Freispruch für Richard Wagner? – Eine Streitschrift, in der es am Ende gar nicht um Wagner geht

Der österreichische Opernsänger Bernd Weikl ist 70 und zählte als Bariton zu den besten seines Faches. Peter Bendixen (79) war bis 1999 Professor für Kultur- und Bildungsmanagement, lebt heute in Wien. Die beiden sind befreundet. Und sie wollten eine Lanze brechen. Für Richard Wagner. Gegen seinen Missbrauch als "herausragender Vordenker des Nationalsozialismus". Muss man das denn? Darf man das denn?
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„Eine historische Rekonstruktion“, heißt es im Untertitel. Das führt den Leser ein wenig in die Irre. Denn natürlich würde Wagner greifbarer werden, wenn man sein Leben in seiner Zeit rekonstruiert, auf Spurensuche geht. Manches ist in der gewaltigen Wagner-Sekundärliteratur ja schon aufgearbeitet. Man kennt die wichtigsten Quellen für seine Musik und seine Ideen, man kennt sein oft prekäres und gejagtes Leben, man kennt die Menschen, die ihm halfen, von denen er lernte und profitierte – und die er auch mit scharfer Feder und Zunge zutiefst beleidigen konnte.

Das Jahrhundert, in dem er lebte, kennt man nicht ganz so gut. Es gibt große Rekonstruktionen und Interpretationen – zur politischen Entwicklung, zu den nationalen Entwicklungen und Kriegen, zu herausragenden Politikern wie Bismarck, zur Industrialisierung des Kontinents. Auch zur Entwicklung der sozialen Bewegungen. Schwierig wird es bei der geistigen und kulturellen Entwicklung. Da ist bei vielen Historikern die Welt vernagelt mit dem 1. und dem 2. Weltkrieg und dem Nazi-Reich. Alte Thesen stehen im Raum, die nicht wieder hinterfragt wurden.

Peter Bendixen zitiert Adorno, dessen These, Wagner gehöre zu den Vorläufern des Nazi-Reiches, bis heute im Raum steht und immer wieder kolportiert wird. Er hätte auch Georg Lukács nennen können. Und als Verteidiger benennt er Thomas Mann: Man dürfe Wagner nicht den Nazis überlassen.

Um herauszufinden, wie Wagner zu den Nazis geraten konnte, dazu bräuchte man tatsächlich eine Rekonstruktion seiner Zeit. Ein wenig versucht es Peter Bendixen. Er holt zu weit aus. Und er greift selbst wieder auf Thesen zurück, die schon ein wenig älter sind – in diesem Fall auf die von Rüdiger Safranski. Der hat sich – wie wenig andere – mit der deutschen Romantik beschäftigt, mit ihrer Entstehungsgeschichte und ihrer Wirkungsgeschichte. Denn in der deutschen Romantik zeigte sich auch eine Geisteshaltung, hier reflektierte sich politische Entwicklung – oder Nicht-Entwicklung.Doch das Thema ist bis heute nicht wirklich aufgearbeitet, auch wenn gerade Christa und Gerhard Wolf dazu faszinierende Essays geschrieben haben. Sie waren in der DDR nicht ohne Grund über dieses Thema und seine Vertreterinnen und Vertreter gestolpert. Die DDR-Zeit, wie man sie wohl nennen darf, ähnelte in manchem verblüffend der Zeit nach den „Befreiungskriegen“ von 1813, in denen all die fürstlichen Versprechen von Verfassung und Volksvertretung sich so klammheimlich in Luft aufgelöst hatten und durch scharfe Zensurgesetze und Demagogenerlasse ersetzt wurden.

Peter Bendixen vertut die Chance, hier konkret zu werden. Immer wieder versucht er zu erklären, wie schräg und beschränkt der deutsche Kulturbegriff ist, dass Kultur immer die gesamte selbstgeschaffene Lebenssphäre des Menschen umschließt – samt Kunst, Politik und Wirtschaft. Alle Trennlinien dazwischen sind künstlich. Doch er fällt selbst immer wieder in die alten Raster zurück. Was stört. Um den falschen deutschen Kulturbegriff zu diskutieren, braucht es ein eigenes Buch.

Auch die Entgegensetzung von Romantik und Biedermeier lässt sich so nicht halten. Was ebenso schade ist, weil es hier Raum nimmt, der dem eigentlichen Thema fehlt. Und um die Bestimmung, was Wagner nun war – ob er nun wirklich Romantiker war, durchzudiskutieren, wäre auch ein eigenes Buch notwendig. Und es ist nicht wichtig. Nicht wirklich. Nicht an dieser Stelle, denn die meisten Elemente der Romantik findet man zeitgleich in allen frühindustriellen Gesellschaften Europas. Bendixen tippt das Thema ja an: Die neue Gesellschaft, die da mit Dampfkraft und Börsenkrach heraufzog, erschien vielen Menschen als kalt, leer und unmenschlich. Da flüchteten nicht nur deutsche Bürger in Idylle, Vergangenheit und Mythenwelt. In Deutschland verschärfte sich diese Flucht auch noch durch die spät überwundene Kleinstaatlichkeit. Die „Deutsche Frage“, die 1813 groß auf der Tagesordnung stand, wurde bis 1866 nicht gelöst. Die beiden Autoren nennen zwar das Jahr 1871, doch das entscheidende Jahr war 1866. Und Wagners zwei Mal aufgelegte Schrift „Über das Judentum in der Musik“ fällt 1850 und 1869 in diese Umbruchzeit. Und stieß auf Zustimmung und auf Ablehnung. Das liberale Bürgertum gab es genauso wie das chauvinistische, das am Ende die Oberhand behalten sollte.

Hier wäre die historische Rekonstruktion tatsächlich spannend: Wie entstanden und verfestigten sich die geistigen Strömungen Deutschlands? Wie wurde aus dem romantischen Traum von einem einigen Deutschland (Hoffmann von Fallersleben, Deutschlandlied 1841) das in sich schon grausige Konglomerat von Antisemitismus, Nationalismus, Militarismus, das im wilhelminischen Kaiserreich den Ton angab und 1914 wie besoffen in den Weltkrieg raste? – Das wäre eine Psychoanalyse wert. Da könnte man auch für heutige Zeiten was draus lernen.

Und da könnte man dann versuchen herauszufinden, welche Rolle da Wagner und seine Musik spielten. Die wiederholten Beteuerungen im Buch, das, was Wagner wollte, hätte mit dem, was die Nazis gemacht haben, nichts zu tun, stören eher, als dass sie Erkenntnis schaffen. Das wirkt 274 Seiten lang nur verwirrend: Gegen wen verteidigen die beiden Autoren Wagner hier eigentlich?

Immerhin: Auf Seite 275 erfährt man den Beweggrund, warum Bernd Weikl sich mit Peter Bendixen hinsetzte, um diese Streitschrift zu schreiben. Denn das ist sie ja eigentlich. Weikl hatte einfach die Nase voll, bei seinen Auftritten als Sänger in Wagner-Aufführungen immer wieder mit den Nazis konfrontiert zu werden. „Wer zum Beispiel als Hans Sachs in Wagners ‚Meistersinger‘ auftritt, der hat es unter Umständen über Jahrzehnte mit dem Dritten Reich zu tun. Während meiner etwa 160 weltweiten Auftritte in dieser Rolle habe ich während der Vorbereitung viele hundert Male über den Antisemitismus bei Wagner lesen müssen, in den Programmheften und Rezensionen erneut …“ Und nicht nur dort. Immer häufiger kommen Wagner-Inszenierungen gar nicht mehr aus ohne auch den sichtbaren Bezug auf die Nazi-Zeit: Da werden Bunker auf die Bühne gebaut oder das Nürnberger Parteitagsgelände als Kulisse hingesetzt, da werden die Komparsen in Braunhemden gekleidet oder in SS- oder Wehrmachtsuniformen. Und wer sich auf deutschen Bühnen umschaut, sieht immer wieder, dass das nicht nur Wagner betrifft.Ab Seite 275 wird die Streitschrift wesentlich. Hier geht es jetzt wirklich um das, was den beiden Autoren auf der Seele brennt. Und das ist nicht nur das desaströse Erscheinungsbild der heutigen deutschen Regiekunst, die irgendwann in den 1968ern gelernt hat, dass man mit Provokation Theater machen kann. Und seitdem wird provoziert, wird Theater mit dem Holzhammer gemacht. Nicht nur bei Wagner-Inszenierungen. Aber da wohl am liebsten, weil sich diese gewaltige Blechmusik, diese großen Chöre und die scheinbar so rückwärtsgewandte Lohengrinerei irgendwie am besten dafür eignen. Man beschäftigt sich nicht mehr mit der Wirkung von Musik und Handlung, sondern behandelt auch das Publikum als träge, dumme Masse, der man die Botschaft (die oft gar nicht im Stück steckt) mit dem Holzhammer einprügeln will.

Auch in Leipzig gibt es ja Leute, die das toll finden. Aber das ist keine Kunst. Ehrlich ist es auch nicht. Und es behandelt den Theatergänger als Deppen. Es ist schön zu lesen, dass es auch der Bariton auf der Bühne so empfindet. Und womit kann man das deutsche Publikum am besten provozieren? – Mit Hitler und seiner uniformieren Prügelbande natürlich. Das „Tausendjährige Reich“ war zwar nur zwölf Jahre lang – aber in deutschen Debatten und Dokumentationen bekommt man oft genug den Eindruck: Es hat die restlichen 1.000 Jahre deutscher Geschichte völlig zugekleistert.

„Je länger das Dritte Reich zurückliegt, desto mehr Hakenkreuze prangen auf deutschen Bühnen“, zitiert Weikl den Kritiker Michael Klonovsky, der eine Dresdner Aufführung von Richard Strauss‘ Oper „Daphne“ besprach. Weikl plädiert wieder für ein kluges Theater und ein Ende dieser scheinheiligen Inszenierungen, die den heutigen Neonazis sogar noch eine Bühne geben. Und Wagner wird gern für diese Scheinheiligkeit missbraucht. Es ist der aufgeblasene Regisseur, der sich hier als edel inszeniert: Seht her, wie ich die Nazis anprangere!

Dass dabei auch der Sinn der Stücke völlig entstellt wird, ärgert Weikl besonders. Er fügt dem Band auch noch einen Regievorschlag bei, mit dem die „Meistersinger“ sogar mit Nazis – aber Wagner gerecht – inszeniert werden könnten. Da ist Hans Sachs nämlich derjenige, der mit seinem Versuch, den Meistergesang zu erneuern, an der penetranten Besserwisserei von Beckmesser und seinen linientreuen Kumpanen zu scheitern droht.

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Freispruch für Richard Wagner?
Bernd Weikl, Peter Bendixen, Leipziger Uni-Verlag 2012, 24,00 Euro

Der Volksmund weiß es eigentlich. Schon bald nach der Aufführung der „Meistersinger“ von 1867 schaffte es Beckmesser als kleinlicher Pedant zum geflügelten Begriff. Und wer die Traditionslinien der Beckmesserei in Deutschland untersucht, der kommt viel schneller zu den Nazis, als er es mit Wagner jemals käme.

Herauszufinden, warum Wagner mit dem „Judentum in der Musik“ selbst in den Jargon der deutschen Beckmesser verfiel, ist wieder ein eigenes Buch wert. Man muss ihn nicht freisprechen, denn das, wofür er heute auf deutschen Bühnen missbraucht wird, daran ist er nicht schuld – das hat auch mit seinen bombastischen Festspielen und ihren Geschichten nichts zu tun. Und das, was er selbst verzapft hat, das kann man im Nachhinein nur zu begreifen versuchen. Aber dafür muss man ihn natürlich in seiner Zeit lassen, die durchaus keine unkomplizierte war. Eine schöne „Gründerzeit“, wie in Leipzig so gern erinnert, auch nicht nur.


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