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Wie Frido lernt, sich einen Traum zu erfüllen

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    Solche Geschichten schreibt man, wenn man den Ozean vor Augen hat. Den Pazifischen Ozean zum Beispiel. Mit großen Wellen und einer faszinierenden Tier- und Pflanzenwelt. Genau da lebt Kirstin Ballhorn seit 2006 mit ihrer Familie und dem berühmten Buchdruckernamen. Eigentlich stammt sie aus Neubrandenburg in MeckPomm und ist Landschaftsarchitektin. Aber was tun, wenn einen doch was anderes umtreibt?

    Kindergeschichten zum Beispiel, verspielt, liebevoll, aufmunternd. Geschichten über „Ben, der kleine Retter“ oder über die Schildkröte Frido, die gern surfen möchte. Sowohl die Ben- als auch die Frido-Geschichte sind schon in Neuseeland erschienen. Und mit der E-Book-Veröffentlichung von „Frido’s Dream to surf“ hat „Wainui mum“, wie sie von der örtlichen Presse genannt wird, schon 2011 einen Erfolg gefeiert. Bei den Knirpsen natürlich, die solche Geschichten immer wieder herrlich finden. Wenn man klein ist, träumt man ja von hunderten Dingen, die man einmal tun möchte. Und die Eltern sagen immer: „Warte noch, dafür bist du noch zu klein.“

    Aber Surfen sieht doch immer so schön aus, so spannend, wenn winzige Menschen auf Surfbrettern auf gewaltigen Wellen reiten.

    Wainui, wo die Ballhorns heute leben, liegt nordöstlich von Auckland. Auf ihrem Blog kiwiland.info erzählt Kirstin Ballhorn vom Leben in dem Land, in das sie sich verliebt hat, von Landschaften, Flora, Fauna, und natürlich den zahlreichen Stränden praktisch direkt vor der Haustür. Sie gibt da auch Tipps zu Reisen nach Neuseeland und unterhält sich mit anderen Auswanderern. So heißt das nämlich, wenn Menschen einfach selbst entscheiden können, wo sie leben wollen. Mit einer Fotogalerie macht sie erst recht neugierig auf das Land der Kiwis.

    Und dann gibt es noch ihre eigene Seite ballhorn.com, wo sie über ihre Bücher und Bucherfolge erzählt. Na gut, zwei Bücher sind es jetzt. „Fridos Traum“ ist eins davon. Die Geschichte ist einfach, ohne Winkel und Knoten, flott drauflos. Denn manchmal sind auch die Träume der Kinder ganz einfach. Verzogene Kinder stellen sich dann gnatzig ins Wohnzimmer und brüllen „Ich WILL aber!!!“ und brechen irgendwann in ein großes Heulen aus, wenn Papa oder Mama nicht gleich Ja sagen und dem Kind den Wunsch erfüllen.

    Das ist natürlich kein Weg. So erzieht man nur unausstehliche Zeitgenossen, die auch später alle Mühe und Arbeit auf andere abladen und in Gezeter ausbrechen, wenn man ihnen etwas abschlägt.

    Der andere Weg fällt vielen Eltern schwer, weil sie irgendwie glauben, sie müssten dem kleinen Biest jeden Wunsch erfüllen und das Leben in ein Märchenland verwandeln. Der Weg heißt nicht einfach „Nein“, auch wenn Mama Schildkröte sich schon ein wenig hart anhört, wenn sie dem quengelnden Frido sagt: „Nimm deine Flosse von den Schokofischen! Du kannst nicht alles bekommen, was du gerne möchtest.“

    Das ist eine ganz schwere Lektion, die man irgendwann mal lernen muss. Dass das noch nicht das Ende eines Wunsches ist, müsste Fridos Mama eigentlich wissen. Aber der Bursche ist klug und hat Freunde. Und er macht das, was man als Kind auch irgendwann lernen muss: Dass man, wenn man etwas wirklich erreichen will, nicht immer nur die eigenen Eltern nervt, sondern sich Freunde sucht, die man fragen kann. Genau so macht es Frido (der dann doch einen Schokofisch gemopst hat). Seine Freunde kennen dann wieder Leute, die man fragen kann, einer weiß ein bisschen mehr als der andere. Robben, Tintenfische, Delfine – wenn das nicht lauter Kompetenz in Sachen schwimmender Fortbewegung ist, was dann? Die Delfine können zwar helfen und wollen das auch – aber das endet trotzdem an Fridos Problem: der Schildkrötenpanzer ist zu schwer, so schön wie die bunt gekleideten Menschen am Strand wird er niemals surfen können, nie, niemals …

    Aber in Märchen und anderen wundersamen Kindergeschichten kommt dann meist doch noch eine Lösung herbeigeschwommen. So auch in dieser Geschichte, eine, die den ganzen Frido fordert und am Ende glücklich macht.

    Und die Moral von der Geschicht: Ohne eigenes Bemühen geht es nicht. Nicht nur beim Surfen-Lernen, sondern im gesamten Leben.

    „Träume können wahr werden!“, schreibt die Autorin aus voller Überzeugung.

    Aber vorlesende Väter dürfen an dieser Stelle durchaus noch einen Satz einfügen: Aber nur, wenn du dich selber bemühst, kleiner Freund.

    Kirstin Ballhorn „Fridos Traum vom Surfen, Lychatz Verlag, Leipzig 2015, 9,95 Euro.

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