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„Thalysia Höfe“ in Connewitz: Fabrik-Schrott wird zum T-Rex und Sprayer erstellen legales 100-Meter-Graffiti

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    Ab kommendem Jahr saniert die Baywobau Baubetreuung GmbH die ehemalige Connewitzer Fabrik Thalysia in der Kochstraße 122. Die Gebäude neben dem Werk II sollen 2015 bis 2016 zu neuem Wohnraum unter dem Namen "Thalysia Höfe" umgebaut werden. Geplant sind 30 familienfreundliche, teils barrierefreie 3- bis 5-Raum-Wohnungen. Der Bauantrag dafür ist bereits gestellt. Nachhaltigkeit und Einbindung der lokalen Kunstszene werden bei diesem Projekt bereits vor dem Baustart groß geschrieben.

    So ließ das die Leipziger Niederlassung der Baywobau über 800 Tonnen Müll aus 25 Jahren Nachwendezeit in den vergangenen drei Monaten von dem 3.620 Quadratmeter großen Grundstück entfernen. Viele Teile der alten Fabriköfen, Ventile, Rohre und anderer Maschinenteile können dabei nachhaltig verwertet werden. Denn die benachbarte Leipziger Künstlerin Anna Franziska Faust (Kochstraße 124) macht aus diesem Schrott Kunst. „Ich konnte mir aus dem Altmetall das aussuchen, was ich brauche. Da ich plane, daraus das Skelett eines T-Rex zu gestalten, benötigte ich viele runde Metallteile, die an Knochen erinnern“, erzählt die Künstlerin, die u.a. bereits im Werk II ihre Werke ausstellte.

    Parallel zur Entrümpelung der „Thalysia Höfe“ ließ der Bauherr den Bauzaun entlang der Kochstraße und Scheffelstraße mit legalem Graffiti verzieren. Die jungen Künstler vom Graffitishop Mad Flava entschieden sich auf einer Länge von 40 Metern für eine Gestaltung mit Ninja Turtels. Bis zum Jahresende sollen weitere 60 Meter Bauzaun an der benachbarten Scheffelstraße in Zusammenarbeit mit dem Graffiti e.V. hinzukommen und damit ein weiteres Stückchen bunte Kunst nach Connewitz bringen. Die genaue Gestaltung ist noch offen.

    Hinter dem Bauzaun schreiten die Arbeiten zur Schaffung neuen Wohnraums unterdessen weiter voran. Während das Fabrikgebäude 2015 sein historisches Erscheinungsbild zurückerhält, plant die Baywobau bereits den nächsten Bauabschnitt. Ein Architekturwettbewerb soll Ideen liefern, wie ein Neubau im südlichen Bereich der „Thalysia Höfe“ die Geschichte des Ortes mit den Anforderungen an modernes Wohnen in Einklang bringen kann. Ziel des Projektes ist neben einem familienfreundlichen Neubau auch die Renaturierung des Werksgeländes als urbane Grünfläche und zentralen Treffpunkt für Bewohner.

    Auf dem Gelände zwischen Koch-, Scheffel- und Windscheidstraße war seit dem Jahr 1905 die Deutsche Reform-Waren-Werke Thalysia Paul Garms GmbH beheimatet. Inhaber Paul Garms gilt als einer der frühen Vorreiter der Ökoindustrie. In seinem Geschäft im Peterskirchhof und später am Neumarkt verkaufte er vegetarische Lebensmittel. Garms gab im Rahmen der Reformbewegung auch ein Handbuch zur Gesundheitspflege sowie verschiedene Thalysia-Ratgeber heraus. Auf dem Werksgelände arbeiteten um 1938 über 1800 Beschäftigte. Nach dem zweiten Weltkrieg floh Paul Garms Nachfolger, Dr. Hans Garms, nach Dortmund und gründete dort das Unternehmen neu. In Leipzig wurden unter dem Namen VEB (K) Thalysia ab da u.a. Schuhe produziert. Die Treuhand wickelte nach der Wende den Betrieb ab. Seitdem gab es kein zukunftsfähiges Konzept für das Gelände.

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