Tschechische Filmvorführungen im Rahmen der Ausstellung ‚Charta 77 Story‘ in den Passage Kinos

Im Rahmen der Ausstellung Charta 77 Story zeigt das Stadtgeschichtliche Museum in Kooperation mit den Passage Kinos zwei Filme aus tschechischer Produktion im Originalton mit deutschen Untertiteln. Den Auftakt macht am Sonntag, den 13. Oktober, um 11:30 Uhr die Filmkomödie „Die Lehrerin“ („Učiteľka“, SK/CZ 2016, 102 min, OmdU) von Jan Hřebejk.

Bratislava in den 1980er Jahren: Ein neues Schuljahr und eine neue Klasse bieten für die Lehrerin und lokale Parteivorsitzende Mária die Gelegenheit, sich durch das Prinzip „eine Hand wäscht die andere“ das Leben noch ein Stückchen leichter zu machen. Was ist schon daran verwerflich, wenn eine Mutter ihr die Haare umsonst frisiert oder ein Taxi fahrender Vater sie gelegentlich chauffiert? Schließlich bekommen die Kinder dafür gute Noten. Irgendwann aber reicht es einigen Eltern und sie versuchen, die Klassenzimmer-Despotin zu stürzen.

Eine Alltagskomödie über Korruption, Machtmissbrauch im Kleinen und die moralischen Grenzen der Hilfsbereitschaft.

Jan Hřebejk, geboren 1967 in Prag, gehört seit den 1990er Jahren zu den renommiertesten Regisseuren Tschechiens. Seine Filme fanden im In- und Ausland große Anerkennung und sind mit zahlreichen Auszeichnungen gewürdigt worden, darunter auch Oscar-Nominierungen für den besten fremdsprachigen Film.

Zuzana Mauréry wurde in ihrer Hauptrolle als die Lehrerin für die beste weibliche Schauspielleistung auf den Internationalen Filmfestspielen in Karlovy Vary 2016 ausgezeichnet.

Vor dem Film gibt es eine Einführung durch Dr. Johanna Sänger, Kuratorin der Ausstellung Charta 77 Story.

Am Sonntag, den 10. November, wird um 11:30 Uhr die Langzeitdokumentation „Bürger Havel“ („Občan Havel“, CZ 2008, 119 Min, OmdU) von Pavel Koutecký und Miroslav Janek gezeigt.

Bürger Havel. Quelle: Stadtgeschichtliches Museum Leipzig

Quelle: Stadtgeschichtliches Museum Leipzig

Bis zur Samtenen Revolution in der Tschechoslowakei 1989 war Václav Havel ein bekannter, aber umstrittener Dramatiker und Dissident. Seine Theaterstücke wurden nur im Westen aufgeführt, in der Heimat waren sie verboten. Havel selbst wurde als Oppositioneller verfolgt und mehrmals zu Gefängnisstrafen verurteilt. Mit der Wende wandelte sich sein Leben von Grund auf; der bisher Geächtete wurde zum geachteten Präsidenten der Tschechoslowakei.

Die Langzeitreportage über die politische Laufbahn Havels beginnt mit dem Präsidentschaftswahlkampf im Jahr 1992 und verfolgt über 13 Jahre lang die Geschicke des Präsidenten der Tschechischen Republik, seiner Mitarbeiter sowie engsten Freunde und Vertrauten.

Das Filmteam begleitet Havel auf seinen Reisen durch Tschechien und ins Ausland, ist mit der Kamera dabei, wenn er mit seinen politischen Freunden und Gegnern verhandelt, die Rolling Stones in Prag empfängt und sich 1997 nach einigem Zögern entschließt, sich noch einmal zur Wiederwahl zu stellen. Dabei fokussiert sich der Film auf den Menschen Václav Havel, seine Courage, seine Zweifel, seine Selbstironie.

Nachdem Regisseur Pavel Koutecký im Jahre 2006 bei Dreharbeiten tödlich verunglückt war, führte Miroslav Janek das Projekt zu Ende. Der Film gewann 2009 den tschechischen Filmpreis „Böhmischer Löwe“ und den „Preis der Filmkritiker und Theoretiker“ als bester Dokumentarfilm, er wurde für den Europäischen Filmpreis in der Kategorie Dokumentarfilm nominiert.

Mit freundlicher Unterstützung durch das Tschechische Zentrum Berlin.

Im Anschluss gibt es ein Filmgespräch mit Martin Krafl, ehemaliger Chef des Pressedienstes von Václav Havel, der als Mitarbeiter Havels fast acht Jahre lang Teil der Dreharbeiten war.

Kinotickets für 9,50 €
Zu beiden Filmen werden Kaffee und Gebäck gereicht.

Alle Kinogäste erhalten unter Vorlage des Kinotickets freien Eintritt zur Ausstellung Charta 77 Story.

Die Ausstellung dokumentiert die Entstehung und Wirkung der berühmten tschechoslowakischen Protestbewegung anhand der Geschichte und Kunstwerke ihrer Unterzeichner und Mitbegründer, darunter Václav Havel.

„Charta 77 Story“ ist eine Ausstellung der Tschechischen Nationalgalerie Prag in Kooperation mit der Mährischen Landesbibliothek Brünn (Tschechien2019Leipzig) und dem Archiv Bürgerbewegung Leipzig. Gefördert von dem Sächsischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

„Die Lehrerin“ und „Bürger Havel“
Tschechische Filmvorführungen im Rahmen der Ausstellung Charta 77 Story
Passage Kinos, So 13.10. und 10.11., jeweils 11.30 Uhr

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