Artikel aus der Rubrik Bildung

Was es über die weiße Schönheit alles zu sagen gibt: Schritte im Schnee

Ein Blick aus dem Fenster, ein Blick aufs Thermometer - nein, nach Schnee sieht es nicht aus. Wer schneesüchtig ist, drängelt sich derzeit auf den Pisten in den Bergen. Wer Schnee liebt, geht wohl leer aus. Denn Schnee ist eigentlich etwas anderes - für Viele das Bild für Stille, Ruhe, Besinnung. Oder Gedichte. Jean-Michel Maulpoix hätte seinen Band Prosagedichte auch "Weiß" nennen können. Weiterlesen

Eher Thriller als Protokoll: Was 3:46 Uhr geschah und davor und danach

Manche Genre-Bezeichnungen sind einfach Quatsch. Auch wenn der junge Mann, der sich hier Masì de Sol nennt, glauben sollte, dass das Leser zu einem verblüfften Zugreifen animiert: Ein protokollarischer Roman? - Das ist dann wohl Belletristik für Kanzleibeamte. Danke schön. Das Wörtchen "Thriller" wäre der Sache näher gekommen. Krimi wäre auch nicht so falsch gewesen. Untersparte: Was ist eigentlich passiert um 3:46? Weiterlesen

Würdigung für ein NS-Opfer, das lange vergessen war: An Erich Köhn erinnert eine Erläuterungstafel

Seit 1950 gibt es in Lindenau eine Erich-Köhn-Straße. Die Lebensdaten des Kommunisten Erich Köhn (1896 - 1944) ruft jetzt eine Erläuterungstafel an der Kreuzung Erich-Köhn-Straße, Ecke Georg-Schwarz-Straße, in Erinnerung. Nur als Kämpfer gegen den Faschismus, wie es auf der Tafel heißt, war Sohn Erich Köhn mit der Ehrung seines Vaters einverstanden. Weiterlesen

Mile Stojics Gedichte über den Krieg, das Exil und die verwundete Heimat: Cherubs Schwert

Seit dem Barock hat sich in der europäischen Kultur ein etwas kindisches Verhältnis zu den Cherubim, den Engeln Gottes, eingeschlichen. Sie haben sich in kleine, pummlige Wesen verwandelt, die über Altäre flattern und Poesiealben verschönern. Sie haben nichts mehr mit den Cherubim der Bibel zu tun, die etwa als Sendboten Gottes Adam und Eva aus dem Garten Eden vertreiben. Streng und unerbittlich. Weiterlesen

Erinnerung an Erich Köhn: Erläuterungstafel zum Straßenschild in der Erich-Köhn-Straße wird heute eingeweiht

Am heutigen Montag, 2. Januar, wird am Straßenschild der Erich-Köhn-Straße an der Ecke Georg-Schwarz-Straße in Lindenau eine Erläuterungstafel eingeweiht. Die feierliche Einweihung findet um 15 Uhr statt. Fast auf den Tag genau 68 Jahre nach dem Tod von Erich Köhn im KZ Buchenwald erhält die nach ihm benannte Straße eine Erläuterungstafel zum Straßenschild. Weiterlesen

Berichte von Krebspatienten: Du musst dein Leben ändern oder Alles ist möglich – auch das Unmögliche

Der Titel irritiert ein wenig. Er klingt eine Spur zu amerikanisch, zu Walmart-mäßig. Unten drunter steht "Ein Mut-mach-Buch". Das trifft's schon eher. Auch wenn es wieder eine Spur zu besorgt klingt. Denn wenn 54 Menschen von ihrer überstandenen Krebserkrankung berichten, dann kommt mehr dabei heraus. Es ist ein Projekt der ganz besonderen Art. Weiterlesen

Der Birnenverächter oder Wie ein Autor versucht, sich selbst zu erfinden

Literatur ist auch Maskerade. Warum sollten Autoren anders sein als gewöhnliche Menschen? Oder stören sie nicht eher beim Lesen? - Gute Frage. Die natürlich auch Literaturprofessoren nicht beantworten können. Denn wovon lebt Literatur, wenn nicht vom Dialog? Manch junger Autor versucht so, mit seinem fiktiven Leser tatsächlich ins Gespräch zu kommen. So auch Hannibal von Instetten. Weiterlesen

Der große und der kleine Schritt

Gundula Schulze Eldowys Farbfotos aus den letzten Jahren der DDR

Foto: Ralf Julke

Dieses Jahr ist ein großes Jahr für Gundula Schulze Eldowy. In Berlin eröffnete am 9. Dezember die Ausstellung "Gundula Schulze Eldowy - Die frühen Jahre" im C/O Berlin - International Forum Visual Dialogues. Bis zum 26. Februar ist sie dort zu sehen. Und kurzerhand legte der Lehmstedt Verlag ein drittes Buch der 1954 geborenen Fotografin vor. Weiterlesen

Ein Ortsteil vor 100 Jahren

Zeitreise mit 190 Ansichtskarten: Premiere für neues Kleinzschocher-Buch

Foto: Ralf Julke

Einmal darf man. Einmal darf man an so einem Abend Großzschocher sagen, wenn man Kleinzschocher meint. Denn am Donnerstag, 8. Dezember, lag die Buchpremiere in Großzschocher gerade zwei Tage zurück, als Pro-Leipzig-Geschäftsführer Thomas Nabert im Gemeindehaus der Taborkirche in Kleinzschocher das nächste neue Buch vorstellte. Weiterlesen

Connewitz in alten Ansichtskarten

Ein Leipziger Ortsteil mit Ausflugsfreuden und Fußgängerflair

Foto: Ralf Julke

Man dreht sich um und schaut und staunt: Wo bin ich hier? - Einem Connewitzer aus dem Jahr 1911 würde es genau so gehen, stünde er heute am Kreuz und schaute sich um. Verschwunden die stolze Häuserfront zwischen Scheffelstraße und Arthur-Nitzsche-Straße, dasselbe von der Arthur-Nitzsche-Straße zur Bornaischen. Verschwunden auch der dominierende Bau an der Kreuzung mit der Commerzbank unten drin. Weiterlesen

110 Jahre mit Höhen, Tiefen, Durststrecken und Neubeginn

Das Buch zur Kongresshalle Leipzig

Foto: Ralf Julke

Noch im Monat November soll der 1. Bauabschnitt der Kongresshalle fertig werden. Der Abrechnungstermin fürs Konjunkturpaket II, aus dem dieser Sanierungsabschnitt gefördert wurde, drängt. Ein idealer Zeitpunkt für ein Buch für das Gebäude, das 1900 als Gesellschaftshaus des Leipziger Zoos eröffnet wurde. Weiterlesen

Völkerschlacht aus Soldatensicht

Des Königs Butterkrebse oder Zwei Soldatenberichte aus dem Krieg von 1813

Foto: Ralf Julke

Wie ging es eigentlich den Muschkoten in der Völkerschlacht bei Leipzig? - Klar. Es gibt Bücher darüber. Am eindrucksvollsten haben darüber Emile Erckmann und Alexandre Chatrian geschrieben in ihrem Roman über einen - französischen - Soldaten von 1813. Aber das Kanonenfutter kam ja aus ganz Europa. Auch aus Sachsen. Reinhard Münch hat dazu zwei Fundstücke aus den Archiven gehoben. Weiterlesen

Fernes Erinnern

Die nachgelassenen Texte Lene Voigts aus ihrer Zeit in Bremen, Lübeck, München, Dösen …

Foto: Ralf Julke

Über die diversen Umbauten in der Lene-Voigt-Werkausgabe, die die Lene Voigt Gesellschaft gemeinsam mit der Connewitzer Verlagsbuchhandlung seit 2003 herausgibt, hat die L-IZ schon mehrfach berichtet. Mit solchen Dingen muss man rechnen, wenn man sich an eine solche erste Sammlung macht. Erst recht bei einer Autorin wie Lene Voigt. Nun ist die Ausgabe komplett Weiterlesen

Ein Kriminalroman mit Bach-Musik

Tödliche Kantaten: Ein flott komponierter Krimi um die mörderisch-schöne Musik Johann Sebastian Bachs

Cover: Ellert & Richter Verlag

Es gibt zwei Sebastian Knauers, die sich in Wikipedia tummeln. Und der eine beneidet ganz offen den anderen - der 1949 einstige "Spiegel"-Autor beneidet den 1971 geborenen Pianisten. So gern würde er auch gern Klavier spielen können. Aber vielleicht ist es auch andersherum, und der junge Pianist beneidet den Autor gelungener Kriminalromane. Der jüngste aus seiner Tastatur: ein richtiger Krimi um Johann Sebastian Bach. Weiterlesen

Köhler, Breuel, Sarrazin

Die große Enteignung (2): Horst Köhler, Thilo Sarrazin und der große Schweinsgalopp zur Währungsunion

Foto: Ralf Julke

Horst Köhler hatte zwei Mitarbeiter, von denen einer 2010 (just im Jahr von Köhlers Rücktritt als Bundespräsident) noch zu ganz besonderem Ruhm kommen würde: Thilo Sarrazin, Leiter des Referats "Innerdeutsche Beziehungen". Er war es, der Köhler am 21. Dezember 1989 das Papier zuarbeitete, das alle bisherigen Lösungsansätze über den Haufen warf und den "offensiven Lösungsweg" vorschlug: die "Wirtschafts- und Währungsunion" zum frühestmöglichen Zeitpunkt. Weiterlesen

Köhler, Breuel, Sarrazin

Ein Treuhand-Klassiker mit zwei neuen Stars: Die große Enteignung (1)

Foto: Ralf Julke

Eigentlich wollte der Hamburger Journalist Otto Köhler sein 1994 erschienenes Standardwerk über die Treuhand "Die große Enteignung" nur durchsehen und für eine Neuveröffentlichung auf den neuesten Stand bringen. Doch dann merkte er, dass er eigentlich nicht viel ändern musste. Bis auf ein kleines Detail. Jeder Krimi-Autor kennt es: Wer waren eigentlich die Täter? Weiterlesen