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Der Stadtrat tagt: CDU fragt nach Marketingaktionen für Citytunnel-Eröffnung

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    Die Causa Citytunnel ist mal wieder auf dem Plan der heutigen Ratsversammlung gelandet. Diesmal ging es rund um die Werbung bzw. Nicht-Werbung für die Röhre unter Leipzig. Denn nach Meinung der CDU-Fraktion "schaffen es Beteiligte und Unbeteiligte noch immer, dieses Projekt in denkbar schlechtestem Licht erscheinen zu lassen."

    Weiter heißt es seitens der CDU-Fraktion: „Wir nehmen keine Bemühungen wahr, für die Nutzung und die Vorzüge des City-Tunnels zu werben. Künftig kann man z.B. aus Halle, Oschatz, Bitterfeld, Hoyerswerda, Geithain und Zwickau direkt unter dem Leipziger Markt ohne Umsteigen und Parkplatzprobleme ankommen. Im Interesse der Händler, Gastronomen, Hotels und Kulturbetriebe müssten massiv Werbeaktionen in solchen Orten gestartet werden. Der City-Tunnel ist die Chance, an ?Nova Eventis‘ vorbei Kaufkraft nach Leipzig zu holen.“

    Die CDU fragt deshalb unter anderem an, ob der Stadtverwaltung eine Plattform bekannt sei, die sich mit der publikumswirksamen und kaufkraftanziehenden Eröffnung des City-Tunnels befasse. Baubürgermeister Martin zur Nedden hielt daraufhin heute einen Vortrag über Reiseanbindungen und Netzpläne, die z.B. auf www.citytunnel.de oder auf den Internetseiten der DB Regio zu finden seien.

    Auf die Frage, welche Aktionen und Publikationen der Leipzig Tourismus und Marketing GmbH (LTM) gegenwärtig der Werbung für die Potenziale des City-Tunnels dienen, antwortete zur Nedden, dass die LTM mehr in sozialen Netzwerken und durch gezielte Pressearbeit zum Beispiel den Leipziger Weihnachtsmarkt oder den Zoo bewerben möchte. Des Weiteren habe es in den vergangenen Monaten bereits eine Reihe von Terminen gegeben.

    Nun sollen die Zäune am Wilhelm-Leuschner-Platz sollen im Rahmen einer Schulaktion bemalt und die Infobox neu gestaltet werden – da könne man dann spielerisch den Citytunnel erleben. Ein ausführliches Konzept zur gezielten Kommunikation zum mitteldeutschen S-Bahnnetz ab 2013 sei derzeit jedoch noch in Arbeit. Das wolle die DB Regio dann promoten, die dafür ein spezielles Marketingbudget habe, so der Leipziger Baudezernent.
    Auch solle die Vernetzung zwischen Bus und Bahn besser beworben werden. Da seien vor allem überregionale Buslinien im Blick. Der ZVNL habe die Stärkung der Verkehrsregionen im Blick. Außerdem verfüge der Zweckverband über 2,5 Millionen Euro in diesem Jahr, um damit beispielsweise Park-and-Ride-Anlagen zu errichten. Zur Nedden nannte hierbei Leipzig-Leutzsch als bereits bestehendes Beispiel.

    Nicht weit genug gingen zur Neddens Ausführungen heute Sabine Heymann (CDU) Der eigentlich angefragte Bereich Marketing rings um den Citytunnel kam ihr zu kurz. „Es geht hier nicht nur ums Reisen. Sie sollten nicht erklären, wie man fährt, sondern wie wird das um das Alltägliche herum kommuniziert.“ so Heymann nach den Ausführungen zur Neddens. Ihr gehe es um Käufer, die die Innenstadt stürmen sollen, anschließend ihre vollen Tüten in dafür vorgesehene Gepäckaufbewahrungen einschließen, um dann noch weitere Tüten füllen zu können. Aus ihrer Sicht gehe es aber offensichtlich wieder nur darum die Höhepunkte der Stadt zu bewerben. Dem widersprach Baubürgermeister zur Nedden: „Es geht hier nicht nur um Leuchttürme.“

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    William Grosser (Die Linke) bedankte sich für zur Neddens Vortrag, kritisierte diesen zugleich scharf: „Ich habe nichts verstanden. Ihr Vortrag war nicht gerade enthusiastisch. Ich habe das Gefühl, Sie haben keine Lust.“ Ein Grund für den Oberbürgermeister, seinem attackierten Kollegen beizuspringen: „Er ist eben nicht der Marketingexperte.“

    Ein humoriger Schlagabtausch also, der die Antworten auf die Sachfragen zum Thema allerdings auch nicht weiter präzisierte.

    Was wohl das eigentliche Problem kurz umriss. Auch Katharina Krefft (Grüne) wundert sich. Denn die Zuständigkeit fernab der baulichen Fragen liegt beim Amt für Wirtschaftsförderung. „Warum steht Herr zur Nedden also vorne und nicht Uwe Albrecht? Der ist noch nicht einmal im Saal, wenn ich also eine Nachfrage hätte, müsste ich rausgehen.“ Darauf konterte Martin zur Nedden: „Sehen Sie es als Zeichen der guten Zusammenarbeit der beiden Ämter.“

    Ein humoriger Schlagabtausch also, der die Antworten auf die Sachfragen zum Thema allerdings auch nicht weiter präzisierte. In der Schule wäre das wohl eine Themaverfehlung gewesen. Die einzige Frage, die man als richtig beantwortet sehen könnte, ist die nach dem Eröffnungsdatum: 15. Dezember 2013 sei es soweit. „Das können Sie sich schon mal im Kalender vormerken“, schloss der Baubürgermeister die mit ungenügend zu bewertende Leistungskontrolle.

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