparaturen zur Sicherung der Bausubstanz im Rahmen ihrer Schadensminimierungspflicht empfohlen haben. Berg weiter: „Schon im August 2010 wurden bei einer Vor-Ort-Begehung schnell greifende und auch nicht sehr kostspielige Maßnahmen zur Reparatur der Abdichtung empfohlen. Auch im Hinblick darauf, dass durch die konkret vorgeschlagenen Maßnahmen keine Beweissicherung beeinträchtigt wird. Des Weiteren empfahl der Gutachter, dass man sich in der zweiten Kalenderwoche 2011 im Kreise aller Beteiligten zusammensetzen solle, um für die Beseitigung der Mängel und zur Erlangung einer dauerhaft regensicheren Dachabdichtung eine Machbarkeitsstudie zu erarbeiten. Die Erkenntnisse des Gutachtens sollten auch umgehend dem Landratsamt vorgelegt werden.“

Was jedoch den Abgeordneten der Linken verwundert, ist der Umstand, dass der Termin in der zweiten Kalenderwoche des Vorjahres nicht stattfand. Hans-Jürgen Berg: „Herr Greiner von der Stadtverwaltung erklärte auf Nachfrage, dass der Architekt, der Insolvenzverwalter der Baufirma, der Rechtsanwalt der Stadt, ein Vertreter der Versicherung und der Gutachter zu diesem Termin eingeladen waren, alle Eingeladenen aber nicht erschienen sind. Auch nicht bei einem zweiten Termin.“

Protokolliert sei das seltsamerweise nicht, so Berg: „Gutachter Claus Gröhn erinnert sich auch an keine Einladung. Im Gegenteil: „Er blieb seit Abgabe seines Gutachtens außen vor, darf aber zum Gutachten selbst keine detaillierten Aussagen treffen, weil er der Schweigepflicht unterliegt. Nur durch den Auftraggeber, die Stadtverwaltung Markranstädt, könne er davon entbunden werden und in deren Auftrag den interessierten Stadträten gern Rede und Antwort stehen.“
Da stelle sich die Frage, warum die Stadtverwaltung das bisher noch nicht getan habe, sei doch vor allem der Bürgermeister beziehungsweise hier die Bürgermeisterin nach Gemeindeordnung gesetzlich verpflichtet, den Stadtrat über alle wichtigen, die Gemeinde und die Verwaltung betreffende, Angelegenheiten zu informieren. Auf diese Weise wäre von vornherein für Transparenz gesorgt worden und die Stadträte hätten gegenüber den Bürgern ganz anders auftreten und die ins Kraut schießenden Spekulationen vermeiden können.

Hans-Jürgen Berg: „Wie bekannt ist, befindet sich die Stadt nun in einem rechtlichen Beweissicherungsverfahren aufgrund von Baumängeln. Einige davon aus dem Gutachten sind weiter oben genannt. Trotz des heftigen Schneefalls ab dem 29. November 2010 und des langen Winters 2011 mit lange liegen gebliebener Schneedecke auch auf dem Dach des Sportcenters, müssen dort aber irgendwann Reparaturarbeiten stattgefunden haben. Denn schließlich bescheinigte Dachdeckermeister Thomas Kuhne am 1. März 2011 nach einer Inspektion schriftlich, dass das Dach sich in einem ordnungsgemäßen und regensicheren Zustand befindet. Wann genau diese Arbeiten stattgefunden haben, wurde den Stadträten nicht mitgeteilt. Entsprechende Informationen lassen sich auch nicht in den Protokollen der Stadtrats- bzw. Ausschusssitzungen finden. Nur warum regnete es dann immer noch durch das Dach?“

So habe Thomas Kuhne dann am 14. April 2011 schriftlich darüber informiert, dass die Solarstützen auf die Abdichtbahnen geklebt worden seien. Womit man beim eigentlichen Problem angekommen wäre: „Es ist richtig, wenn die Stadtverwaltung sagt, dass die Konstruktion der Photovoltaik-Anlage durchdringungsfrei auf das Dach des Sportcenters montiert worden sei. Anders gesagt: Wegen der Aufständerung der PV-Anlage ist das Dach nicht undicht geworden. Es war schon vorher undicht. Daher ist es unwahr, dass die Stadtverwaltung sagt: ‚Die Ursache des eindringenden Wassers liegt auch nicht in der Dachhaut…‘ Die Dachabdichtung war seit 2008 undicht und ist es 2012 offensichtlich immer noch. Die bestehenden Mängel waren nicht vollständig behoben worden.“

Der Vertreter der zuständigen Versicherung habe sich im Sommer 2011 dann auch sehr verwundert darüber gezeigt, dass auf dem Mängel behafteten Dach des Sportcenters, wofür eine Gewährleistungsbürgschaft ausbezahlt werden soll, plötzlich eine PV-Anlage aufgeständert worden war. Auch Gutachter Gröhn habe sich davon mehr als überrascht gezeigt. Berg weiter: „Statiker erklärten nun, dass eine aufgeständerte PV-Anlage durchaus zu Spannungen in der Dachhaut führen kann, wodurch auch die möglicherweise provisorisch überklebten Fugen, wenn überhaupt erfolgt, aufs Neue undicht werden könnten.

Und die nicht nachgebesserte und wahrscheinlich noch immer fehlende Dampfsperre an den Lichtbändern könnte zum kostenintensiven vollständigen Rückbau der PV-Anlage führen. Gleiches gilt für die jetzt durchnässte Mineraldämmung. In diesem Zustand ist sie energetisch unwirksam, stellt also eine Kältebrücke dar, wodurch die Raumwärme durch die Decke ungebremst entweicht. Auf Versicherungsdeutsch heißt das nun: Es wurde durch die Stadt in eine gewährleistungsrelevante Tatsache eingegriffen, indem mit der PV-Anlage neue Tatsachen, wohl auch neue Mängel, geschaffen worden waren, ohne die festgestellten bestehenden Mängel zuvor vollständig zu beheben. Im Klartext könnte das bedeuten, dass die Stadt keinen Cent der Gewährleistungsbürgschaft ausbezahlt bekommt und der Steuerzahler, wir Bürger Markranstädts, die Zeche zahlen müssen.“

Und das hieße eben auch, so der Stadtrat, dass , wenn jetzt Dachreparaturen durchgeführt werden sollten, eine erhebliche Verteuerung zu Lasten des Steuerzahlers aufgrund eines notwendigen Rückbaus der PV-Anlage und deren erneute Montage zusätzlich entstehen würde. Das in Frage zu stellende Gewährleistungsgeld würde dann bei weitem nicht ausreichen.

In diesem Zusammenhang fügt Berg an: „In der Stadtratssitzung am 1. Juli 2010 wurde der Baubeschluss zur Errichtung von Photovoltaikanlagen auf den kommunalen Gebäuden, Stadthalle und Sportcenter, vorbehaltlich der statischen Prüfung und der Einholung entsprechender Genehmigungen einstimmig gefasst. Zu diesem Zeitpunkt war das Gutachten zum Dach des Sportcenters bereits in Auftrag gegeben. Im August 2010, also einen Monat nach Beschlussfassung, wurden die Mängel auf dem Dach bei einer Vor-Ort-Besichtigung festgestellt, die dann im Gutachten vom 6. Dezember 2010 niedergeschrieben wurden. Und kein Stadtrat wurde darüber in Kenntnis gesetzt.“

Unwissend über die festgestellten Mängel habe der Stadtrat dann am 3. November 2010 die Vergabe der Bauleistungen für die PV-Anlage auf dem Sportcenter beschlossen. Dies, so Berg, allerdings nach langer Diskussion mit vielen Fragen und Bedenken, die durch die Verwaltung sämtlich zerstreut worden seien. Berg wörtlich: „Die Stadtverwaltung allein kannte aber die Mängel am Dach. Sie selbst beauftragte das Gutachten und hatte auch die Vor-Ort-Erkenntnisse vom 4. August 2010. Der Stadtrat sollte dennoch beschließen, bevor das Gutachten über den Zustand des Daches schriftlich vorlag. Da hat jemand ganz schnell Nägel mit Köpfen gemacht und seinen Willen durchgesetzt. Denn wenn das Gutachten am 3. November 2010 bereits vorgelegen hätte, wäre bestimmt kein verantwortungsbewusster Stadtrat auf die Idee gekommen, der Beschlussvorlage zuzustimmen. Wir haben es hier also nicht nur mit einem verantwortungslosen Pokerspiel mit der Sicherheit der Hallennutzer zu tun sondern auch mit einem Zocken um die Gewährleistungsbürgschaft und das Geld der Steuerzahler. Vielleicht muss sogar Schlimmeres vermutet werden.“

Denn es werde billigend in Kauf genommen, dass sich die Bausubstanz weiter verschlechtert. Berg abschließend: „Das Sportcenter besitzt für unseren Schulsport eine immense Bedeutung im Kampf um den Schulstandort für unser Gymnasium. Ist das der Preis für den Titel ‚Energiestadt Markranstädt‘? Aber unsere Bürgermeisterin wird für den Fall des schlimmsten Falles bestimmt ein schuldiges Bauernopfer finden, das letztlich dafür gerade stehen muss.“ Man darf auf die Reaktion der Rathausspitze gespannt sein.


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