Interzeitenzüge: Das Reichsbahn-Zeitalter mit westlicher Neugier betrachtet

Für alle LeserEs ist ein dickes, schweres und schönes Geschenk, das sich Andreas Knipping und Burkhard Wollny mit diesem Buch gemacht haben. Und nicht nur sich. Denn dieses Buch ist eine Zeitkapsel, eine Bilderreise zurück in ein Land, das es nicht mehr gibt, das aber die beiden Eisenbahnfreunde auch schon fleißig bereisten, als es noch mit Mauer und Minenfeldern abgesperrt war. Es ist keine Hommage an die DDR, aber es zeigt auch den Bewohnern der östlichen Landstriche, dass ihre Technikgeschichte eine beeindruckende war.

Nicht unbedingt wegen der Modernität und Pünktlichkeit des alten Riesen „Deutsche Reichsbahn“, der das Streckennetz der DDR bewirtschaftete. Auch die Eisenbahnfreunde aus der alten BRD kamen ja nicht wegen der tollen Superzüge in die DDR, sondern vor allem deshalb, weil hier noch bis in die 1970er Jahre Dampfloks unterwegs waren – und zwar nicht nur auf idyllischen Schmalspurstrecken, sondern im Regelbetrieb.

Und da das die Staatsmacht erlaubte, reisten die Eisenbahnfotografen aus dem Westen begeistert ein und hielten die Ungetüme mit ihren qualmenden Schloten im Bild fest. Ergebnis sind natürlich riesige Fotosammlungen, die eben nicht nur den fast urzeitlichen Zustand des DDR-Eisenbahnwesens zeigen, der nicht nur für Technikfreunde eindrucksvolle Bilder ergibt. Sie zeigen auch einen Einblick in den DDR-Alltag, den man so gar nicht erwartet hätte.

Denn Knipping, Wollny und all ihre gleichgesinnten Mitreisenden fanden ja ein ganzes Land vor, das wie ausgebremst wirkte, feststeckend im Standard der 1930er Jahre, den zu überwinden größtenteils das Geld fehlte. Weshalb natürlich auch Bahnhöfe, Betriebswerke, Wassertürme, Schrankenwärter und Stellwerke zu sehen waren, die es so im Westen schon lange nicht mehr zu sehen gab.

Natürlich waren es diese Eisenbahnfotografen, die als erste merkten, welche Verluste eine rücksichtslose Modernisierung anrichten konnte. In den Städten des Westens waren die Relikte aus der Frühzeit der Eisenbahn schon fast flächendeckend beseitigt worden. Man hatte nicht wirklich Sinn für die architektonische Schönheit all dieser Bauwerke, die im Osten noch zu sehen waren. Meist von der Zeit geschunden, etwas ramponiert, aber großenteils noch funktionsfähig.

In den lebendigen Texten, mit denen die beiden Autoren ihre Bildauswahl begleiten, wird deutlich, wie fasziniert sie waren von diesem Stück erstarrter Zeit, wie sie aber auch die Bewohner dieses zum Stillstand gekommenen Landstrichs bewunderten für ihre Geduld, ihre Aufmerksamkeit, all diese Strukturen am Laufen zu halten. Deshalb sind diese Fotos auch nicht nostalgisch geraten.

Eher liebevoll, weil die Fotografen durch ihre vielen Reisen (und auch die erlebten Schikanen an der Grenze) wussten, wie mühsam dieses Leben im Osten eigentlich war, wie viel Kraft es brauchte und wie viel Geduld, das alles auszuhalten und mit teilweise jahrzehntealten Provisorien irgendwie weiterzuwirtschaften, teils aber auch unter eigentlich unzumutbaren Zuständen – etwa zu besichtigen an den vielen Bildern aus dem Leipziger Südraum, in dem die Kohlebagger lärmten und die Brikettfabriken den Himmel schwärzten.

Deswegen tauchen auch nicht nur die berühmten Dampfloks auf, von denen einige dann auch noch glücklich den Umbruch von 1989/1990 überlebten. Ein Umbruch, der die Autoren erst recht auf die Beine brachte, denn jetzt konnten sie die ganze Eisenbahnlandschaft des Ostens ohne nervige Grenzer und Bahnpolizisten bereisen. Und es war nötig, denn viele Strecken, die die Reichsbahn die ganze Zeit noch bis in den letzten Winkel der DDR befahren hatte, würden in den nächsten Jahren stillgelegt werden.

Viele Dörfer mit poetischen Namen würden aus den Fahrplänen verschwinden und die lange Zeit irgendwie in Schuss gehaltenen Empfangsgebäude, die sich noch in ihrer alten preußischen Klinkerschönheit präsentierten, würden geschlossen und oft genug dem Verfall preisgegeben.

Deswegen entführt das Buch auch auf teils uralte Strecken, für die die Deutsche Einheit das Aus bedeutete. Die jahrzehntelang prägenden Telegrafenmasten verschwanden von den Gleistrassen, die Bahnwärterhäuschen verloren ihre Funktion und auch die schweren Dieselloks des Ostens wurden bald außer Betrieb gestellt. Auch sie sind auf vielen Fotos zu sehen samt markanten Bahnübergängen, wartenden Trabbis, eindrucksvollen Bahnsteigüberdachungen.

Auch das jedes Mal ein Faszinosum für die Fotografen, denn die Prachtstücke echter Handwerkskunst, die noch an die hohen Ansprüche aus den Frühzeiten der Bahn erinnerten, standen im ganzen Land noch fast unversehrt, museale Schönheiten, wie sie die Normbauweise der Bundesbahn damals schon nicht mehr kannte.

Und nicht nur auf abgelegenen Provinzstrecken sahen die Fotografen diese Zeugen einer eigentlich verschwundenen Zeit. Auch in der geteilten Stadt Berlin begegneten sie ihnen, hielten die eindrucksvollen U- und S-Bahnen aus Kaisers Zeiten fest, waren aber auch hellauf begeistert, wenn sie die Uralt-Straßenbahnen aus den 1920er und 1930er Jahren noch in ostdeutschen Kleinstädten fahren sahen. Der Osten war ganz unübersehbar ein voll funktionsfähiges Technikmuseum, in dem das alles eben nicht zur Belustigung rollte, klapperte und qualmte, sondern weil die kleine Diktatur nicht die Kraft hatte, sich zu erneuern. Nicht seelisch und auch nicht technisch.

Und während die Parteitagslosungen überall im Land und natürlich auch an den Bahnhöfen Jahrzehnt um Jahrzehnt den Aufbruch in die Zukunft verkündeten, der einfach nicht stattfand, spürten die fotografierenden Gäste aus dem Westen augenscheinlich schon früh, wie dieses Land eigentlich nur noch auf eine große Erlösung wartete. Jedenfalls lesen sich die oft genug humorvollen Begleittexte so. Und man glaubt es den beiden Autoren auch, denn die von ihnen ausgewählten Bilder erzählen genau von diesem Widerspruch eines Landes, das sich auf Plakaten und Transparenten kühn zu neuen Ufern aufmachte, im Alltag aber irgendwie ein paar Jahrzehnte hinter der Zeit zurückgeblieben war.

Die Häuser verloren ihren Putz, Läden und Gaststätten waren seit Jahren verrammelt, Bahnhofstoiletten und -wirtschaften boten ein trostloses Bild. Es fehlte die Farbe, es fehlte das Material zum Reparieren. Es fehlte sogar die Kraft, das nicht mehr Gebrauchte zu demontieren, weshalb auch nach dem Ende des Dampfzeitalters im Osten, das irgendwie auf das Jahr 1979 datiert werden kann, die alten Wassertürme und Wasserkräne weiter zu besichtigen waren.

Und da die Fotografen fachkundig waren, können sie auch die zugehörige Technikgeschichte erzählen und damit auch den ostdeutschen Eisenbahnfreunden rückspiegeln, was für einen Schatz sie da noch hatten – so rein aus Eisenbahnersicht. Auch wenn sie durchaus würdigen können, wie mühsam der Umgang mit dieser veralteten Technik war und wie nervig auch das Leben als Reisender in diesem System der halb demontierten Gleise, Langsamfahrstrecken und ewigen Wartezeiten.

Das Buch überrascht mit vielen aufmerksam festgehaltenen Details, die man damals, als man als Kind durch diese altertümliche Techniklandschaft reiste, zwar wahrnahm, aber nicht wirklich als aufhebenswert registrierte. Auch wenn es damals schon skurril wirkte – die Wasserkräne genauso wie die blechernen Zugzielanzeiger, die auf vielen Bahnhöfen sogar noch von Reisezielen kündeten, die die Züge seit der deutschen Teilung gar nicht mehr ansteuerten. Ebenso faszinierend die kunstvoll gestalteten Bahnhofsuhren aus Kaisers Zeiten, die Bahnhofsschilder mit zum Teil uralten Schrifttypen. Selbst den herrlichen Punkt hinter dem preußischen Haltepunkt Buschow haben die Fotografen staunend bewundert.

Fast wünscht man sich, sie wären noch häufiger im Raum Halle und Leipzig unterwegs gewesen. Immerhin hat der längst verschwundene LVB-Straßenbahnhof Gohlis ins Buch gefunden. Nebst vielen anderen Orten, die noch bis 1990/1994 das Wanderziel begeisterter Technikfotografen waren – heute aber restlos von der Erdoberfläche getilgt sind. Man reist also auch ein Stück weit durch ein verschwundenes Land.

Und der Blick der Fotografen sympathisiert eindeutig mit den Menschen, die da ihre Wäsche am Bahndamm aufhängen, die Treppen der Unterführung hochflitzen oder mit Kopftuch auf einen Zug warten, der noch viel älter ist als sie selbst. Die großen Regierer tauchen nur als die üblichen Konterfeis auf, wie sie damals auch an Bahnhöfe gehängt wurden. Im Text bekommen sie lauter spitze Bemerkungen ab. Auch dafür, dass sie versuchten einen Zustand zu bewahren, der so sichtlich überaltert und zunehmend marode war, dass allüberall das Warten spürbar war auf das große Ende.

Selbst die Reichsbahn wartete ja im Grunde nur darauf, dass irgendetwas passierte und den unaushaltbaren Zustand (etwa die verzwickten Betriebsstrukturen der S-Bahn in Berlin) beendete. Der Bildband bringt dann auch noch eindrucksvolle fotografische Miniaturen vom Mauerfall und der durchwachsenen Zeit gleich danach, als sich die Menschen des Ostens in einen regelrechten Einheitsrausch hineinsteigerten, während die großen Konzerne schon an den neuen Machtstrukturen arbeiteten.

So betrachtet ist das Buch auch eine große Ermunterung für die Ostdeutschen, ihre Geschichte nicht einfach zu vergessen. Die Bilder zeigen, was für ein durchaus spannendes Land sie hatten, unter welchen Bedingungen sie lebten, reisten und arbeiteten. Aber auch das war ein ganzes Leben. Auch wenn die Sehnsucht gen Westen ging. Woran ja der Titel erinnert – und da und dort kommen auch die berühmten Interzonenzüge ins Bild, mit denen ja nicht nur die beiden Autoren reisten, die durchaus anschaulich erzählen, wie die beiden Teile Deutschlands auch in der Zeit der Teilung immer miteinander verbunden waren – es rollten Personen- und Güterzüge in beiden Richtungen über die Grenzen. Und die martialischen Grenzanlagen waren aus den Zugfenstern stets gut zu sehen – auch als Wunde in der Landschaft oder (wie in Berlin) im zerschnittenen Stadtbild.

Und auch diese Spuren sind fast alle verschwunden. Schon heutige jüngere Generationen dürften so ein Buch mit großem Erstaunen anschauen, weil es etwas zeigt, was in der Realität nicht mehr zu sehen ist: Wie dieser Osten eigentlich aussah bis zur Friedlichen Revolution. Und wie schnell so vieles von dem verschwunden ist, was selbst noch in den drei, vier Jahren nach der Einheit zu erleben und zu fotografieren war. In jenen Jahren, in denen auch Knipping und Wollny noch einmal jede Gelegenheit nutzten, das Verschwindende in klug arrangierten Fotos festzuhalten.

Andreas Knipping, Burkhard Wollny Interzeitenzüge, VGB Verlagsgruppe Bahn, Fürstenfeldbruck 2018, 39,95 Euro.

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