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Tägliches Archiv: 1. Januar 2017

Gastmanns Kolumne: Das ist schließlich dein Job!

Prosit Neujahr! Jungfräulich liegt 2017 vor uns und man möchte es fast ein bisschen in Watte packen, damit es möglichst lang seine Unschuld bewahre. Viele von uns schlagen sich bekanntlich in diesen Tagen mit guten Vorsätzen herum oder zumindest mit dem Gedanken, was man vom neuen Jahr wohl so zu erwarten hat. Vielleicht aber können wir in Anbetracht der wünschenswerten Unschuldskonservierung von Jahren einmal den Spieß herumdrehen und stattdessen fragen, was das neue Jahr von uns erwarten darf?

Jahreswechsel in Leipzig 2016/17 + Video

Der ganz normale Wahnsinn einer Silvesternacht ist einmal wieder vorbei, gespickt mit einem Spontanversammlungsverbot und einer PARTEI-Kundgebung für Tierschutz in Connewitz, Böllern, körperlichen Auseinandersetzungen und einer Brandstiftung im Arbeitsamt in Gohlis.

Die Karriere eines Wortes zum Rettungsanker in Krisenzeiten

Es pfeift ein rauer Wind durch die Welt. Gigantische Warenströme fließen von Kontinent zu Kontinent. Nachrichten aus allen Ecken des Erdballs sind zeitgleich überall verfügbar. Und damit auch jedes grauenvolle Ereignis, das nur passieren kann. Gemütlich ist das alles nicht. Was ja unübersehbar eine Menge Leute richtig ungemütlich gemacht hat. Und wütend.

Leipziger Primatenforscher auf der Spur von Krieg und Frieden

Eine nicht ganz unwichtige Frage wollten die Forscher vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig noch zum Jahresende klären: Wie entsteht eigentlich das Zusammengehörigkeitsgefühl in Primatengruppen? Warum kleben die wie Pech und Schwefel zusammen, wenn sie sich etwas Gemeinsames vornehmen – eine Prügelei zum Beispiel oder einen Krieg?

Eine Jahrhundertfeier für das berühmteste Ready-made der Welt

Es war ein Schock, den der Künstler Marcel Duchamp erlebte, als er 1912 mit seinen Künstlerfreunden Constantin Brâncuși und Fernand Léger die Luftfahrtschau im Pariser Grand Palais besuchte. Die technische Ästhetik der ausgestellten Fluggeräte riss ihm den Boden unter den Füßen weg. „Die Malerei ist am Ende. Wer kann etwas Besseres machen als diese Propeller? Du etwa?“, soll er zu Brâncuși gesagt haben. Was daraus folgte, machte Duchamp weltberühmt.

Brandanschlag auf die Arbeitsagentur, Bier am Kreuz und das Übliche

Die Nacht zum Jahreswechsel wurde auch dieses Mal durch die Polizei in und um die Stadt Leipzig abgesichert. Neuralgische Punkte des Einsatzes waren der Augustusplatz, der Hauptbahnhof (dort unter der Aufsicht der Bundespolizei) und das Connewitzer Kreuz. Später in der Nacht kristallisierten sich noch weitere Orte heraus, die ebenfalls der Aufsicht der Polizei bedurften und an denen unsere Anwesenheit erforderlich war.

Zwischen Utopia, Terror und dem Kaninchenwunsch nach einer starken Partei

Die größte Angst des besorgten Bürgers sind weder Flüchtlinge noch komplizierte Medien, die er nicht versteht. Auch nicht die Angst vor Muslimen und Moscheen, auch wenn er gern so tut und richtig giftig werden kann dabei. Die größte Angst des besorgten Bürgers ist die vor Kontrollverlust. Aber darüber redet er ganz ungern.

Ist es jetzt Stachelschwein, dem die Geschichte durch die Lappen geht?

LeserclubUnd Herr L. wusste noch immer nicht, wie das ausgehen sollte. Auch nicht an diesem blassen, ziemlich frischen Morgen, der ihm unters Hemd griff, durch die Ritzen des Mantels, ins übernächtigte Gesicht. Ein gut in Folie verpacktes Automobil stand am Straßenrand. Das war Olegs nächtlich demolierter „Tschaika“. Und ein einsames Möhrchen lag in L.s Bauch.

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