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Wieder ein NPD-Funktionär: Bundesanwaltschaft nimmt NSU-Unterstützer in Haft

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    Die Bundesanwaltschaft hat am Mittwoch Carsten S. verhaften lassen. Beamte der GSG 9 nahmen den 31-Jährigen in Düsseldorf fest. Er soll zum Unterstützerkreis des rechtsterroristischen "Nationalsozialistischen Untergrund" (NSU) gehört haben. Die Ermittler werfen ihm Beihilfe zu sechs vollendeten Morden und einem versuchten Mord vor.

    Die Zwickauer Zelle soll von 2000 bis 2006 neun Menschen mit Migrationshintergrund ermordet haben. Am 25. April 2007 verübten die Neonazis in Heilbronn einen Mordanschlag auf eine Polizistin. Ihr Kollege überlebte schwer verletzt. Außerdem soll der „NSU“ für die Sprengstoffanschläge in Köln am 19. Januar 2001 und am 9. Juni 2004 verantwortlich sein. Ihren Finanzbedarf deckte die Gruppe um Uwe Bönhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe durch Banküberfälle.

    Nach Erkenntnissen der Ermittler war Carsten S. in den Jahren 1999 und 2000 im „Thüringer Heimatschutz“ aktiv. Die regionale Kameradschaft dürfte als Keimzelle des „NSU“ gelten. Bis 2003 gehörte er der rechten Szene an. Er stand in enger Verbindung zu den drei im Jahr 1998 abgetauchten Mitgliedern des „NSU“ und soll sie finanziell unterstützt haben. Zeitweilig soll er der Einzige aus dem rechten Umfeld des „NSU“ gewesen sein, der unmittelbaren Kontakt zur Zwickauer Zelle hatte. Daneben war S. Funktionär der NPD. Nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes stand er 1999 an der Spitze des Jenaer Kreisverbands. Außerdem gehörte er dem Thüringer Landesvorstand und als Landesvertreter dem Bundesvorstand der „Jungen Nationaldemokraten“ an. Damit ist Carsten S. bereits der zweite NPD-Funktionär, der im Zusammenhang mit der Zwickauer Zelle in Untersuchungshaft sitzt. Bereits seit November ist Ralf Wohlleben, zwischenzeitlich stellvertretender NPD-Landeschef, inhaftiert.

    Gemeinsam sollen die Parteifunktionäre den Terroristen 2001 oder 2002 eine Pistole beschafft haben. Der Bundesanwaltschaft zufolge hatte er Waffe und Munition in Jena gekauft. Anschließend soll er sie Wohlleben übergeben haben, der einen Kurier mit dem Transport zu den Terroristen betraut haben soll. Angesichts seiner engen persönlichen und ideologischen Verbindung zu Bönhardt, Mundlos und Zschäpe soll S. billigend in Kauf genommen haben, dass die Pistole für rechtsmotivierte Morde verwendet werden könnte. Bisher sei allerdings noch unklar, ob sie tatsächlich bei Straftaten des „NSU“ eingesetzt worden ist. Carsten S. ist der fünfte Verdächtige aus dem Umfeld der Gruppe, der in Untersuchungshaft sitzt.

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