Verbraucherschutzzentrale zu steigenden Strompreisen: Wie kann man gegenhalten?

Seit der Liberalisierung des Strommarktes im Jahr 1998 haben sich die Strompreise mehr als verdoppelt - fast verdreifacht. Bezahlte man 1998 für eine Kilowattstunde rund 10 Cent (damals rund 20 Pfennige), kostet sie gegenwärtig schon bis zu 30 Cent. Da stellt sich die Frage, wie man die Stromkosten reduzieren kann.
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„Zuerst sollten Verbraucher sich mit der Höhe ihres Stromverbrauches beschäftigen. Man sollte nicht nur wissen, wie hoch der eigene Verbrauch im Jahr ist, sondern auch wie er sich entwickelt und was ein ähnlich großer Durchschnittshaushalt benötigt“, empfiehlt Roland Pause, Energieexperte der Verbraucherzentrale Sachsen. „Ein Drei- bis Vier-Personenhaushalt sollte jährlich etwa 3.000 kWh Strom verbrauchen. Benötigt man beispielsweise tausend Kilowattstunden mehr, schlägt das schon mit rund 300 Euro mehr im Jahr zu Buche.“

Wie lässt sich nun der Stromverbrauch reduzieren? Dazu ist es notwendig zu wissen, welche elektrischen Geräte ungefähr wie viel Energie verbrauchen. Mit Hilfe dieses Wissens kann auch der Umgang effizienter gestaltet werden und Stromfresser, wie z. B. alte Kühlgeräte können ausgetauscht oder stromintensive Wäschetrockner im Sommer weniger häufig genutzt werden. Neben den großen Haushaltsgeräten steigern auch die vielen kleinen Geräte den Stromverbrauch, vor allem, wenn sie über einen Stand-by-Modus verfügen und damit also auch bei Nichtnutzung Strom verbrauchen. Diesen heimlichen Energieverschwendern sollte man möglichst über eine schaltbare Steckdosenleiste konsequent den Saft abdrehen.

Ein weiteres Augenmerk sollten Verbraucher auf die Vertragsgestaltung ihres Energieanbieters legen, um zu erfahren, welche Kosten pro Kilowattstunde entstehen und wie hoch vielleicht eine mögliche Grundpauschale ist. Aktuell bezieht noch fast die Hälfte aller sächsischen Haushalte ihren Strom in der sogenannten Grundversorgung – dem teuersten Tarifmodell überhaupt. Betroffene sollten sich daher bei ihrem Stromversorger nach günstigeren Preismodellen erkundigen und dann den Wechsel vollziehen. Darüber hinaus birgt der Wechsel des Anbieters unter Umständen zusätzliches Einsparpotenzial. Eine verlässliche Informationsquelle, die als Grundlage für den Anbieterwechsel geeignet ist, veröffentlicht die Verbraucherzentrale Sachsen monatlich im Internet. Diese Vergleichsliste zeigt, dass ein Wechsel vom Grundtarif zu einem anderen Anbieter je nach Postleitzahl bis zu 200 Euro pro Jahr einsparen kann.

Wer Fragen zum Anbieterwechsel und der Vertragsgestaltung hat, ist bei der Verbraucherzentrale Sachsen gut beraten. Termine können unter der Rufnummer (0180) 5-797777 (Festnetzpreis 0,14 Euro/Min.; Mobilfunkpreis maximal 0,42 Euro/Min.) vereinbart werden. Wer den Stromfressern im Haushalt auf die Spur kommen möchte und eine fundierte Einschätzung der Energieverbrauchswerte wünscht, kann außerdem einen Energie-Check ab 10 Euro direkt bei sich zu Hause in Anspruch nehmen. Termine und Beratung kann man kostenfrei unter der Telefonnummer (0800) 809 802 400 einholen.

www.verbraucherzentrale-sachsen.de


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