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Woche der Abfallvermeidung: Mehrweg ist tatsächlich der Königsweg

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    Mit den Angeboten in deutschen Supermärkten ist es ganz und gar nicht leicht, sein (Verpackungs-)Müllaufkommen zu reduzieren. Und es hilft erst einmal auch nicht viel, die Verpackungen brav in die Gelbe Tone zu stecken, denn für viele der darin enthaltenen Stoffe ist die Recycling-Quote winzig. Grund dafür: Man hat es mit untrennbaren Verbundstoffen zu tun.

    Was bringt Mülltrennung, wenn so wenig recycelt wird?
    Mülltrennen ist das A und O der Nachhaltigkeit im Haushalt.

    Trennen ist für die Wiedergewinnung von Rohstoffen sehr wichtig, denn ‚reine‘ Wertstoffe wie Papier, Glas, Blech und Aluminium sind sehr gut, zum Teil fast endlos recycelbar. Hierbei werden wertvolle Ressourcen geschont.

    Bei Kunststoffen wird es komplizierter. Die meisten Verbraucher glauben, alles, was in der gelben Tonne landet, kann und wird recycelt und haben damit ein gutes Gewissen. Die Fülle an Siegeln und Symbolen auf den Verpackungen ist oft nicht verständlich und hilfreich.

    Warum wird nur ein kleiner Teil aller Kunststoffverpackungen recycelt?

    1. Sehr viele Kunststoffverpackungen sind aus Verbundstoffen, das heißt, sie bestehen aus mindestens zwei verschiedenen Materialien, die vollflächig miteinander verbunden sind und sich nicht von Hand oder Maschine trennen lassen. z. B. Chipstüten, Fruchtmus Quetsche-Beutel, Zahnpasta-Tuben bestehen aus der inneren Aluminiumtüte und der äußeren, bedruckten Plastiktüte, die untrennbar miteinander verschweißt sind.

    Durchsichtige Vakuum-Behälter für Käse, Wurst, Fleisch und Fisch sehen zwar harmlos aus, sind aber ebenfalls im Moment nicht recycelbar. Auch sie sind aus mehreren Schichten Kunststoff zusammengefügt, um die positiven Eigenschaften des jeweiligen Kunststoffs nutzen zu können.

    2. Einige Sorten Kunststoffe können nur sehr aufwendig recycelt werden.
    3. Der niedrige Preis für Rohstoffe macht das Recyceln unwirtschaftlich.
    4. Das Design der Verpackungen ist nicht für das Recyceln optimiert.

    Was an Einwegprodukten am Ende tatsächlich recycelt wird. Grafik: Greenpeace
    Was an Einwegprodukten am Ende tatsächlich recycelt wird. Grafik: Greenpeace

    Müllvermeidung ist das A und O – Wie geht das beim täglichen Einkauf?

    Relativ einfach ist es, beim Einkauf von Getränken Abfall zu reduzieren, indem du Mehrwegsysteme nutzt. Mehrwegflaschen aus Glas oder PET schneiden ökobilanziell viel besser ab als Einwegflaschen.

    Am besten schneiden Mehrwegglasflaschen von regionalen Anbietern (also mit kurzen Transportwegen) ab.

    Bei anderen Lebensmitteln ist es schon schwieriger, Verpackungsmüll zu reduzieren. Der Griff zur losen Tomate, der Verzicht auf Tütchen für die Bananen, der Einkauf im Unverpackt-Laden oder mitgebrachte Mehrwegbehältnisse für Frischetheken sind allerdings täglich einfach umsetzbare Möglichkeiten. Vielleicht probierst du diese Woche einfach mal aus, möglichst wenig Einwegverpackungen zu konsumieren. Jede Verpackung weniger ist ein Erfolg.

    Mehrweg trotz Corona?

    Ein klares „Ja“. Das Gesetz erlaubt es auch in Zeiten von Corona, alternativ und umweltfreundlich einzukaufen. Anders als an vielen Theken verkündet, ist das Mitbringen eigener Gefäße auch in Zeiten von Corona hygienisch unbedenklich. Es müssen dabei nur wenige Dinge beachtet werden. Auf der Homepage von lebensmittelverband.de findet man einen kleinen Leitfaden, der gute Argumente für die Theke mitgibt.

    Mehrweg ist mehr wert

    Mehrwegnutzung oder der Verzicht auf Einweg und Verpackung ist besser als auf Recycling zu setzen.

    Selbst wenn ein deutlich größerer Teil unseres Mülls bereits recycelt werden könnte, ist dabei dennoch immer auch ein großer Energieaufwand und damit CO₂ im Spiel. Auch vor diesem Hintergrund sollte die Verwendung von Mehrweg eine hohe Priorität haben.
    Am besten wäre es, wenn wir uns so verhalten, dass Einwegverpackungen nur so wenig wie möglich produziert, transportiert und entsorgt werden müssen.

    Das kann gelingen, wenn wir zunehmend auf Mehrweg umsteigen und bereits bestehende Systeme nutzen. Wir alle müssen bei Händlern und in Restaurants Alternativen einfordern. Steter Tropfen höhlt den Stein. Lasst uns nicht auf Gesetze warten und jetzt beginnen.

    Auch jenseits von Verpackungen: Bewusster leben und konsumieren ist angesagt!

    Das globale „littering“ (die Vermüllung unserer Ökosysteme) wird allerdings nur zum Teil durch den Verpackungsmüll verursacht. Auch unsere Gebrauchsgegenstände, unsere Kleidungsstücke landen zu oft nach kurzem Gebrauch auf der Deponie oder in der Verbrennung, oder noch schlimmer in der Umwelt. Das Leben unserer Produkte verursacht Emissionen, Verschmutzung, Müll und braucht Ressourcen, die immer knapper werden.

    Nicht nur beim Kauf von Lebensmitteln – bei jedem Kauf sollten wir uns deshalb Gedanken machen über nachhaltige Alternativen. Wenn wir kurzlebige Einwegprodukte so weit wie möglich vermeiden, wenn wir unseren Müll korrekt entsorgen und richtig trennen, wenn wir gebrauchte Gegenständen reparieren oder verschenken, sind wir auf einem guten Weg, denn trotz aller fortgeschrittenen Technologien ist der beste Müll immer noch der, der gar nicht erst entsteht.

    Hinweis der Redaktion in eigener Sache

    Seit der „Coronakrise“ haben wir unser Archiv für alle Leser geöffnet. Es gibt also seither auch für Nichtabonnenten alle Artikel der letzten Jahre auf L-IZ.de zu entdecken. Über die tagesaktuellen Berichte hinaus ganz ohne Paywall.

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