Die TU Dresden darf sich in den nächsten sieben Jahren weiter als „Exzellenzuniversität“ bezeichnen. Das haben die Deutsche Forschungsgemeinschaft und weitere Entscheidungsträger*innen am Mittwoch bekannt gegeben. Die TU hat den Titel bereits seit 2012. Sie darf sich über jährlich zehn bis 15 Millionen Euro freuen; der Großteil kommt vom Bund.
In den vergangenen Jahren wurden zehn Universitäten und ein Hochschulverbund auf diese Weise gefördert. Bis auf die Universität Konstanz, die aus formellen Gründen ihren Titel abgeben muss, wurden alle als „Exzellenzuniversität“ bestätigt. Die TU Dresden ist die einzige Hochschule in den sogenannten Neuen Bundesländern, die diesen Titel trägt.
„Herausragende Forschung ist ein entscheidender Motor für unseren Freistaat“, kommentiert Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) die Entscheidung. „Sie zieht Talente aus aller Welt an, stärkt die Innovationskraft unserer Unternehmen und wirkt wie ein Katalysator für neue Investitionen und Ansiedlungen.“
Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow (CDU) sagt, dass sich die Investitionen des Freistaates in Hochschulen und Forschungseinrichtungen ausgezahlt hätten. „Eine starke Exzellenzuniversität wie die TU Dresden, in Verbindung mit besten Rahmenbedingungen für Forschung und Lehre, wirkt wie ein Magnet für den gesamten Freistaat“, so Gemkow.
Freude herrscht auch in den Landtagsfraktionen. „Die Fortschritte bei der interdisziplinären Forschung und die zukunftsweisenden Projekte zur Mitgestaltung globaler Herausforderungen haben überzeugt“, stellt Claudia Maicher fest. Sie ist hochschulpolitische Sprecherin für die Grünen-Fraktion und warnt zugleich vor Kürzungen in den kommenden Jahren. „Schon mit dem aktuellen Doppelhaushalt haben die Hochschulen Federn lassen müssen.“
Gerald Eisenblätter, hochschulpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, freut sich über die TU Dresden als „internationalen Leuchtturm der Spitzenforschung“. Er fordert aber auch verlässliche Bedingungen für den wissenschaftlichen Nachwuchs und Investitionen in die Infrastruktur.
Die „Exzellenzstrategie“ von Bund und Ländern ist nicht unumstritten. Kritiker*innen bemängeln, dass sich die Förderung stark auf einzelne Spitzenunis konzentriere und nicht der Breite an Hochschulen zugutekomme. Zudem würden die Anträge für Exzellenzcluster – diese sind Voraussetzungen für den Exzellenztitel – viel Aufwand erfordern: Sowohl finanziell als auch bei den Forscher*innen, die dann in der Lehre fehlen würden.
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