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Leserbrief: Elektromobilität in Leipzig Oder Knöllchen an der Ladestation

Von Dirk Pappelbaum: Liebe Stadtverwaltung in Leipzig, als bekennender E-Mobilist bin ich ganz schön „geladen“: Vor mehr drei Jahren ließ sich unser Bürgermeister in der Presse vor einer neu errichteten Ladestation fotografieren, er wollte damit ein Zeichen setzen: Leipzig unterstützt die Elektromobilität. Die Realität sieht leider anders aus. Die Installation neuer Ladestationen in der Stadt Leipzig hat vor einiger Zeit ein abruptes Ende gefunden. Dabei reichen die vorhandenen bei weitem nicht mehr aus. Konnte man vor drei Jahren noch mit Gewissheit eine freie Station in der Innenstadt finden, ist das heute eher ein Glücksspiel.

In der Stadtverwaltung hat man jetzt die Schuldigen ausgemacht: die E-Auto-Fahrer. Sie würden mit ihren Fahrzeugen die Ladestationen blockieren. Deshalb verteile man jetzt auch Knöllchen an alle, die keine vorgeschrieben Parkscheibe im Auto liegen hätten.

Das ist im Prinzip ja eine feine Sache, denn länger als vier Stunden sollte keiner die Ladestation blockieren. Nur fragt man sich beim heutigen Stand der Technik, was der Unsinn soll. Schließlich zeigen die Ladestationen an, wie lange der Ladevorgang läuft. Das sollte doch für die Kontrolle reichen. Parkscheibe ist doch Schnee von gestern.

Das Laden würde auch deutlich schneller gehen, wenn die Stationen eine höhere Leistung anbieten würden. Nur die wenigsten liefern 22Kw, eine Leistung, die mittlerweile die meisten Autos verkraften, und die auch ohne großen technischen Aufwand möglich ist. Da halbiert sich schon einmal die Lade- und Parkzeit.

Hinzu kommt auch, dass die öffentlichen Ladestationen gerne von Mitarbeitern der städtischen Betriebe genutzt werden. Manchmal auch ohne zu laden, scheint ja zu reichen, dass es ein E-Auto ist. Das ist keine gute Vorbildwirkung. Wenn Leipzig die Elektromobilität ernsthaft unterstützen will, dann geht das nur, wenn deutlich mehr Stationen errichtet werden.

Das Angebot muss auch nicht kostenlos sein – Benzin und Diesel sind ja auch nicht. Für die Abrechnung des Stroms sind auch keine aufwändigen Projekte notwendig, dafür gibt es schon fertige Lösungen.

Und zum Schluss: Etwas mehr Engagement seitens BMW und Porsche in Leipzig wäre sicher auch angebracht, hat man doch jahrelang große Steuergeschenke erhalten. Aktuell machen beide Hersteller eher den Eindruck, als hoffen sie insgeheim, dass das mit der Elektromobilität nur eine vorübergehende Erscheinung ist.

Ganz nach dem Motto von Kaiser Wilhelm Zwo: „Ich glaube an das Pferd. Das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung.“

Der Stadtrat tagt: EcoMobility-World-Festival soll nach Leipzig kommen + Video

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