Am 7. und 8. Dezember 2018, 20 Uhr, erklingen das „Magnificat“ von Jan Dismas Zelenka und Johann Sebastian Bachs „Weihnachtsoratorium“ (Kantaten I-III) in der Thomaskirche. Es musizieren das Leipziger Vocalensemble, das Leipziger Barockorchester sowie namhafte Solisten unter der Leitung von Sebastian Reim.

„Zelenka gehört für mich zu den faszinierendsten Komponisten des Barock. Obwohl er Zeit seines Lebens am Dresdner Hof um Anerkennung kämpfen musste, schrieb er zahlreiche großartige und vitale Werke“, sagt Chorleiter Sebastian Reim über Jan Dismas Zelenka (1679-1745), dessen „Magnificat in D“ im Konzert Bachs Weihnachtsoratorium vorangestellt wird.

Der aus Böhmen stammende Zelenka trat 1710 als Kontrabassist in die Dienste des sächsisch-polnischen Hofs in Dresden und stieg später bis zum Vizekapellmeister auf. Seine Aspirationen auf den Posten des Hofkapellmeisters blieben ihm jedoch bis ans Lebensende verwehrt. Zelenkas sehr originelle und unkonventionelle Kompositionen für die katholische Kirchenmusik vereinen traditionelle, kontrapunktische Techniken mit dem modernen und ausdrucksstarken italienischen Stil der Zeit.

„Durch die Gegenüberstellung von Zelenkas Magnificat und den Kantaten I-III aus Bachs Weihnachtsoratorium wollte ich aber nicht nur eine ungewohnte musikalische Perspektive eröffnen“, erläutert Sebastian Reim die Programmatik. „Da wir das Weihnachtsoratorium schon in der Adventszeit aufführen – es gehört eigentlich erst in die Weihnachtszeit – war ich auch auf der Suche nach einem passenden inhaltlichen Bogen.“ So beginnt das Konzert mit dem Lobgesang der Maria, den sie anstimmt in Freude und Dankbarkeit über ihre Schwangerschaft mit dem Gottessohn.

Von da aus spannt er sich über die Geburt Jesu und die Botschaft des Engels an die Hirten bis zur Anbetung des Jesuskindes an der Krippe. Der Bogen des Konzerts schließt wiederum mit Maria und ihrer nachdenklichen Meditation über die wundersamen Ereignisse.

Informationen zu den Konzerten:

Freitag, 7.12.2018 und Samstag, 8.12.2018, 20 Uhr, Thomaskirche Leipzig

Das Leipziger Vocalensemble wurde 1976 vom ehemaligen Thomaskantor Georg Christoph Biller gegründet und hat sich mit der Aufführung selten zu hörender geistlicher Chormusik zu einer anerkannten Größe im Leipziger Musikleben entwickelt. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit ist die regelmäßige Aufführung der Kantaten und Oratorien Johann Sebastian Bachs in der Leipziger Thomaskirche. Zu den Höhepunkten der vergangenen Jahre zählten die Mitwirkung des Chores an der Open-Air-Performance “Zum Licht” auf dem Leipziger Markt im Rahmen des 500-jährigen Reformationsjubiläums, Konzerte mit englischer Chormusik des 19. und 20. Jahrhunderts im Berliner Dom sowie die Aufführung wiederentdeckter Messen der Barockkomponisten Johann David Heinichen und Antonio Caldara in Dresden und Leipzig. Das Leipziger Vocalensemble musiziert regelmäßig gemeinsam mit namhaften Orchestern wie der Lautten Compagney Berlin, dem Mendelssohn Kammerorchester und der Neuen Pohlnischen Capelle.
 
Seit 2018 ist Sebastian Reim der Leiter des Leipziger Vocalensembles. Der gebürtige Leipziger ist hauptberuflich Mitglied des MDR Rundfunkchores und tritt deutschlandweit auch als Tenorsolist auf. Er war Mitglied des Dresdner Kreuzchores, Leiter der Hallenser Madrigalisten und ist darüber hinaus als Chorleiter und Cembalist/Organist tätig.

Eine Muntermacher-LZ Nr. 61 für aufmerksame Zeitgenossen

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