Die Leipziger Meuten: Wie junge Leipziger gegen die Gleichschaltung opponierten – und in die Mühlen der Justiz gerieten

Manchmal braucht man Geduld, Geduld und nochmals Geduld, damit sich die Sicht auf ein nicht ganz unwichtiges Stück Geschichte endlich verändert. Über keine Etappe der deutschen Geschichte wurde so viel Käse erzählt, wurden so viel schönlackierte Bilder geklebt wie über die zwölf Jahre von 1933 bis 1945. Wieviel dabei dem Vergessen anheim fiel, merkte man auch in Leipzig erst nach 1990 so richtig. Auch wenn sich zumindest eine auch schon vorher mit den Leipziger Meuten beschäftigte.
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Das war die Rostockerin Sabine Kircheisen, deren Diplomarbeit von 1988 freilich nie veröffentlicht wurde. Und das, obwohl man ab 1990 auch die westdeutschen Forschungen zu den Edelweißpiraten endlich nachlesen konnte. Im Zusammenhang mit diesen Forschungen zur Jugend-Subkultur im „Dritten Reich“ war man durchaus auch auf vergleichbare Jugenderscheinungen in ostdeutschen Städten gestoßen. Denn entgegen der vom NS-Regime gestrickten Legende war es eben doch nie gelungen, das ganze Volk und auch nicht die Jugend komplett gleichzuschalten. Und das, obwohl man seit 1933 auch den Zugriff auf die Schule hatte.

Dass die Leipziger Meuten ab 1937 in Gerichts- und Gestapo-Akten auftauchten, hat genau damit zu tun – nämlich mit dem großangelegten Versuch der NS-Führung, eben doch alle Jugendlichen in ihrer Staatsorganisation Hitlerjugend zu erfassen. Und da das bis zum Schluss nie gelang und sich Hunderte Jugendliche diesem Gleichmarsch zu entziehen versuchten, wurden alle Protestformen gegen das uniforme Mitmachen kriminalisiert.

Welches Ausmaß diese jugendlichen Protestformen hatten, hat dann Sascha Lange erstmals in seiner Magisterarbeit ausgearbeitet. Seit 2002 forscht er zum Thema, hat 2002 noch mit einigen wenigen der damals Beteiligten Interviews geführt. In seinem 2010 erschienenen Buch „Meuten. Broadway-Cliquen – Junge Garde“ hat er den Wissensstand zum Thema gesammelt.Dies hier ist das erste Buch, das die Geschichte der Leipziger Meuten auch für ein breiteres Lesepublikum erschließt. Es enthält einige seiner Interviews mit Männern und Frauen, die seinerzeit Mitglied einer solchen Jugendmeute waren. „Hundestart“ heißt eine in den Akten der Gestapo, deren Treff eine Ecke am Friedhof von Großzschocher war, die im Volksmund Hundestart hieß. „Lille“ hieß eine Meuten aus dem Umfeld der Lilienstraße in Reudnitz, „Reeperbahn“ war eine aus dem Umfeld der Georg-Schwarz-Straße in Lindenau, die unter den Nazis seit 1933 Schlageterstraße hieß.

Der Begriff Meute stammt wohl zuallererst aus den Akten der Gestapo, die ab 1937 die Verfolgung und Erfassung aller Jugendlichen betrieb, die sich in Leipzig in solchen alternativen Jugendgruppen zusammenfanden. In Dresden setzte sich zeitgleich der ebenfalls von staatlichen Verfolgern geprägte Begriff Mob durch. Man merkt schon: Was da in den NS-Jahren geschah, wiederholte sich später auch in der DDR in vergleichbarer Weise. Doktrinäre Staaten haben immer wieder dieselben Legitimations-Probleme.

Und sie bekommen die wirklich selbstbewussten Jugendlichen, die mehr vom Leben wollen, als sich „wie ein Häkchen zu krümmen“, nie wirklich in den Griff. Im Gegenteil: Sie begreifen alle Formen jugendlicher Protestkultur als Affront, als Herausforderung an ihre staatliche Selbstherrlichkeit.

Kleiner Stolperstein für alle heutigen Gestrigen: Das ist auch in demokratisch legitimierten Staaten so, in denen alteingesessene Parteien anfangen, den Veränderungen um sie herum mit Misstrauen und staatlicher Observanz zu begegnen.

Dabei waren viele der Leipziger Meuten zwar in Milieus entstanden, in denen noch durchaus linker Geist aus den 1920-er Jahren zu Hause war. Immerhin waren Reudnitz, Lindenau, Schönefeld und Connewitz alte Arbeiterquartiere. Die Eltern der jungen Leute waren fast alle im sozialdemokratischen und kommunistischen Milieu zu Hause gewesen. Aber auch die Jugendvereinigungen der christlichen, der bürgerlichen und der Freidenkerjugend waren ja verboten. So fanden sich auch Kinder aus bürgerlichen Elternhäusern in diesen Meuten wieder, die sich im Wesentlichen als gelebte Alternative verstanden. Protest fängt nicht mit Plakaten und Demonstrationen an, sondern mit dem trotzigen „Nein!“ zu dem, was Staat und Partei befehlen.

Die jungen Leute kleideten sich anders – trugen Lederhosen, karierte Hemden, weiße Strümpfe. Man erkannte sich also schon auf der Straße. Wurde aber auch erkannt. Nicht nur von den Streifen der Staatsjugend HJ, die es oft auf die handgreifliche Konfrontation anlegten. Auch von den Beamten der Gestapo, die in den hier abgedruckten Berichten auch mit Namen genannt werden: Die staatlichen Jagdhunde hatten ein Gesicht. Und Generation um Generation junger Leute saß dem jagdeifrigen Herrn Pilz gegenüber.Nur die Strafen waren 1939 weniger drakonisch. 1937 wurde den Jugendlichen noch Hochverrat vorgeworfen, viele verschwanden für Jahre im Gefängnis, im Zuchthaus oder im KZ. 1939/1940 blieben die Anklagen dann zumeist beim Vorwurf des Versuchs einer Parteigründung. Das bedeutete dann mehrmonatige Haftstrafen. Und nach ihrer Haftentlassung wurden die meisten jungen Leute dann sofort zu Arbeitsdienst oder gleich zum Heer eingezogen. Einige der Gestapoberichte und der Gerichtsprotokolle sind ebenfalls in diesem Buch zitiert. Dazu kommen einige Zeitzeugen-Erinnerungen, die seinerzeit Sabine Kircheisen gesammelt hatte. Denn natürlich sind die Forscher längst in einem Zeithorizont angekommen, in dem die meisten Zeitzeugen weggestorben sind.

Irgendwann sind es nur noch die Akten, die von den – grob geschätzt – 1500 jungen Leuten erzählen, die im Leipzig der NS-Zeit den Mut hatten, ihren Protest gegen die Uniformierung der Gesellschaft mit Gleichgesinnten zu leben. Und Sascha Langes Verdienst ist es natürlich, dieses Phänomen auch wieder ins öffentliche Bewusstsein der Stadt gebracht zu haben. So wie sich andere Engagierte in den letzten Jahren ebenso bemühten, andere verdrängte Kapitel aus den zwölf NS-Jahren endlich wieder publik zu machen. Dazu gehört die noch längst nicht fertig aufgearbeitete Geschichte der „Arisierung“, dazu gehört die Wiederentdeckung der Rolle Leipzigs bei der „Kindereuthanasie“ im Nazi-Reich, dazu gehört die Verfolgung und Ermordung der Leipziger Sinti und Roma …

Wenn man erst einmal anfängt, diese Stichworte aufzuzählen, bekommt man eine Ahnung davon, wie platt und einseitig die Rezeption des Nazi-Reichs – aber auch des Widerstands gegen das NS-Regime – in den letzten Jahrzehnten oft war. Und in etlichen Büchern und Quasi-Dokumentationen heute auch noch ist. Was unter anderem daran liegt, dass vom Nazi-Imperium ganze Archive mit inszeniertem Parade-, Kriegs- und Jubel-Material existieren. Vom Alltag der Deutschen existiert solches Material nur in Rudimenten. Und wer über Protestformen in dieser Zeit recherchieren will, muss zwangsläufig in staubtrockene Archive.

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Die Leipziger Meuten
Sascha Lange, Passage-Verlag 2012, 9,95 Euro

Das betrifft auch die große Frage, die Daniel Jonah Goldhagen mit „Hitlers willige Vollstrecker“ aufgeworfen hat. Diesen willigen Helfern begegnet man zwangsläufig auch in dieser Geschichte der Meuten: im Schuldirektor, der seine eigenen Schüler anschwärzt, in den HJ-Jungen, die sich zu Streifen- und Spitzeldienst verpflichten lassen, in den Gestapo-Beamten, die die verhafteten Jugendlichen verhören und am Ende der Justiz ausliefern.

www.leipziger-meuten.de


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