Dem Herzstück der Philippuskirche wird ein ganzes Wochenende gewidmet. Vom 29.04 bis 01.05.22 steht dabei die aufwendig sanierte Jehmlich-Orgel im Zentrum, die ab 2019 fast zwei Jahre lang restauriert und saniert worden ist.

„Die Orgel verfügt über einen Spieltisch auf technischem Höchststand mit allen Möglichkeiten, die sich ein Organist wünscht – auf der Philippusorgel kann ein schier unerschöpfliches, vielfältiges Repertoire dargeboten werden“, schwärmt Gewandhaus-Chorleiter Gregor Meyer, der seit Jahren einen besonderen Bezug zur Philippuskirche hat.

Gregor Meyer und Universitätsorganist Daniel Beilschmidt ist es zu verdanken, dass sich die Benefizveranstaltungsreihe „Konzerte am Kanal“ großer Beliebtheit erfreut und viele unterschiedliche Musiker*innen und Gäste auf PHILIPPUS Leipzig aufmerksam machte.

Ein Video mit bekannten Leipziger Gesichtern zur Besonderheit der hundertjährigen Dresdner Jehmlich Orgel und zum Festival gibt es hier:

https://www.philippus-leipzig.de/nachricht/orgelfestival-wuerdigt-sanierung-der-philippus-orgel-1211/

Kurz vor dem Philippustag (03.05.) erklingt nun ein ganzes Wochenende lang Orgelmusik in der Philippuskirche – mal laut, mal leise, mal klassisch, mal experimentell, für Groß und Klein – ein buntes Programm soll die „Mutter aller Instrumente“ in den Fokus rücken.

Programmübersicht:

29. April / Orgelnacht mit Konzerten um 18 / 19 und 20.30 Uhr

30. April / Gesprächskonzert um 15 Uhr

30. April / Großes Abendkonzert um 20 Uhr

1. Mai / Familiensonntag ab 12 Uhr mit Kinderkonzert um 15 Uhr

Hier geht es zum Programmheft und zu den Anmeldemöglichkeiten für die einzelnen Veranstaltungen:

www.philippus-leipzig.de/programm/termine

Die Orgel wird an diesem Wochenende von vielen verschiedenen namhaften und aufstrebenden Organist*innen bespielt – darunter beispielsweise Sebastian Heindl, den DIE ZEIT im vergangenen Jahr als „Leipziger Wundermusiker“ bezeichnete, oder Martin Sturm, Gewinner

zahlreicher internationaler Wettbewerbe. Ergänzt wird das Programm an vielen Stellen von weiteren Künstler/-innen, Sänger/-innen und Literat/-innen, bspw. dem Gewandhauschor unter Leitung von Gregor Meyer (30.04., 20 Uhr).

Die über hundertjährige Orgel der Dresdner Firma Jehmlich ist mit ihren 4000 Pfeifen noch im Originalzustand erhalten geblieben. Für die dringend notwendige Sanierung und Modernisierung des Herzstücks der Philippuskirche wurden über die Jahre viele Spenden gesammelt. Die

Kosten beliefen sich auf mehr als 220.000 €, davon sind rund 55.000 € Spenden und zum Teil Eigenmittel der BBW-Leipzig-Gruppe. Der Großteil der Kosten wurde übernommen von dem Landesamt für Denkmalpflege.

Die Philippuskirche wurde vor ihrer Sanierung mehr als ein Jahrzehnt nicht mehr für Gottesdienste genutzt, da die Kirchgemeinden Lindenau und Plagwitz in die Heilandskirche zusammengelegt wurden. Die BBW-Leipzig-Gruppe hat das Philippus-Gebäudeensemble 2012 von der Evan-gelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens übernommen. Seitdem ist wieder Leben in die immer noch geweihte Kirche eingekehrt.

Pfarrhaus, Gemeindesaal und Kirche erfuhren eine umfassende Sanierung für einen Inklusionsbetrieb mit Hotel und Catering, der Arbeitsplätze für Menschen mit und ohne Behinderung schafft. Seit neun Jahren finden in der Kirche wieder christliche, kulturelle und soziale Veranstaltungen statt.

Die Philippuskirche wurde von 1907 bis 1910 im Jugendstil erbaut, sie ist eine von nur zwei Kirchen in Mitteldeutschland, die nach den Grundsätzen des Wiesbadener Programms erschaffen wurden. Das „Wiesbadener Bauprogramm“, nach dem der Kircheninnenraum gestaltet wurde, weicht vom damals üblichen Aufbau lutherischer Kirchen ab.

Raumstruktur und Möblierung, Aufbau des Kanzelaltars, Standort der Orgel, abgeschrägter Boden und der gewaltige Jugendstilleuchter stehen hier für die Verbundenheit einer feiernden Gemeinde, die nur Gott über sich sieht und alle anderen Autoritäten auf Augenhöhe holt.

Wir bedanken uns herzlich bei dem Förderverein Philippus e.V., den Spender/-innen, Musiker/-innen und Besucher/-innen der „Konzerte am Kanal“, der großzügigen Unterstützung des Landesamtes für Denkmal-pflege, dem ausführenden Orgelbau Frank Peiter, Pockau-Lengefeld, und dem uns ermutigenden Orgelbaumeister Stefan Pilz († 2018).

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