Die Autokrise schwelt schon seit drei Jahren und Autobauer verlieren ihre Rolle als Motor der Wirtschaft

Für alle LeserWenn die Bosse der großen deutschen Autokonzerne auch nur ein wenig aufmerksam gewesen wären, dann hätten sie schon 2014 das Ruder herumgeworfen. Denn das, was jetzt am Wochenende der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt passiert ist, ist auch der Automobil International (AMI) passiert. Nur etwas stiller. Nachdem kurzfristig reihenweise Autohersteller absagten, wurde die AMI 2016 abgesagt. Für immer.

Schon damals bekam die Autobranche zu spüren, dass mit den alten Verbrennermodellen eigentlich kein neues Geschäft mehr zu machen war. Nicht nur die Automesse AMI kam auf den Prüfstand, auch andere Automessen der zweiten und dritten Reihe. Nur an ihren Flaggschiffen in Zürich, Paris und Frankfurt hielt die Branche fest.

Und dabei ging es nicht nur um die neuen Antriebe, die jetzt zur IAA erstmals eine raumgreifende Rolle einnahmen und den Präsidenten des Verbands der internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK), Reinhard Zirpel, dazu animierten, noch ein paar Leckerlis von der Politik zu fordern: „Alternative Antriebe für Pkw und Nutzfahrzeuge brauchen starke Anreize, damit Kunden umsteigen. Unabhängig von der Frage nach dem System einer CO2-Bepreisung ist klar: Je stärker konkrete Förderanreize ausfallen, desto mehr emissionsarme Fahrzeuge und umweltfreundliche Nutzfahrzeuge werden gekauft und desto schneller werden CO2-Emissionen im Verkehr sinken“, sagte Reinhard Zirpel, Präsident des Verbandes der Internationalen Kraftfahrzeughersteller zu den aktuell diskutierten Vorschlägen des Bundesverkehrsministeriums zur Klimapolitik.

So ticken die Autohersteller. Nur ja irgendwelche Auflagen und gesetzlichen Einschränkungen verhindern, damit die alten, klimaschädlichen Modelle nicht benachteiligt werden. Und gleichzeitig immer neue Starthilfen für Automodelle fordern, die schon seit zehn Jahren den Markt beherrschen sollten.

Zirpel verband das zum Auftakt der IAA auch gleich noch mit einem vollmundigen Versprechen: „Die internationalen Kraftfahrzeughersteller werden einen wesentlichen Beitrag zur Reduzierung der CO2-Emissionen des Verkehrs leisten. Gerade die internationalen Marken haben frühzeitig Fahrzeuge mit alternativen Antrieben auf den Markt gebracht. Elektrofahrzeuge und emissionsarme Nutzfahrzeuge und sind heute für Kunden in Deutschland auch dank des breiten Angebots der internationalen Hersteller bereits in großer Vielfalt verfügbar.“

Aber sie sind nicht die Lösung. Denn wirklich umweltschonender sind auch E-Autos nicht, schon gar nicht, wenn es wieder PS-starke Luxuskarossen und SUVs werden.

Am Sonntag, 15. September, erlebte die IAA dann etwas, was noch keine Automesse erlebt hatte: Tausend Klimaaktivisten sperrten den Zugang zu den Ausstellungshallen.

Der Haupteingang und der Portalhaus-Eingang im Westen des Messegeländes waren seit dem frühen Morgen für Besucherinnen und Besucher nicht zugänglich, meldete das Bündnis „Sand im Getriebe“ am frühen Sonntagnachmittag. Auch der Eingang am Congress Center wurde blockiert. Eine „Critical Mass“-Gruppe blockierte immer wieder den Busverkehr zur IAA. Bei einer Kletteraktion hängten Aktivist/-innen zudem ein Banner von einem Übergang beim Autobahnzubringer zum Frankfurter Westkreuz.

Das Bündnis „Sand im Getriebe“ äußerte sich sehr zufrieden mit dem Verlauf der Aktion.

„Die Messe ist gesungen. Eine IAA in dieser Form wird es sicher nicht mehr geben. Die Zeiten, in denen VW, Daimler, BMW und Co. sich und ihre zerstörerischen Blechkisten ungestört feiern, sind vorbei“, sagte „Sand im Getriebe“-Sprecherin Marie Klee. „Dass 1.000 Menschen bereit sind, sich an einer Aktion Zivilen Ungehorsams zu beteiligen und sich mit ihren Körpern der mächtigen Autoindustrie in den Weg zu stellen, hat alle unsere Erwartungen übertroffen.“

Tina Velo, ebenfalls Sprecherin von „Sand im Getriebe“, ergänzte: „In der Verkehrspolitik von Andreas Scheuer herrscht Stillstand. Lippenbekenntnisse zum Bahn-Ausbau reichen nicht. Die Autos müssen von der Straße und dort Platz machen für Fußgänger, Radfahrerinnen und die Bahn. Die Klimakrise lässt sich nur noch durch eine radikale Verkehrswende aufhalten! Das geht nur gegen die Konzerninteressen. Wir fangen heute an.“

Sand im Getriebe ist ein Bündnis aus verschiedenen klima-, verkehrspolitischen und globalisierungskritischen Gruppen. Das Bündnis fordert autofreie Städte, kostenlosen ÖPNV sowie einen massiven Ausbau von Fahrradinfrastruktur.

Der Blick auf die deutsche Verkehrspolitik zeigt, wo es klemmt, denn mittlerweile werden nach und nach die Zahlen zur Unterfinanzierung von Bahn und ÖPNV publik. Bei der Bahn sind mittlerweile fehlende Investitionssummen von 85 Milliarden Euro bekannt, die es mindestens braucht, um das existierende System wieder fit zu machen.

Beim ÖPNV kann man davon ausgehen, dass keine Großstadt unter 500 Millionen Euro davonkommt, wenn es auch nur ein einigermaßen leistungsfähiges ÖPNV-System bauen will, das auch für ehemalige Autonutzer attraktiv wird. Städte wie Leipzig, München oder Frankfurt eher mehr, andere Städte vielleicht nicht ganz so viel. Da Deutschland 81 Großstädte hat, kann man hier locker von 40 Milliarden Euro ausgehen, die (zusätzlich) investiert werden müssten. In Deutschland gibt es eigentlich jede Menge Zukunftsprojekte, in die investiert werden müsste.

Und dass gerade Nutzer des ÖPNV in den letzten Jahren immer stärker zur Kasse gebeten wurden., darüber berichtete am 14. September sogar mal die „Zeit“: „Stabile Preise gibt es nur für Autofahrer“.

Wobei der drastisch gesunkene Ölpreis hier eine zentrale Rolle spielt, Folge der hochgradig klimaschädlichen Fracking-Politik in den USA.

Aber nicht nur das ändert sich. Auch das Modell Autoland geht mit der neuen Rolle der Großstädte zu Ende. Es funktioniert in den immer kompakteren Großstädten nicht mehr, wo immer mehr Stadtbewohner lieber auf Fahrrad und ÖPNV umsteigen.

Freilich gerät da die Branche in die Krise, die jahrzehntelang als der Motor der deutschen Wirtschaft begriffen wurde. Weil deutsche Autos auch noch ein Exporterfolgsmodell waren, wurden die deutschen Autobauer selbst in ihrer schwersten Blamage (dem „Diesel-Skandal“) mit Samthandschuhen angefasst. Aber gerade weil deutsche Autobauer extrem vom Export abhängig sind, machen sich hier die Entwicklungen in anderen Ländern besonders schnell bemerkbar. Und auch andere Länder steigen so langsam aus dem Autokauf aus.

Das bekommen auch die sächsischen Autobauer immer stärker zu spüren. Das machte die jüngste Konjunkturmeldung aus dem Statistischen Landesamt des Freistaats deutlich: „Von Januar bis Juni 2019 hat die sächsische Industrie nominal 30,1 Milliarden € Gesamtumsatz erbracht. Nach fünf Jahren des Wachstums lag damit im bisherigen Jahresverlauf ein Rückgang um 3,8 Prozent zum Vorjahr vor, wobei im Auslandsgeschäft ein stärkeres Minus notiert wurde als auf dem Binnenmarkt (-6,2 bzw. -2,2 Prozent)“, teilte das Landesamt am 10. September mit. „Der mit 8,4 Milliarden € umsatzstärkste Industriezweig ,Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen‘ musste Einbußen von 10,2 Prozent hinnehmen (Ausland: -13,8 Prozent; Inland: -6,3 Prozent). Die rückläufige Tendenz der Auftragseingänge spricht gegenwärtig nicht für eine rasche Erholung der Umsatzzahlen.“

Zum Abschluss der Blockade in Frankfurt kündigte „Sand im Getriebe“ weitere Aktionen an: „Wir streiten an vielen Orten weiter für die Verkehrswende, bis unsere Städte und Straßen wieder für Menschen da sind, statt für Autos!“, so Tina Velo, Sprecherin des Bündnis.

Vielleicht hat das Auto noch eine Zukunft. Aber wenn Städte und Länder wirklich die Klimawende schaffen wollen, sind es andere Verkehrsträger, die die Hauptrolle übernehmen müssen.

Nach der Ausladung von OBM Feldmann sagte auch Fridays For Future seinen Auftritt auf der IAA ab

 

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