Das neue Jahr ist erst ein paar Tage alt und in der Spinnerei gibt es gleich das erste große Ereignis, das Kunstinteressierte anlocken dürfte: Am Samstag, dem 10. Januar, gibt es von 11:00 Uhr bis 19:00 Uhr Uhr den Winterrundgang der SpinnereiGalerien. Katharina Zimmerhackl und Florian Zeeh werden in der Halle 14 in einer interaktiven Klanginstallation ein hörbares Sinnbild für den Verfall der Natur präsentieren.

Die Künstlerinnen Lena Schrieb und Marina Kampka zeigen neue Werke und beginnen eine großangelegte Wandgestaltung als Prozess, der bis Ende Februar mitverfolgt werden kann. Die Leipziger Fotografin Janine Bächle wird in der Halle 14 auch ihr neues Buch zu ihrer Fotoserie „Becoming Parents“ vorstellen. Parallel dazu wird es ein Kunstvermittlungsangebot für Kinder und Jugendliche geben.

Das Programm aller SpinnereiGalerien findet man unter www.spinnereigalerien.de

Aus dem Programm zum Winterrundgang in der Halle 14

Ausstellung: The Taxonomy of Remembrance

Klanginstallation von Katharina Zimmerhackl (Künstlerin, Leipzig) und Florian Zeeh (Künstler, Düsseldorf) vom 10. bis 16. Januar

Dieses Klangkunstwerk untersucht das Verhältnis von Chaos und Ordnung, Stillstand und (evolutionärer) Bewegung. Es besteht aus einer algorithmischen Komposition über den „Roten Apollo“, einen in Europa fast ausgestorbener Tagfalter, um den sich der Mythos rankt, er sei durch übermäßiges Sammeln zunehmend verschwunden. Die Komposition basiert auf einer grafischen Partitur, die aus den Flügelzeichnungen eines Sammlungsbestandes des schwarzweißen Falters abgeleitet wurde.

Das von Zimmerhackl und Zeeh gemeinsam entwickelte Stück hinterfragt naturwissenschaftlichen Rationalismus und setzt ihn zu der herrschenden Gesellschaftsordnung ins Verhältnis: ein Requiem über den Verlust der Artenvielfalt; ein klangliches Sinnbild für den Verfall der Natur.

Die Entwicklung dieser Arbeit wurde gefördert im Rahmen des Programms „Digitalkultur” der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen.

Die Ausstellung wird gefördert vom Musikfonds e.V. mit Projektmitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

­Ausstellung: Least Common Multiple

Eröffnung: Samstag, der 10. Januar, um 14:00 Uhr im Rahmen des Rundgangs der SpinnereiGalerien mit Lena Schrieb und Marina Kampka (studio pari-pari, Leipzig und Offenbach). Zu sehen vom 10. Januar bis zum 20. Februar.

Die beiden Künstlerinnen arbeiten als studio pari-pari gemeinsam in künstlerischer und angewandter Gestaltung, entwickeln Workshopformate und Editionen. 2025 hat Schrieb als Heimspiel-Stipendiatin der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen in einem unserer Studios an großformatigen Monotypien gearbeitet. Im Projekt „least common multiple“ möchte Schrieb noch einen Schritt weitergehen und eine ganze Wand gestalten.

Dieser Gestaltungsprozess läuft ab Eröffnung über einen Monat und nimmt gestalterisch die Regalwände unserer Kunstbibliothek auf. Beim Buch knüpft auch die Präsentation von Schriebs Kollegin Kampka an. In jüngstes Projekt „unbooking unbooking.“ analysiert den Aufbau eines Buches, indem es seine zärtliche Zergliederung als Video dokumentiert, um aus den Einzelseiten ein neues Kunstbuch als Print-On-Demand zu schaffen.

Kampka stellt so das Buch als greifbares Objekt und als handwerkliches Ergebnis aus Papier, Druckfarbe, Klebstoff, Leinen und Faden in den Mittelpunkt.

­Veranstaltung: Janine Bächle „Becoming Parents“

Book Launch mit Janine Bächle (Fotografin, Leipzig) am Samstag, dem 10. Januar, 16:00 Uhr im Rahmen des Rundgangs der SpinnereiGalerien

Die Leipziger Fotografin Janine Bächle stellt ihr neues Fotobuch „Becoming Parents“ (Verlag Kettler, Januar 2026) vor. Im Gespräch mit der Leiterin unserer Kunstbibliothek, Jenny Starick, stellt sie ihr gleichnamiges fotografisches Langzeitprojekt vor und gibt einen intimen Einblick in Familie als Struktur. Welches Spannungsverhältnis gibt es zwischen Elternschaft und Individualität?

In dieser autobiografischen und fortlaufenden Serie, welche schon zum Leipzig Photobook Festival 2025 in der HALLE 14 zu sehen war, begleitet Bächle roh und ungeschönt ihren eigenen Alltag mit positiven sowie negativen Aspekten. Im neuen Fotobuch wird dieser fotografische Einblick von Gedichten, Tagebuchauszügen sowie dem Begleittext „In Flux: Die Ästhetik des Werdens“ von der Kunsthistorikerin Joanna Wolfarth ergänzt.

Damit zeichnet die Künstlerin eine authentische Perspektive auf Elternschaft, Mutterschaft sowie den weiblichen Körper.

Kunstvermittlung „Entdecke die Spinne“

Samstag, der 10. Januar, 12:00 Uhr bis 17:00 Uhr im Rahmen des Rundgangs der SpinnereiGalerien

Für Kinder und Jugendliche gibt es zum Rundgang besondere Angebote. Die Broschüre „Entdecke die Spinne“ lädt dazu ein, allein oder gemeinsam spielerisch das Spinnereigelände zu erkunden. Außerdem wird unser Kunstvermittlungsteam eine Linoldruckwerkstatt vorbereiten, wo alle Interessierten selbst kreativ werden können.

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