Siebenbürgen süße Heimat: Thomas Heller porträtiert einige der letzten Siebenbürger Sachsen

Für alle LeserWas der Dresdner Fotograf Thomas Heller in diesem Buch versammelt hat, ist so eine Art Abschiedslied – nicht gerade an Siebenbürgen, das wird es als faszinierende Landschaft in Rumänien auch künftig noch geben. Aber an die Siebenbürger Sachsen, die eigentlich gar keine Sachsen waren. Und die immer weniger werden, weil die Jugend weggezogen ist Richtung Norden.
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Im Nachspann des Bildbandes erzählt Thomas Schulz die 800-jährige Geschichte der Siebenbürger Sachsen, die um 1150 vom ungarischen König Géza II. angeworben wurden, um das Gebiet im Süden des ungarischen Königreiches hinter den Wäldern (Transsylvanien) zu besiedeln. Ein Deal, der wie so viele mittelalterliche Ansiedlungen tatsächlich funktionierte und hier – heute mitten im Herzen Rumäniens gelegen – eine markante Bevölkerungsentwicklung mit teilweise verblüffender Selbstständigkeit in Gang setzte.

Geendet hat diese praktisch, als die Osmanen und die Habsburger begannen, um die Vorherrschaft in Südosteuropa zu kämpfen, auch wenn die Verwaltungseinheit weiter bestand, im 19. Jahrhundert aber endgültig ins Habsburger Reich integriert wurde.

Thomas Schulz ist bewandert in seinem Thema. Von ihm stammt schon das 2007 erschienene Buch „Kirchenburgen in Siebenbürgen“. Die Kirchenburgen sind berühmt und geradezu ein Symbol für Siebenbürgen, erbaut in der Zeit, als die Osmanen begannen, kriegerisch in dieses Gebiet einzufallen.

Doch die Menschen, die Thomas Heller porträtiert hat, sind schon fast die letzten Siebenbürger Sachsen. Hunderttausende lebten noch nach 1945 auf dem Territorium, das ihnen der Ungarnkönig einst zugewiesen hatte. Doch mit der kommunistischen Enteignungs- und Bevormundungspolitik begann die Abwanderung, verließen hunderttausende Siebenbürger Sachsen ihre alte Heimat und gingen zumeist nach Westdeutschland, ein Braindrain, der sich nach dem Sturz des Ceaușescu-Regimes ab 1990 noch verstärkte.

Der 1987 in Oberwischau (Vișeu de Sus) geborene Thomas Perle steht für diese Generation. Er lebt heute als freier Autor in Wien und hat das Schicksal eines siebenbürgischen Paares, das zur Zeit des 1. Weltkrieges jung war, in einem poetischen Text mit dem Titel „Holz“ verarbeitet.

Ein Text, der tatsächlich das Gegenstück bildet zu Thomas Schulz‘ historischer Zusammenfassung. Denn was sich in historischen Zusammenfassungen so trocken und politisch liest, findet im konkreten Leben der Menschen völlig anders statt. Die befassen sich nicht mit Verträgen, beschließen keine Kriege, Enteignungen, Gleichschaltungen und Bündnisse, auch wenn sie von Ideologien und Manipulationen nicht verschont werden, meist beides auf einmal sind – Mitläufer und Machtlose, Nummern in den Plänen der Mächtigen und Befehlshaber.

Für Siebenbürgen hieß das gerade in den letzten Jahrhunderten immer: Spielball der Mächtigen zu sein. Selbst die letzte Entscheidung – Transsylvanien zum festen Bestandteil Rumäniens zu machen – fiel 1920 nicht in Siebenbürgen, sondern in Trianon, einem der Pariser Vororte, die durch einen der Friedensverträge nach dem 1. Weltkrieg berühmt wurden. Heute – so berichtet Schulz – leben gerade einmal noch 15.000 Siebenbürger Sachsen in Siebenbürgen, die meisten älter als 60 Jahre. Viele der von Thomas Heller Porträtierten sind über 80 Jahre alt.

Und sie wirken – vertraut. Nicht auf heimelige Art vertraut. Da ist keine Romantik, keine Idylle, die Heller inszeniert. Er hat die Menschen vor ihren Wohnhäusern und auf ihren alten Höfen fotografiert. Und auch nicht in Festtagskleidung. Die meisten wirken, als würden sie nur kurz mal von ihrer Arbeit abgelassen haben – vom Holzstapeln, Tierefütten oder Unkrautjäten. Aber die Gesichter wirken vertraut.

Wüsste man nicht, dass alle Bilder in Siebenbürgen aufgenommen wurden, würde man sie problemlos auch in der ostdeutschen Provinz verorten, vielleicht ein paar Jahre zurück, vielleicht sogar noch in die späten DDR-Jahre, als sich auch die Fotografierten in den Bildern ostdeutscher Dokumentarfotografen stolz im Arbeitszeug ablichten ließen, ähnlich selbstgewiss und ernst in die Kamera schauten und sich auch nicht dafür schämten, dass die Scheunen und Ställe von der Zeit gezeichnet waren, nichts „wie geleckt“ aussah, sondern nach Arbeit eben, täglich Brot und „im Schweiße des Angesichts“.

Vielleicht ist es das, was an heutigen Bildern aus Deutschland so verstört: das Geleckte, Gemalerte, auf Kante Getrimmte, das eben auch davon erzählt, dass Bauernhöfe keine Bauernhöfe mehr sind, Arbeit sich als tägliche Mühsal verflüchtigt hat und Dörfer und kleine Städte regelrecht zu Nicht-Orten geworden sind. Orte, an denen man spürt, dass kaum noch Kinder da sind, kaum noch irgendwo Tiere gehalten werden und die Bewohner für das Gefühl der Sinn-Entleertheit keine richtigen Worte mehr haben.

Sie schauen einen mittlerweile auch anders an – voller Misstrauen und aufgeschäumter Wut.

Vielleicht ist Thomas Heller deshalb lieber nach Siebenbürgen gefahren und hat die Menschen dort in ihren durchaus noch rustikaleren Wohnumgebungen gezeigt, vor Treppen und Hauswänden, denen schon lange ein neuer Anstrich fehlt, Türen und Häusern, die noch zusammenhalten, weil noch Bewohner da sind, die sie reparieren und flicken. Manche hat Heller in der Uniform einer Blaskapelle fotografiert. Viel an altem Brauchtum gibt es in Siebenbürgen nicht mehr, dazu sind die letzten „Sachsen“ viel zu zerstreut im Land.

Ein paar junge Leute sind trotzdem darunter. Sie haben Freunde und Lebenspartner aus der Umgebung gefunden. Denn Siebenbürgen war schon seit Jahrhunderten ein von unterschiedlichsten Völkergruppen besiedeltes Gebiet. Rumänen, Ungarn, Roma und Deutsche lebten hier meistens sehr friedlich nebeneinander. Und im Sommer kommen – so schreibt Thomas Schulz – auch noch die „Sommersachsen“, die Ausgewanderten, die ihre Sommerurlaube in ihren alten Häusern in Siebenbürgen verbringen.

Häuser, die vielleicht andere bewahren werden. Denn da Thomas Heller die Menschen vor diesen Gebäuden fotografiert, bekommt man auch ein Gefühl für die architektonische Einzigartigkeit dieser Dörfer und Städte, auch wenn die Bilder eine gewisse Wehmut ausstrahlen, was aber auch daran liegt, dass er konsequent in Schwarz/Weiß fotografiert. Es ist absehbar, dass bald nur noch diese typischen Gehöfte und die Wehrkirchen von der besonderen Geschichte dieses Landstrichs erzählen werden. Die Menschen, die bis heute ein eigenes Moselfränkisch sprechen, werden ihre Erinnerungen und Bilderschätze irgendwo in Deutschland oder Österreich bewahren und an die Kinder weitergeben.

Es hätte anders kommen können. Das ist sicher – ohne den irren Nationalismus, der Europa ab dem späten 19. Jahrhundert zum Kriegsschauplatz gemacht hat. Ohne die irren Ideologien, die von verhärteten Diktatoren zum Korsett ihrer Länder gemacht wurden. Ohne den Missbrauch nationaler Minderheiten für politische Machenschaften. Da war das Mittelalter klüger als das blutige „Jahrhundert der Extreme“.

Und so ist Hellers Fotoserie auch etwas Besonderes, was es in der Art noch nicht gab: das Porträt eines Verschwindens, das Ende einer langen und durchaus faszinierenden Geschichte. Auch wenn die Abgebildeten dieses Ende selbst nicht ausstrahlen. Im Gegenteil. Man begegnet ihnen, als würde man sich irgendwo in einem ostdeutschen Dorf über den Gartenzaun lehnen: Guten Tag, Herr Meyndt, wie geht es uns heute? Was macht die Gesundheit, Frau Seibert? Müssen Sie heute wieder aufs Feld, Herr Gooth?

Das ist so vertraut – so wie die groben Westen, Jacken und Hemden und diese Hüte, an denen man früher einen typischen LPG-Bauern erkannte. So typisch wie die ramponierten Straßen und grob gepflasterten (nicht zementierten!) Höfe. Man möchte wirklich einfach mal stehen bleiben und plaudern. Und garantiert hat das Thomas Heller auch so gemacht. Denn dass sich die Leute so familiär fotografieren ließen, passiert nur, wenn beide Seiten aufgeschlossen sind füreinander, auch ein bisschen neugierig darauf, was der andere zu erzählen hat.

Denn auch wenn heute in der mobilen Europa-Welt alles so winzig wirkt, liegen in Wirklichkeit ziemlichen Distanzen zwischen den Lebenswelten der Europäer, bleibt das Vertraute tatsächlich (und berechtigterweise) fremd und wirkt das Fremde vertraut. Solche Bilder helfen, diese so wichtige Distanz spürbar zu machen. Denn sie lässt ahnen, in welchen Widersprüchen Menschen leben und Entscheidungen treffen. Und das Weggehen ist eine der schwersten Entscheidungen. Nicht nur für Siebenbürger Sachsen. Auch das vibriert mit in diesen Bildern.

Thomas Heller Siebenbürgen süße Heimat, Mitteldeutscher Verlag, Halle 2020, 25 Euro.

Was ein Leipziger Dorfschreiber aus einem verzauberten Katzendorf in Siebenbürgen zu erzählen weiß

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