Beim Stichwort Botaniker denkt man ja in der Regel an Leute, die mit Begeisterung herrliche Blüten bewundern. Aber Botaniker sind auch Leute, die sich mit den heutigen Problemen von Artenvielfalt und Artenerhalt beschäftigen. Und dies auch müssen, denn selbst Kräuter, die einmal überall in unserer Landschaft zu finden waren, sind vom Verschwinden bedroht. Ackerwildkräuter zum Beispiel. Sie sind morgen Thema einer Tagung.

In diesem Jahr hat die Arbeitsgemeinschaft sächsischer Botaniker (AGsB) zu ihrer Frühjahrstagung nach Leipzig eingeladen. In Kooperation mit dem Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig und dem Botanischen Garten der Universität Leipzig widmet sich die Arbeitsgemeinschaft in diesem Jahr dem Schwerpunktthema Ackerwildkräuter.

Die Arbeitsgemeinschaft sächsischer Botaniker (AGsB) trifft sich traditionell jedes Jahr einmal zu einer wochenendfüllenden Jahrestagung mit Exkursionen und Vorträgen im Sommer. Seit einigen Jahren wird diese durch eine eintägige reine Vortragsveranstaltung außerhalb der botanischen Hauptsaison ergänzt. In diesem Jahr findet die Frühjahrstagung der AGsB am Samstag, dem 4. März, in Leipzig statt.

Schwerpunktthema Ackerwildkräuter

Ein Schwerpunkt der Frühjahrstagung ebenso wie der aktuellen Kartierungen sind Ackerwildkräuter. Dabei stehen am Samstag Fragen zur Kartierung und zum Schutz der Arten, die heute mitunter sehr selten gewordenen sind, im Vordergrund.

Denn traditionelle Lebensräume der Ackerwildkräuter haben kaum noch Platz in der industrialisierten Landwirtschaft. Feldraine und Wiesen sind genauso aus der Landschaft verschwunden wie Hecken und Gehölze. Und wo die Kräuter sich dennoch auf die mit Monokulturen besetzten Felder vorwagen, werden sie mit chemischen Mitteln bekämpft. Wenn es um Umweltschutz in der Landwirtschaft geht, muss es zwingend auch um den Schutz der Ackerwildkräuter gehen.

Weitere Themen der Tagung sind die aktuelle botanische Forschung am iDiv und Entwicklungen im Botanischen Garten der Universität Leipzig. Darüber hinaus versprechen die Vorträge zur Aussprache und Betonung von wissenschaftlichen Pflanzennamen sowie zur Technik des Herbarisierens großen Erkenntnisgewinn für alle Anwesenden.

Die Tagung findet in Kooperation mit dem iDiv, sowie dem Institut für Biologie der Universität Leipzig mit dem Botanischen Garten statt.

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