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Über 20.000 Menschen pendeln aus dem Ausland nach Sachsen zur Arbeit

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    Seit 2010 ist die Zahl der Grenzpendler in Sachsen um das 37-fache gestiegen, teilt die Arbeitsagentur Sachen in Auswertung zu dem am Dienstag, 7. April, vorgelegten IAB-Kurzbericht mit. Der Anstieg war deutschlandweit am höchsten (Bund: Anstieg um das Dreifache). Der Grund sind vor allem die kurzen Wege aus den Nachbarländern.

    Die Zahl der Grenzpendler ist von 2010 bis 2019 auf 20.386 gestiegen – um 19.840. Damit stieg der Anteil der Grenzpendler an allen Beschäftigten von null Prozent auf 1,3 Prozent. Dieser Anstieg ist der kräftigste im bundesweiten Ranking, so die Arbeitsagentur Sachsen. Er entspricht dem 37-fachen. Aber auch in Thüringen und Sachsen-Anhalt wuchs der Grenzpendleranteil um das 20-fache, in Berlin und Brandenburg um etwa das 30-fache.

    Im Saarland ist der Grenzpendleranteil mit 3,3 Prozent bundesweit am höchsten. Auf Platz zwei liegt Brandenburg (1,7 Prozent) und Sachsen liegt im Länderranking auf Platz drei. Die drei Stadtstaaten Bremen, Berlin und Hamburg haben den geringsten Grenzpendleranteil (jeweils 0,3 Prozent aller Beschäftigten).

    Und auch die Menschen, die aus den Nachbarländern nach Sachsen pendeln, arbeiten vor allem eher in Branchen, wo sie schnell mal Lücken füllen müssen. Die meisten Grenzpendler arbeiten denn auch in der Zeitarbeit.

    Die häufigsten Tätigkeiten von Grenzpendlern:

    Vermittl. und Überlassung von Arbeitskräften (Zeitarbeit) 5.013
    Transport 2.248
    Baugewerbe 1.593
    Logistik 1.328
    Herstellung von Metallerzeugnissen 941
    Beherbergung 829
    Gebäudebetreuung; Garten-u.Landschaftsbau 650
    Herstellung von Leder, Lederwaren u. Schuhen 517
    Gastronomie 488
    Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln 437

    Natürlich pendeln nicht alle in Sachsen beschäftigte Ausländer jeden Tag über die Grenze. Viele wohnen auch hier. Insgesamt 85.000 Ausländer arbeiten in Sachsen.

    Anteil ausländischer Arbeitnehmer nach Bundesland. Grafik: Arbeitsagentur Sachsen
    Anteil ausländischer Arbeitnehmer nach Bundesland. Grafik: Arbeitsagentur Sachsen

    Aktuell (Juni 2019) sind in Sachsen 1,6 Millionen Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Jeder 20. von ihnen ist ein ausländischer Staatsbürger (Anteil: 5,3 Prozent). Damit arbeiten aktuell 84.918 ausländische Frauen und Männer in den sächsischen Betrieben.

    Im Vergleich zu anderen Bundesländern hat der Freistaat der Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmer noch Luft nach oben. So ist in Sachsen jeder 19. Arbeitnehmer ein ausländischer Staatsbürger, in Baden-Württemberg beispielsweise ist es jeder Sechste.

    Gründe für den Anstieg der ausländischen Arbeitnehmer in Sachsen sind beispielsweise die erleichterte Arbeitsaufnahme im Rahmen der uneingeschränkten Arbeitnehmerfreizügigkeit und das Lohngefälle zwischen Sachsen und den jeweiligen Heimatregionen der Arbeitnehmer. Aber auch die Heimatstaaten der Grenzpendler versuchen, ihre Fachkräfte im Land zu halten.

    Denn sie haben dieselben Herausforderungen wie Sachsen zu meistern – Fachkräftemangel, Demografie und Digitalisierung. Beispielsweise hat die Tschechische Republik die geringste Arbeitslosenquote aller Herkunftsländer der Grenzpendler. Grenzpendeln ist ein relativ weiter Begriff und beinhaltet keine Anforderung an tägliches oder mindestens wöchentliches Pendeln, wie dies bei der Begriffsdefinition der Grenzgänger der Fall ist. Daher könnten Grenzpendler auch einen Zweitwohnsitz in Sachsen haben.

    Die Arbeitnehmerfreizügigkeit ist das für alle Staatsbürger von Mitgliedstaaten der Europäischen Union Recht, in jedem anderen Mitgliedstaat eine Beschäftigung aufzunehmen. Das Freizügigkeitsrecht von Unionsbürgern wurde im Jahr 2004 neu geregelt. Um Verwerfungen am Arbeitsmarkt durch Zuwanderung von Niedriglöhnern zu verhindern, schränkten Deutschland und Österreich die Freizügigkeit für Arbeitnehmer aus den osteuropäischen Ländern befristet ein. Diese Übergangsregelungen entfielen am 1. Mai 2011 für Estland, Lettland, Litauen, Polen, Slowakische Republik, Slowenien, Tschechische Republik und Ungarn. Seit Januar 2014 gilt die Arbeitnehmerfreizügigkeit auch für Rumänien und Bulgarien.

    Der vollständige Kurzbericht das IAB.

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