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Boxnacht: Dominic Bösel mit einzigem K.O.-Sieg des Abends

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    Der letzte Kampf des Abends - mit Dominic Bösel - wartete mit dem spektakulärsten Ende auf. Technischer K.O. in der sechsten Runde. Doch auch der Schlagabtausch zwischen Philipp Nsingi und Kasim Gashi bot so einiges. Die Schwergewichtler Erkan Teper und Mariusz Wach bewegten sich wegen ihrer höheren Gewichtsklasse ganz anders und boxten härter, Robert Stieglitz konnte bei seiner Titelverteidigung die Halle schon mal auf das Finale des Abends einstimmen.

    Wie auch bei Sandra Atanassows Kampf ging es für Nsingi und Gashi um die Internationale Deutsche Meisterschaft – hier im Weltergewicht. Philipp Nsingi setzte seinen etwas erfahreneren Gegner ständig unter Druck und landete oft Treffer mit einer Kombination aus Führ- und Schlaghand. Gleich in der ersten Runde verschaffte er sich dazu Respekt durch einen Niederschlag, bis „Sechs“ wurde angezählt.

    Den Kontern von Kasim Gashi wich er dabei gekonnt aus und behielt stets die Initiative. Unterstützt wurde er dabei lautstark von seinen „Cottbuser Jungs“. Vielleicht gab auch dies den Ausschlag, dass er dem leicht favorisierten 26-Jährigen keine Chance ließ. Nach zehn Runden lautete das Urteil einstimmig Sieg nach Punkten für Nsingi.

    Einstimmig: Phillip Nsingi (re.) besiegte Kasim Gashi im Kampf um die Internationale Deutsche Meisterschaft im Weltergewicht. Foto: Jan Kaefer
    Einstimmig: Phillip Nsingi (re.) besiegte Kasim Gashi im Kampf um die Internationale Deutsche Meisterschaft im Weltergewicht. Foto: Jan Kaefer

    Ebenfalls über ihre volle Distanz von zwölf Runden boxten Erkan Teper (Ahlen) und Mariusz Wach aus Polen. Beiden Kämpfern war anzusehen, dass auch zehn Runden bis zur Erschöpfung ausgereicht hätten. Der Kampf war auch deswegen nicht so attraktiv.

    Mehr ins Gewicht fielen jedoch die häufigen Umklammerungen, der Ringrichter musste die Kontrahenten fortwährend auffordern, diese zu lösen. Allzu viele Treffer setzten beide Boxer in der Schlussphase nicht mehr. Die drei Kampfrichter waren sich auch hier einig und sahen den Polen als Sieger.

    Einstimmig: Der Pole Mariusz Wach (li.) triumphiert im Schwergewicht über Erkan Teper. Foto: Jan Kaefer
    Einstimmig: Der Pole Mariusz Wach (li.) triumphiert im Schwergewicht über Erkan Teper. Foto: Jan Kaefer

    Robert Stieglitz hatte dagegen vom Presseplatz aus gesehen Glück, dass er mit einem Unentschieden seinen Gürtel behalten durfte. Zwar tat der Europameister aus Magdeburg alles, um seinen Gegner zu bezwingen. Doch das Vorgehen wirkte planloser als das des Montenegriners Nikola Sjekloca. Zu oft schlug Stieglitz in die leere Luft, während sein Gegner zwar weniger Schläge setzte, diese aber häufiger ihr Ziel fanden.

    Zudem wurde dem Deutschen in der zehnten der zwölf Runden ein Punkt abgezogen. Er hatte schon in den Runden zuvor den Gegner in den Schwitzkasten genommen, aber weiter geboxt. Dies änderte sich auch nach der Ermahnung in Runde 9 durch den Ringrichter nicht. Es wirkte allerdings, als hätte auch Sjekloca eine solche wegen zu tiefen Abduckens verdient gehabt.

    Knappe Entscheidung: Robert Stieglitz (re.) bleibt durch ein Unentschieden gegen Nikola Sjekloca EBU-Europameister im Halbschwergewicht. Foto: Jan Kaefer
    Knappe Entscheidung: Robert Stieglitz (re.) bleibt durch ein Unentschieden gegen Nikola Sjekloca EBU-Europameister im Halbschwergewicht. Foto: Jan Kaefer

    Der Herausforderer fühlte sich vom Urteil dennoch benachteiligt: „Ich habe dreimal in Deutschland geboxt, zwei Mal konnte ich die Niederlage gerade so akzeptieren, aber heute ist das Urteil lächerlich.“ Ein Kampfrichter wertete die gleiche Punktzahl, die beiden anderen hatten jeweils einen der Gegner besser gesehen. Unentschieden, das hieß Stieglitz durfte mit besagtem Glück nach einem konzeptlosen Kampf den Gürtel des Europameisters behalten. Vielleicht war der Heimvorteil entscheidend.

    Dominic Bösel ließ nach scheinbaren Startschwierigkeiten in seinem Kampf um gleich drei Titel, zwei davon auf Intercontinental-Niveau, keine Zweifel an seinem Sieg. In den ersten Runden teilte noch der Finne Sami „Boom Boom“ Enbom aus. Doch Trainer Dirk Dzemski erklärte, er habe schon geahnt, dass der Mann aus Lahti sein Tempo nicht durchhalten würde. „Ich habe Dominic gesagt, guck dir das an, und dann kommen wir.“

    Nach verhaltenem Auftakt, deckte Dominic Bösel (li.) den Finnen zunehmend mit harten Schlägen ein. Foto: Jan Kaefer
    Nach verhaltenem Auftakt deckte Dominic Bösel (li.) den Finnen zunehmend mit harten Schlägen ein. Foto: Jan Kaefer

    Dies war ab der fünften Runde zu merken, als Bösel die ersten ernsthaften Kopftreffer setzte. In der sechsten Runde setzte es dann mehr davon. Viermal ging der Finne zu Boden und wurde unter dem lauten Jubel des Hallenpublikums drei Mal angezählt. Dann wurde der Kampf durch den Ringrichter beendet, als Enbom Sekunden vor dem Rundengong noch einmal Bekanntschaft mit dem Ringboden machte.

    Sein Versuch, sich in die Rundenpause zu retten, misslang damit und Bösel triumphierte durch Technischen K.O. Der Freiburger konnte sich somit unmittelbar von seinem großen Anhang und dem Rest der Halle feiern lassen und brauchte auf kein Urteil zu warten. Auch Sami Enbom gratulierte schon wieder etwas gefasster.

    Drei Gürtel für Bösel: WBO Inter-Continental, WBA Continental und nun auch IBF Intercontinental. Foto: Jan Kaefer
    Drei Gürtel für Bösel: WBO Inter-Continental, WBA Continental und nun auch IBF Intercontinental. Foto: Jan Kaefer

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