Maximilian Krah, AfD-Politiker vom völkischen Flügel, darf in diesem Jahr nicht auf der Leipziger Buchmesse auftreten. Die Messe könnte damit ähnliche Proteste wie vor fünf bis zehn Jahren vermeiden. Außerdem: Anfang März erhält die europäische Staatsanwältin Laura Codruța Kövesi den Leipziger Robert-Blum-Preis und nahe der Uniklinik ist ein Mann gegen einen Laternenmast gefahren. Die LZ fasst zusammen, was am Mittwoch, 18. Februar 2026, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.

Eigentlich wollte der AfD-Politiker Maximilian Krah auf der Leipziger Buchmesse seinen Roman „Die Reise nach Europa“ vorstellen. Doch das wird wohl nicht passieren: Wie heute bekannt wurde, hat die Buchmesse die Veranstaltung aus Sicherheitsgründen abgesagt. Risikoreiche Veranstaltungen wie jene dürften generell nicht stattfinden, hieß es seitens der Buchmesse. Oberste Aufgabe sei es, die Besucher*innen zu schützen.

Konkrete Protestaktionen gegen Krah waren bislang nicht bekannt beziehungsweise wurden nicht genannt. Unter anderem wegen seiner Nähe zum Publizisten Götz Kubitschek zählt er zur sogenannten Neuen Rechten. Im vergangenen Jahr hatte er in einem Interview die Wehrmacht verharmlost, was selbst der AfD-Spitze zu weit ging.

Kontroversen rund um die Buchmesse und rechtsradikale Autoren beziehungsweise Verlage sind keine Neuheit. Vor allem im Jahr 2018 war das ein großes Thema, als sowohl eben genannter Kubitschek mit seinem Antaios-Verlag als auch Jürgen Elsässer und das „Compact“-Magazin vor Ort waren. Begleitet wurde ihre Anwesenheit von massiven Protestaktionen.

Unter anderem besprachen Kubitschek und Elsässer bei einer gemeinsamen Veranstaltung, wie radikal man das gemeinsame Ziel – einen Systemsturz – artikulieren dürfe. Auch Martin Sellner von der „Identitäten Bewegung“ war dabei. Die neurechte Wochenzeitung „Junge Freiheit“ war in jenem Jahr nicht dabei. Sie war mit dem zugeteilten Standort nicht zufrieden und sagte ab. In den Jahren danach blieben auch die anderen Neurechten der Buchmesse zunehmend fern.

Robert-Blum-Preis für europäische Staatsanwältin

Laura Codruța Kövesi soll Anfang März den Robert-Blum-Preis der Stadt Leipzig erhalten. Das hat die Verwaltung am Mittwoch mitgeteilt. Die 52-Jährige leitet seit 2021 die Europäische Staatsanwaltschaft. Diese Behörde war zuvor neu gegründet worden und soll Betrug, Korruption und Geldwäsche zum Nachteil der Europäischen Union bekämpfen.

Kövesi hatte von 2013 bis 2018 in Rumänien die Nationale Antikorruptionsbehörde geleitet und sich damit offenbar für den Posten empfohlen. Auch in ihrer Dissertation beschäftigte sich die Juristin mit organisierter Kriminalität. 2006 wurde sie Generalstaatsanwältin am Obersten Gerichtshof in Rumänien – als erste Frau überhaupt und mit 33 Jahren auch als bislang jüngste Person.

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung möchte die Auszeichnung am 3. März im Rahmen einer Festveranstaltung überreichen. Als Laudator wurde Frans Timmermans, ehemaliger Vizepräsident der Europäischen Kommission, angekündigt. Auch die Justizministerinnen von Bund und Land werden in Leipzig erwartet.

„Den Leipziger Robert-Blum-Preis für Demokratie entgegenzunehmen, ist für mich eine große Ehre“, sagt Kövesi. „Ich akzeptiere ihn im Bewusstsein der Verantwortung, die er mit sich bringt, und eingedenk einer einfachen Wahrheit: Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit.“

Der Preis wurde vor zwei Jahren zum ersten Mal verliehen und ist mit 25.000 Euro dotiert. Erste und bislang einzige Preisträgerin war 2024 die Präsidentin der Republik Moldau, Maia Sandu.

Worüber die LZ heute berichtet hat:

über Schusswaffen bei sächsischen AfD-Mitgliedern,

über einen neuen Fahrplan für das Schadstoffmobil und

über ein mögliches Social-Media-Verbot für Kinder.

Was heute außerdem wichtig war: In der Brüderstraße nahe der Uniklinik ist ein Mann erst in die falsche Richtung und dann gegen eine Laterne gefahren. Diese fiel um, das Auto war sichtbar beschädigt und der Mann musste medizinisch behandelt werden.

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