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Verwirklichte Inklusion: Kunst trotzt Handicap in der Leipziger Baumwollspinnerei

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    In dieser Ausstellung wird sichtbar, was Inklusion bedeutet. Über 100 Künstlerinnen und Künstler aus mehr als 20 Ateliers präsentieren in der Baumwollspinnerei Kunstwerke von hoher künstlerischer Qualität und Ausdruckskraft. Werke von Kunstschaffenden mit akademischer Ausbildung, die eine Behinderung oder ein Handicap haben, hängen neben Exponaten renommierter Persönlichkeiten der klassischen Moderne und der zeitgenössischen Kunstszene.

    Die Einzigartigkeit jedes Menschen ist ein Wert für die Gesellschaft. Inklusion sucht nach den Stärken jeder Person. Gerade in der Kunst wird das sichtbar. So sind zwar Menschen mit Behinderung unter den Künstlern, aber im Vordergrund steht das jeweilige Kunstwerk. Andreas Pitz, Projektleiter und Kurator der Ausstellung „war erstaunt, an wie vielen Orten seit Jahrzehnten Inklusion auf hohem Niveau gelebt wird“.

    Da sind zum Beispiel die Blaumeier in Bremen. Das ist ein bunter Haufen aus Psychiatriepatienten, Klinikmitarbeitern und Künstlern. Seit 1986 treffen sich Normal-Verrückte und Verrückt-Normale mehrmals wöchentlich im Atelier. Sie malen zusammen, machen Musik und spielen Theater. Große Ruhe, Konzentration und Ernsthaftigkeit strahlen zum Beispiel die Werke von Uwe Kreutzkamp aus. Porträts und Personendarstellungen, aber auch Stillleben und Landschaften prägen sein Schaffen. Andreas Horlitz aus Bad Pyrmont forscht in seinen Werken nach Sinnbildern unserer Zeit.

    Im Alltag freilich bestehen vielfältige Trennungslinien und Entfremdungen, die der Teilhabe im Wege stehen. Davon erzählen etwa die Bilder der in Tübingen geborenen Künstlerin Ana. Es geht ihr um gestörte Kommunikation. Ihre Figuren nehmen keinen Kontakt mit dem Betrachter auf. Eindrücklich verdichten sich hier eigene Erlebnisse und Erfahrungen der Künstlerin.

    Anderes Beispiel ist die Kreative Werkstatt Löbetal in Bernau. Bereits in der DDR wurden hier schwerstbehinderte Menschen von einer Künstlerin gefördert. Dadurch entstand eine große Sammlung eindrucksvoller Ton- und Bronzeskulpturen.

    Die inklusive Karl-Schubert-Schule aus Leipzig ist mit wunderbaren Zeichnungen einiger SchülerInnen vertreten (leider nur eine kleine Auswahl der tollen Produktion, die in den vergangenen Tagen entstand) sowie mit ein paar Fotos aus dem Schulleben.

    Wann: 4. März bis 10. April 2016

    Wo: Bauwollspinnerei, Halle 12, Spinnereistr. 7, 04179 Leipzig

    Öffnungszeiten:

    Donnerstag 9 bis 12 Uhr
    Freitag 11 bis 17 Uhr (Karfreitag geschlossen)
    Samstag 11 bis 17 Uhr

    Rahmenprogramm:

    3. März 2016, 18 Uhr
    Vernissage

    11. März 2016, 14 bis 17 Uhr
    Workshop Druckgrafik
    mit Dorothea Diesmann und den Künstlern des Martinstift Leipzig

    18. März 2016, 18 bis 19 Uhr
    „Massage, Handküsse und teures Parfüm“
    Lesung der „Macherei“ des Ev. Johannesstift Behindertenhilfe gGmbH
    im Luru Kino in der Spinnerei

    1. April 2016, 17 Uhr
    „Die Kunst, sich die Schuhe zu binden“, Tragikkomödie aus Schweden
    Filmabend im Luru Kino in der Spinnerei

    9. April 2016, 16 bis 19 Uhr
    Chill out
    zum Ausstellungschluss

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