Atheismus für Anfänger: Richard Dawkins‘ Einführung in die Welt des evolutionären Denkens

Für alle LeserWahrscheinlich hätte Richard Dawkins, der bekannteste Evolutionsbiologe unserer Zeit, nie und nimmer ein Buch mit dem Titel „Atheismus für Anfänger“ geschrieben. Der englische Originaltitel lautet: „Outgrowing God“, also „Aus Gott herauswachsen“. Denn Dawkins hat zwar schon einige Schlachten für den Atheismus geschlagen, aber an den Gottglauben in unseren Köpfen geht er nun einmal als Evolutionsbiologe heran. Irgendeinen Sinn muss der ja mal gehabt haben.
Anzeige

Aber „Atheismus für Anfänger“ ist natürlich ein sichtbares Kontra zu Buchtiteln wie „Bibel für Anfänger“ oder „Glauben für Anfänger“. Es gibt tatsächlich viele Theologen, die fest davon überzeugt sind, dass Menschen sich Glauben im höheren Alter aneignen können, also quasi vom Unglauben erlöst werden können.

Ganz zu schweigen von vielen anderen steilen Thesen, mit denen Theologen aller Art versuchen, ihre jeweilige Kirche für unersetzlich zu erklären, angefangen von der Behauptung, ohne Religion hätte die Moral in einer Gesellschaft keine Grundlage, bis zur Behauptung, Atheisten würden eher zum Bösen neigen, weil ihnen ja die Vorstellung eines allsehenden Gottes fehlt, der auch ihre finsteren Gedanken lesen kann.

Auch Dawkins begegnete in seiner Kindheit solchen seltsamen Vorstellungen. Und bis zu seinem 15. Lebensjahr hätte die Vorstellung von Gott tatsächlich sein Denken bestimmt, schreibt er. Aber dann fing er an, an den religiösen Erklärungen für die Existenz der Welt zu zweifeln, begann naturwissenschaftliche Literatur zu verschlingen und merkte ziemlich bald, dass seine kindliche Faszination von der Schönheit und Funktionalität alles Lebendigen so gar keinen Gott brauchte, jenen großen Schöpfer, von dem christliche Fundamentalisten immer noch glauben, er hätte alles entworfen und gemacht.

Aber zu dem Punkt kommt er erst später. Denn im ersten Teil seines Buches beschäftigt er sich mit der grundlegenden Frage, ob religiöse Geschichten im Allgemeinen und die Bibel im Besonderen tatsächlich so grundlegende Regelwerke sind, dass wir daraus eine Vorstellung vom Guten gewinnen können. Die Analyse der Bibel kommt da zu einem deutlichen Fazit: Das ist nicht der Fall.

Der Gott der Bibel ist kein friedlicher und schon gar kein mitfühlender Gott, Rache und Eifersucht sind seine hervorstechendsten Eigenschaften. Was Gründe hat. Und die kennen selbst Bibelforscher nur zu gut, denn die Bibel ist von Menschen geschrieben. Und sie wurde auch geschrieben, um den einstigen Götterkanon im Lande Kanaan irgendwie in den Griff zu bekommen und die Entstehung eines einzigen, all-mächtigen Gottes mit Geschichten, Psalmen und einem Gesetzes-Kodex zu untermauern.

Nur bei genauerem Hinschauen erweisen sich auch die Zehn Gebote als völlig untauglich, um heute in irgendeinem Gerichtsgebäude an die Wand gehängt zu werden. Sie sind nun einmal nur der Rechtsstandard der Zeit vor 2.500 Jahren. Nicht mehr, nicht weniger. Wer sie heute als moralische Grundlage der Gegenwart feilbietet, der verbreitet Fakenews. Und gleichzeitig ein statisches Weltbild, das so überhaupt nichts mit all dem zu tun hat, was seit der Niederschrift des Alten Testaments alles passiert ist. Der negiert schlicht allen gesellschaftlichen, sozialen und geistigen Fortschritt.

Den wissenschaftlichen sowieso, den Dawkins natürlich auch kurz skizziert. Er kann nicht anders. Wer einmal von der wissenschaftlichen Neugier angefixt ist, der will wirklich wissen, „was die Welt im Innersten zusammenhält“. Und Forscher haben dazu schon sehr viel herausgefunden. Darwin natürlich ganz zentral, dessen Evolutionstheorie sehr eindrücklich erzählt, wie all das Leben auf der Erde entstanden ist über Milliarden von Jahren und die kaum wahrnehmbare, aber höchst wirkungsvolle Arbeit der Selektion, die dafür sorgt, dass vor allem jene Gene in die nächsten Generationen weitergegeben werden, die das Individuum besonders überlebensfähig machen.

Wir leben in einem Kosmos, dessen physikalische Konstanten Leben möglich macht. Und wenn es Raum gibt, in dem Leben möglich ist, und die nötige Zeit dazukommt, dass komplexe biologische Strukturen auch entstehen können, dann gibt es eigentlich keinen Grund, dass nicht auch höherentwickeltes Leben entstehen sollte. Wie der Mensch mit seinem sonderbar leistungsfähigen Gehirn, das unter Garantie irgendwann in historischer Zeit begann, mit den Erfahrungen aus der Wildnis der afrikanischen Savanne verstehen zu wollen, wie die Welt tatsächlich funktioniert.

Dawkins erzählt dem – dem von ihm wohl gewünschten – jüngeren Leser so nebenbei also auch von der Evolution des menschlichen Welterkennens. Und davon, dass eine Vorstellung von Göttern wahrscheinlich sogar folgerichtig war für ein Wesen, das auch darum die harte Zeit in Afrika überlebte, weil es mit seinem großen Gehirn in der Lage war, sich Dinge vorzustellen, die gar nicht zu sehen waren. Also auch rein hypothetische Gefahren – wie lauernde Löwen und Tiger. Und wo ein Raubtier vorstellbar ist, ist auch eine personifizierte Ursache für Donner, Regen, Feuer und Sturm vorstellbar.

Man kann Religion auch so interpretieren: Als eine sehr lebendige und eindrucksvolle Theorie, die erklären sollte, was die Ursache für all das Unbegreifbare in der Welt war. Eine Theorie, die eine Zeit lang auch ganz gut funktionierte, weil sie den Menschen auch gleich noch eine Vorstellung von ihrem eigenen Gewordensein mitgab. Die ganzen Schöpfungslegenden waren bestens geeignet, den Menschenstämmen eine Art eigener Geschichte zu geben und auch Vorstellungen von Wir und Die zu entwickeln.

Die ihrerseits wieder auf biologischen Grundlagen beruhen, wie Dawkins als Evolutionsbiologe nur zu gut weiß. In der Natur vererben sich durch natürliche Auslese auch genetisch bedingte Verhaltensweisen, die auch Tiere dazu bringt, sich um ihre Nächsten zu kümmern. Das sieht wie Altruismus auf, ist aber vor allem ein Überlebensmechanismus: Tiere, die so dafür sorgen, das der Nachwuchs alt genug wird, um seine Gene weiterzugeben, sorgen dafür, dass ihre Gene zu „Siegern der Geschichte“ werden.

In einem Kapitel versucht Dawkins die ganze genetische Reproduktion anhand von bildhaften Vergleichen zu schildern. Aber das ist dann wohl der Nachteil des Professors: Ausgerechnet das wird sehr dröge, weil er versucht, kindgerecht zu erzählen, was da passiert. Kindgerecht geht immer schief. Wer sein altes Biologieschulbuch herausholt, sieht es bestätigt. Dabei kennt Dawkins genug lebendige Exempel aus der Forschung, die das Wirken von Evolution für jeden Menschen anschaulich machen.

Einige sind auch im Buch zu sehen, etwa wenn er mit einem Videoclip von Roger Hanlon die Funktionsweise der Farbänderung bei einem Octopus erklärt.

Octopus vulgaris Camouflage Change

Oder wenn er verhaltensbiologisch erklärt, wie ein Schwarm aus Millionen Staren funktioniert, in dem es überhaupt keinen Dirigenten oder Ober-Star gibt. Und trotzdem zeigen diese Starenschwärme am Himmel faszinierende geometrische Muster und die Vögel stoßen auch nicht aneinander. Das richtige Verhalten im Schwarm ist in jedem einzelnen Vogel schon angelegt. Womit auch das eins der eindrucksvollen Beispiele wird, die zeigen, dass in der Natur erstaunlich komplexe Dinge passieren, ohne dass es dafür eine übergeordnete Person braucht, die das alles steuert.

Die Faszination hört ja nicht auf, wenn man merkt, das all das so völlig ohne einen großen Schöpfer funktioniert. Im Gegenteil: So öffnet sich für den Forscher überhaupt erst ein Weg, eine bessere Erklärung für das Funktionieren der Welt zu finden, eine Erklärung, die auch mit Experimenten zu bestätigen ist. Die aber auch ermöglicht, in den erstaunlichen Entwicklungen der Tier- und Pflanzenwelt eben keine äußere Erklärung suchen zu müssen (also den großen Schöpfer), sondern zu entdecken, wie die bessere Chance auf ein Überleben einige sehr seltsame Eigenschaften und Verhaltensweisen bei Tieren, Insekten und Pflanzen begünstigt hat. Eigenschaften, die anfangs durch eine simple genetische Mutation entstanden, die aber groß genug war, um den Trägern dieser Erbinformation eine klein wenig bessere Überlebenschance einzuräumen.

Murmuration: Flug in atemberaubenden Formationen

Aber wie ist das nun mit Gott? Wären wir denn ohne Religion immer noch wilde Bestien, die blutrünstig übereinander herfallen würden? Das taucht nicht einmal als Gedanke bei Dawkins auf, denn (siehe oben) das altruistische Verhalten zu Mitgliedern der eigenen Familie und des eigenen Nestes ist auch schon in der Tierwelt angelegt. Das gehört zu unserem genetischen Erbe. Dazu braucht es nicht die Autorität eines großen Richters, der hinter allem stecken soll.

Und am Beispiel der Moseschen Steintafeln macht Dawkins dann ja auch noch sehr anschaulich, dass auch die Moral der menschlichen Gesellschaften in den vergangenen 2.500 Jahren eine Evolution durchgemacht hat. Aber nicht, weil die Kirchen irgendwie die großen Lehrmeister der Moral gewesen wären, sondern weil sich die Grenze dessen, was wir als gut und richtig empfinden, mitten in unserer Gesellschaft verschoben hat. Im Grunde steht ja selbst das Neue Testament mit der Bergpredigt für so eine Verschiebung (auch wenn Jesus mehrmals behauptet, er berufe sich auf die Moral des Alten Testaments).

Und das ging über die folgenden Jahrhunderte immer weiter. Je komplexer menschliche Zivilisationen wurden, umso mehr verzichteten sie auf grausame Gesetze (Menschenopfer, Steinigungen, Auge um Auge …), aber auch auf die Unterdrückung von Sklaven und Frauen oder die Ausgrenzung und Vertreibung von Fremden. Die Vorstellungen von dem, was eine gute menschliche Gesellschaft ist, änderten sich. Und diese Änderungen kamen nicht aus der Bibel, sondern aus der Mitte der Gesellschaft, aus Gruppen von Menschen, die immer mehr der Überzeugung waren, dass einige alte Vorstellungen eigentlich nur noch barbarisch waren und abgeschafft gehörten.

Was einen daran erinnert, dass sich Historiker bis heute schwertun, auch die menschliche Geschichte als eine Evolution zu betrachten. Eine vielschichtige Evolution auf sozialem, wissenschaftlichem, ökonomischem Gebiet. Und auf den Gebieten von Moral und Wissenschaft. Wenn eine neue Erkenntnis erst einmal den Durchbruch geschafft hat (das Kopernikanische Weltbild, die Newtonsche Gravitationslehre, die Evolutionstheorie …), die das Funktionieren der Welt einleuchtend und logisch erklärt und dabei auf jede mythische äußere Kraft verzichten kann, dann kommt die menschliche Gesellschaft nicht mehr dahinter zurück. Sie kann das Erkennen der Welt nicht rückgängig machen.

Eigentlich die ganze Adam-Eva-Apfel-Problematik in immer neuer Variante. Wir können nicht mehr in den Zustand der paradiesischen Unschuld zurück (die ja nur eine Fiktion aus der Bibel ist und mit der harten Realität in der Savanne Afrikas nichts zu tun hat), auch wenn es Fundamentalisten aller Farben mit aller Macht immerzu versuchen. Denn wer Menschen wieder einreden kann, eine mysteriöse äußere Macht bestimme über ihr Geschick, der kann sie manipulieren, der führt sie am Nasenring durch die Manege und füttert sie mit dem lähmenden Gefühl, an den kommenden Katastrophen so gar nichts ändern zu können.

Auch die deutschen „Populisten“ gehören dazu: Sie gewinnen ihre Macht dadurch, dass sie ihren Wählern einreden, sie würden von dunklen Mächten beherrscht und seien so gar nicht in der Lage, ihr Leben und ihre Gesellschaft aus eigener Kraft rational zu gestalten.

Denn darum geht es ja am Ende, wenn Richard Dawkins seine jungen Leser dazu ermuntert, sich ihres Verstandes zu bedienen und die Welt mit wissenschaftlichen Methoden zu erkennen, zu begreifen und zu gestalten. Und sich von großen, unbegreifbaren „Wundern“ gar nicht erst einschüchtern zu lassen, sondern genau das Rätselhafte als Aufforderung zu betrachten, eine Lösung und eine logische Erklärung dafür zu suchen, vielleicht gar selbst zum Forscher zu werden. Auch wenn die Resultate oft einfach nur verblüffend sind, so mächtig gewaltig, dass man aus dem Staunen nicht herauskommt.

Das Staunen mag sogar genau dasselbe sein, das unsere Vorfahren in der afrikanischen Savanne hatten, wenn sie in den sternenfunkelnden Himmel schauten. Und wahrscheinlich sogar zum ersten Mal so schauten, mit diesem verblüffenden Gehirn, das so leistungsfähig geworden war, dass es die Welt einfach nicht mehr ohne Hinter-Gedanken betrachten konnte, sondern unbedingt wissen wollte: Was ist das? Und warum?

Die Fragen, die uns bis heute antreiben. Nur dass wir über die Notlösung, für dieses Warum immer eine göttliche Macht als immer passende Erklärung einzusetzen, hinaus sind. Mittlerweile sind wir so weit, dass wir Theorien, die ohne eine unerklärliche äußere Macht nicht auskommen, nicht mehr ernst nehmen können. Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass sich bis heute nicht ein Fitzelchen eines Beleges gefunden hat, es könnte so eine höhere Macht geben.

Im Gegenteil. Forscher wie Dawkins staunen erst richtig, wenn sie herauskriegen, warum einige seltsame Dinge in der Natur so sind, wie sie sind und welcher evolutionäre Weg nun ausgerechnet dahin geführt hat.

So ordnen sich Religion und Göttervorstellungen auf einmal recht logisch ein in die Bewusstwerdungs-Evolution des Menschen. Sie waren eine schöne märchenhafte Erklärung für lauter Dinge, die wir noch nicht begreifen konnten und für deren Verständnis uns der Schlüssel fehlte. Mittlerweile wissen wir, dass wir ganz und gar nicht zufällig auf einem Planeten entstanden sind, der zufällig in einem „habitablen“ Universum um eine Sonne mit der richtigen Größe kreist. Hier hat uns keiner hingesetzt, sondern hier musste zwangsläufig hochkomplexes Leben entstehen, weil alle Zutaten für Leben da waren. Dann kommen ganz gesetzmäßige Prozesse in Gang.

Und auch deshalb ist wohl der Verzicht auf Götter jetzt zwingend dran. Denn wenn man das zu Ende denkt, dann sind wir für uns selbst ganz allein verantwortlich. Niemand sonst. Und niemand sonst hat es in der Hand, die Erde in einem für uns Menschen bewohnbaren Zustand zu erhalten. Das ist eine verdammt große Aufgabe, die aber mit Fundamentalisten und den Moralvorstellungen eines neidischen Berggottes einfach nicht zu bewältigen ist.

Und wer nach Lesen des Buches noch immer den Verdacht hat, man könne als Mensch ohne Gott kein guter Mensch sein, der sollte das Buch noch einmal von vorn lesen. Bis der Groschen fällt. Dann merkt man nämlich, dass Gott meist nur eine ziemlich faule Ausrede ist für Nicht-selber-Denken und Keine-Verantwortung-übernehmen-Wollen.

Richard Dawkins Atheismus für Anfänger, Ullstein, Berlin 2019, 18 Euro.

Hinweis der Redaktion in eigener Sache (Stand 1. Oktober 2019): Eine steigende Zahl von Artikeln auf unserer L-IZ.de ist leider nicht mehr für alle Leser frei verfügbar. Trotz der hohen Relevanz vieler unter dem Label „Freikäufer“ erscheinender Artikel, Interviews und Betrachtungen in unserem „Leserclub“ (also durch eine Paywall geschützt) können wir diese leider nicht allen online zugänglich machen.

Trotz aller Bemühungen seit nun 15 Jahren und seit 2015 verstärkt haben sich im Rahmen der „Freikäufer“-Kampagne der L-IZ.de nicht genügend Abonnenten gefunden, welche lokalen/regionalen Journalismus und somit auch diese aufwendig vor Ort und meist bei Privatpersonen, Angehörigen, Vereinen, Behörden und in Rechtstexten sowie Statistiken recherchierten Geschichten finanziell unterstützen und ein Freikäufer-Abonnement abschließen.

Wir bitten demnach darum, uns weiterhin bei der Erreichung einer nicht-prekären Situation unserer Arbeit zu unterstützen. Und weitere Bekannte und Freunde anzusprechen, es ebenfalls zu tun. Denn eigentlich wollen wir keine „Paywall“, bemühen uns also im Interesse aller, diese zu vermeiden (wieder abzustellen). Auch für diejenigen, die sich einen Beitrag zu unserer Arbeit nicht leisten können und dennoch mehr als Fakenews und Nachrichten-Fastfood über Leipzig und Sachsen im Netz erhalten sollten.

Vielen Dank dafür und in der Hoffnung, dass unser Modell, bei Erreichen von 1.500 Abonnenten oder Abonnentenvereinigungen (ein Zugang/Login ist von mehreren Menschen nutzbar) zu 99 Euro jährlich (8,25 Euro im Monat) allen Lesern frei verfügbare Texte zu präsentieren, aufgehen wird. Von diesem Ziel trennen uns aktuell 450 Abonnenten.

Alle Artikel & Erklärungen zur Aktion Freikäufer“

EvolutionAtheismus
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Gastkommentar von Christian Wolff: Vom Elend des Fundamentalismus
Christian Wolff (beim Brückenfest 2018). Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserDie grausame Enthauptung des französischen Geschichtslehrers Samuel Paty auf offener Straße im Pariser Vorort Conflans-Saint-Honorine durch einen Islamisten und der tödliche Messerangriff eines syrischen Islamisten auf zwei Touristen in Dresden am 4. Oktober 2020 legt schonungslos offen: Jede Form von Fundamentalismus ist nicht nur menschenfeindlich, Fundamentalismus ist der Vorhof des Terrorismus.
Alle Jahre wieder: Leipzig ringt um seine Erinnerungskultur für Todesopfer rechter Gewalt
Gedenkstein für Kamal Kilade, der am 24. Oktober 2010 im Park gegenüber vom Hauptbahnhof von zwei Neonazis ermordet wurde. © Michael Freitag

© Michael Freitag

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 84, ab 23. Oktober im HandelIn diesen Tagen jährt sich der Mord an Kamal Kilade zum zehnten Mal. Neonazis erstachen den 19-jährigen Iraker in der Nacht zum 24. Oktober 2010 im Park vor dem Leipziger Hauptbahnhof. Polizei und Staatsanwaltschaft erkannten damals kein rassistisches Tatmotiv; erst das Gericht sprach von einem „Mord aus niederen Beweggründen“. Im Urteil steht: „Wir sehen als einzigen Grund für den tödlichen Messerstich, dass Marcus E. das Opfer nicht als Menschen gesehen hat, sondern als Ausländer, dessen Leben nichts wert war.“
Umweltminister Wolfram Günther zum Start der Deichöffnung am Leipziger Ratsholz
Umweltminister Wolfram Günther im Gespräch mit Axel Bobbe von der Landestalsperrenverwaltung Sachsen. Foto: SMEKUL – Tom Schulze

Foto: SMEKUL – Tom Schulze

Für alle LeserEs schien sogar die Sonne, als Sachsens Umweltminister Wolfram Günther am Donnerstag, 22. Oktober, im Leipziger Ratsholz zusammen mit Axel Bobbe von der Landestalsperrenverwaltung Sachsen den Bau eines Durchlasses im Hochwasserschutzdeich startete. Über diesen soll der ökologisch enorm bedeutsame Leipziger Auwald künftig bei Hochwassern geflutet werden, die statistisch gesehen einmal in 25 Jahren vorkommen.
30 Jahre deutsch-deutsche Parallelwelt: Höchste Zeit, die betonierten Vorurteile zu demontieren
Die neue Leipiger Zeitung Nr. 84: 30 Jahre ... Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle Leser„30 Jahre ...“ steht einfach auf der Titelseite. Und natürlich geht es um 30 Jahre deutsche Unzufriedenheit. Auch vor unsanierten Häusern. Denn mittlerweile wirkt es einfach nur noch seltsam, wenn 30 Jahre nach der Deutschen Einheit hunderte Häuser in Leipzig unsaniert sind und leerstehen. Kann es sein, dass die schöne neue Dingwelt, über die einige unserer Autor/-innen in der neuen „Leipziger Zeitung“ Nr. 84 schreiben, einige ganz erhebliche Baufehler hat?
Jetzt kann eine Petition für ein Rauchverbot an LVB-Haltestellen und S-Bahn-Stationen mitgezeichnet werden
LVB-Haltestelle Hauptbahnhof. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserIm September gab es ja im Stadtrat eine klare Unterstützung für den Antrag des Jugendparlaments, mehr Rauchverbote an sensiblen Orten in der Stadt anzuordnen. „Die gesundheitlichen Schäden des Rauchens sollten allgemein bekannt und verständlich sein“, hatte das Jugendparlament argumentiert. Aber es ist mit den Raucher/-innen genauso wie mit anderen seltsamen Erwachsenen: Sie verhalten sich systematisch unvernünftig. Auch an Haltestellen zwischen lauter Nichtraucher/-innen. Dagegen hat Torsten Saro eine Petition eingereicht, die jetzt mitgezeichnet werden kann.
Ein Richtungswechsel beim Pestizideinsatz in der deutschen Landwirtschaft ist noch nicht zu sehen
Bericht „Absatz an Pflanzenschutzmitteln in der Bundesrepublik Deutschland“. Cover: Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)

Cover: Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)

Für alle LeserEs ist ja nicht nur Südtirol, wo über den massenhaften Einsatz von Pflanzenschutzmitteln diskutiert wird und wo jetzt die Agrarlobby versucht, den Autor des Buches „Das Wunder von Mals“ wegen Rufmord ins Gefängnis zu bringen. Das Thema betrifft die komplette europäische Landwirtschaft, die von riesigen Monokulturen dominiert wird, die ohne den Einsatz von Pestiziden gar nicht mehr funktionieren würden. Da hätten wir schon gern erfahren, wie viele Tonnen Pflanzenschutzmittel zum Beispiel auch in Sachsen jedes Jahr ausgebracht werden.
Grüne kritisieren: Stadtverwaltung hängt bei Maßnahmen zur Klimaanpassung schon wieder hinterher
Aktuell erfreuen sich die Marienkäfer am warmen Oktober in Leipzig. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserLeipzig muss sich ändern. Dass war zwar schon vor 2018 klar, als der erste von drei aufeinanderfolgenden Hitze- und Dürresommern die Stadt heimsuchte. Aber die drei Sommer, in denen Wiesen und Bäume vertrockneten und auch die Schäden im Auwald nicht mehr zu übersehen waren, haben richtig Druck auf die Kombüse gebracht. 2019 beschloss der Stadtrat zwar nicht das 10-Punkte-Programm der Grünen gegen Hitze im Stadtgebiet. Aber die Verwaltung bot an, einen Maßnahmeplan vorzulegen. Im Sommer 2020 sollte die Bestandsaufnahme fertig sein.
Corona zwingt zur Online-Variante: DreamHack Leipzig kehrt 2021 zu ihren Ursprüngen zurück
Dreamhack Leipzig 2020. Foto: Leipziger Messe GmbH / Tom Schulze

Foto: Leipziger Messe GmbH / Tom Schulze

Für alle LeserVor über 25 Jahren beschloss eine Gruppe von Freunden, in einer Grundschule im schwedischen Malung eine LAN-Party zu feiern. Was sie damals nicht wussten: Mit dem Namen DreamHack, den sie dieser Zusammenkunft aus Gaming-Enthusiasten ein paar Jahre später gaben, legten sie den Grundstein für das weltweit führende Gaming-Festival. Inzwischen finden Events in verschiedenen Kontinenten statt.
Wenn Freiheit Wüsten baut: Was Leipziger Schottergärten mit den Fehlern der menschlichen Vernunft zu tun haben
Ein völlig zugeschotterter Vorgarten. Foto: L-IZ

Foto: L-IZ

Für alle LeserEs sieht derzeit ganz so aus, als wäre die Menschheit nur ein Zwischenergebnis, ein leider missglückter Versuch der Natur, Intelligenz zu erschaffen. Denn es gibt kaum ein Gebiet, auf dem der Mensch derzeit nicht beweist, dass er unfähig ist, aus seinem Wissen auch die richtigen Handlungen abzuleiten, egal, ob es die Klimaaufheizung ist, die Vernichtung der Arten, die Corona-Pandemie ... Selbst beim Thema Vorgärten versagen diese seltsam lernunfähigen Geschöpfe.
Donnerstag, der 22. Oktober 2020: Neue Corona-Schutzverordnung regelt den Ernstfall in Sachsen
Sozialministerin Petra Köpping (SPD). Foto: Pawel Sosnowski

Foto: Pawel Sosnowski

Für alle LeserSchon jetzt gibt es Maßnahmen, die Landkreise und kreisfreie Städte in Sachsen treffen, wenn sie zum „Risikogebiet“ werden oder sich auf dem Weg dahin befinden. Die neue Corona-Schutzverordnung, die ab Samstag gelten soll, hat diese Regeln aufgenommen und erweitert. Außerdem: In Leipzig trifft sich der Krisenstab wieder regelmäßig; bald soll es eine Allgemeinverfügung geben. Die L-IZ fasst zusammen, was am Donnerstag, den 22. Oktober 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
SC DHfK Leipzig vs. Göppingen 22:25 – Ohne Tempotore kein Sieg
Göppingen hat dem SC DHfK beide Punkte abgerungen. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserVor der reduzierten Zuschauerzahl von 999 Menschen haben am Donnerstagabend die Leipziger Handballmänner ihre erste Heimniederlage der Saison eingesteckt. Damit gibt es nun keine ungeschlagenen Teams mehr in der Handball-Bundesliga. Entscheidend war die erste Hälfte, in der die Göppinger zu leicht zu ihren Torerfolgen kamen. Das Spiel hätte sonst auch für die an sich heimstarken Männer von André Haber ausgehen können.
Morlok (FDP): Zum Kitaplatz durch die ganze Stadt hat nun ein Ende! Kitaplatztauschbörse ist gestartet

Foto: L-IZ.de

Die Fraktion Freibeuter im Leipziger Stadtrat begrüßt den von ihr initiierten Launch der Tauschbörse für Kitaplätze auf www.meinkitaplatz-leipzig.de, dem Elternportal für die Platzsuche in Kitas und Tagespflege der Stadt Leipzig. „An dem Elternportal für Kitaplätze kommen Eltern auf der Suche nach einem Betreuungsplatz in Leipzig nicht vorbei. Der ideale Treffpunkt für tauschwillige Eltern.“
„Ich hatte einst ein schönes Vaterland“ – Jüdisches Leben in Gohlis und der äußeren Nordvorstadt
Michaeliskirche. Foto: Ernst-Ulrich Kneitschel

Foto: Ernst-Ulrich Kneitschel

Noch bis zum 29. Oktober ist die Ausstellung „Ich hatte einst ein schönes Vaterland“ – Jüdisches Leben in Gohlis und der äußeren Nordvorstadt – in der Michaeliskirche am Nordplatz täglich von 15 bis 18 Uhr zu sehen.
Von Panik zur Ruhe: Wird ein Vertrauensverlust zum Problem in der zweiten Infektionswelle?
Die oft bemühte weltweite Corona-Diktatur hier auf einem Schild eines mehrfachen Redners bei „Bewegung Leipzig“. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserDie Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung im August 2020 in Berlin können als Alarmsignal für die zweite Infektionswelle gesehen werden. Als die Protestierenden dicht gedrängt ohne Rücksicht auf die Virusverbreitung an den Reichstag klopften, kündigten sie jedoch nicht nur einen Anstieg von Corona-Erkrankungen, sondern auch Frustration und Misstrauen an.
Leipzig als Wirtschaftsmotor, Gutverdienerstadt und Schuldenhauptstadt in Sachsen
Schuldenstand der Gemeinden in Sachsen. Karte: Freistaat Sachsen, Statistisches Landesamt

Karte: Freistaat Sachsen, Statistisches Landesamt

Für alle LeserMehrere Karten in der neuen Veröffentlichung des Statistischen Landesamtes „Sachsen in Karten“ zeigen die Stadt Leipzig so ganz nebenbei in ihrer Funktion als Metropole. Die sie nicht ganz ausfüllt, weshalb meist der Begriff Metropole für die kleine große Stadt an der Pleiße vermieden wird. Aber sie erfüllt dennoch wichtige zentrale Aufgaben, die mit den Finanzzuweisungen in Sachsen nicht wirklich abgebildet sind.