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DHB-Pokal: SC DHfK Leipzig scheitert an „Berliner Mauer“

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    Philipp Pöter hatte es bei der Pressekonferenz am Montag schon geahnt: Gegen den großen Innenblock der Füchse Berlin würde es schwer werden. Nach dem Spiel pflichtete ihm Torwart Henrik Ruud Tovas bei: „Die sind 2,05 Meter groß, mit Armen also 2,50 Meter. So hoch springen wir leider nicht, um da drüber zu werfen.“ Die fehlende Gefahr aus dem Rückraum machte es den Gästen einfacher, die individuelle Klasse und Athletik waren weitere Vorteile, die zum verdienten 19:29-Endstand führten.

    Was aber nicht heißt, dass die Leipziger sich 60 Minuten lang benommen hätten, wie Lämmer, die man zur Schlachtbank führt. Zwar war in der ersten Hälfte der große Respekt zu spüren, den die bekannten Namen des Gegners einflößten. Mit neun Nationalspielern Tschechiens, Spaniens, Schwedens und natürlich Silvio Heinevetter als der deutschen Nummer 1 im Tor waren die Hauptstädter angereist.

    Auch hier lieferte Henrik Ruud Tovas die Erklärung: „Der Respekt und die Kulisse von 6.351 Zuschauern haben uns ein bisschen gehemmt. Das kennen wir sonst nicht. Außerdem ist Berlin super besetzt. Es gibt kaum einen Unterschied zur zweiten Sechs, somit können Sie wechseln, wie sie wollen“.

    Kaum eine Lücke in der Berliner Abwehr: Hier wird Philipp Pöter von Pavel Horak (#28) und Paul Drux (#95) ausgebremst. Foto: Jan Kaefer
    Kaum eine Lücke in der Berliner Abwehr: Hier wird Philipp Pöter von Pavel Horak (#28) und Paul Drux (#95) ausgebremst. Foto: Jan Kaefer

    In der Tat machte es wenig Unterschied, wer für den Erstligisten auf der Platte stand. Von Beginn an kontrollierten die Gäste die Partie und so dauerte es acht Minuten, bis mit Alen Milosevic der erste DhfKler traf. Sein Treffer allerdings war sehenswert, er hechtete in den Kreis und boxte im Tiefflug einen Abpraller zwischen die Pfosten.

    Wie zuvor bei einer Parade von Felix Storbeck, der die Partie begann, jubelte die Halle. Zu oft aber blieben die Abschlüsse entweder an Pavel Horak und Bartlomiej Jaszka hängen, oder wurden von Silvio Heinevetter pariert. Nur acht Mal konnte diese „Berliner Mauer“ in der ersten Halbzeit überwunden werden.

    Max Emanuel (#4) versucht noch einmal sein Glück. Die Partie war zu diesem Zeitpunkt jedoch längst entschieden. Foto: Jan Kaefer
    Max Emanuel (#4) versucht noch einmal sein Glück. Die Partie war zu diesem Zeitpunkt jedoch längst entschieden. Foto: Jan Kaefer

    Auf der Gegenseite waren Mattias Zachrisson und Konstantin Igropulo ständig gefährlich und sorgten zusammen für 13 der Berliner Treffer. Henrik Ruud Tovas gelangen zwar einige Paraden mehr, aber die Übermacht des höherklassigen Gegners zeigte sich zu konstant. Froh stimmen dürfte die Verantwortlichen die starke Leistung von Franz Semper.

    Der 18-Jährige übernahm Verantwortung beim Verteilen der Bälle und schloss besonders in der zweiten Halbzeit mutig und erfolgreich ab. Mit vier Toren war er auch erfolgreichster Werfer. Gäste-Trainer Dagur Sigurdsson hatte dann auch ein Kompliment für die Leipziger Nachwuchsarbeit übrig: „Vieles erinnert an die Füchse Berlin vor acht bis zehn Jahren. Junge deutsche Spieler zu entwickeln ist aus meiner Sicht als Bundestrainer natürlich vorbildlich.“

    Die Berliner Füchse freuen sich über den verdienten Einzug in die Final4-Endrunde. Foto: Jan Kaefer
    Die Berliner Füchse freuen sich über den verdienten Einzug in die Final4-Endrunde. Foto: Jan Kaefer

    Trainer Christian Prokop konnte nach dem Spiel nicht mit den Medienvertretern sprechen. Als er sich bei Fans für die Unterstützung bedanken wollte, kippte eine ganze Längsseite der LED-Banden um, ein Element fiel ihm auf den Fuß. Co-Trainer André Haberer hatte bei seiner Auskunft zwar auch noch nicht mit ihm gesprochen, aber es schien nichts Schlimmeres passiert zu sein.

    Haberers Analyse des Spiels fiel kurz und realistisch aus: „Wir haben in der Abwehr einige leichte Fehler gemacht. Die haben die Berliner genutzt.“ Jetzt liege der Fokus sofort wieder auf dem Liga-Spiel am Freitag gegen Dormagen. Dass die Liga im Grunde wichtiger sei, hatte auch Philipp Weber über das Hallenmikrofon in der Halbzeit gesagt: „Ich habe nach dem Muskelfaserriss erste Versuche im Training gemacht, aber es gab ein Risiko, dass ich mich erneut verletze, daher werde ich wohl nächste Woche gegen Aue wieder spielen.“

    Durch großen Zuschauerandrang kippte die elektronische Werbebande über die gesamte Länge des Spielfeldes um. DHfK-Coach Christian Prokop musste dadurch sogar am Fuß behandelt werden (oben rechts im Bild). Foto: Jan Kaefer
    Durch großen Zuschauerandrang kippte die elektronische Werbebande über die gesamte Länge des Spielfeldes um. DHfK-Coach Christian Prokop musste dadurch sogar am Fuß behandelt werden (oben rechts im Bild). Foto: Jan Kaefer

    Das Sachsenderby ist das nächste Zwischenhighlight auf dem Weg Richtung Aufstieg, den auch die Füchse den Leipzigern wünschten: „Ich freue mich Euch nächstes Jahr in der ersten Liga zu sehen“, hieß es von einem der Spieler.

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