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Die Galerie Terra Rossa am Rossplatz stellt ihre Arbeit ein

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    „Zwei plus 20 Jahre Galeriearbeit gehen zu Ende!“ Mit diesen Worten eröffnete der Keramiker Frank Brinkmann die letzte Mitgliederversammlung in der Galerie „terra rossa“ am Leipziger Rossplatz und läutete offiziell das Ende eines Projektes ein, das vor zweiundzwanzig Jahren von Mitgliedern der Keramikkunst erfolgreich gegründet wurde.

    Mit über 135 Ausstellungen nationaler und internationaler Künstler können die engagierten Akteure ein ansehnliches Portfolio vorweisen. Dabei ging es den Mitgliedern nie nur um den Verkauf. Terra rossa war ein Verein, der sich ohne öffentliche Mittel selbst finanzierte und dessen Hauptziel es war, das keramische Kunsthandwerk in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu rücken.

    Vielleicht war auch das der Grund, warum auch international bekannte Künstler den Weg an diesen Ort in Leipzig suchten.

    „Die Präsentation der Erzeugnisse von Mitgliedern teilte sich den Raum in vielfältigen Spielarten mit Plastiken von Gästekollegen und den qualifizierten Keramiken vieler Kolleginnen die nicht Mitglieder im Verein wahren. Grafik, Malerei und Installation als Form räumlicher Kunst, war oft integraler Bestandteil der Ausstellungen.

    Die Ausstellung Ungarische Rhapsodie mit Borbala Krall mit Installationen und Malerei von Katalin Bodi 2006, die Ausstellung Edward Roguszcak 2007 waren so angelegt, dass für Leipziger bisher nicht Gesehenes vor Ort zugänglich wurde. An verkaufsfähige Kunst aus unserer Galerie heraus war da in Leipzig nicht zu denken,“ hebt Frank Brinkmann die Arbeit des Vereines hervor.

    Eröffnung der letzten Ausstellung in der Terra Rossa im Juni. Foto: Detlef Rohde
    Eröffnung der letzten Ausstellung in der Terra Rossa im Juni. Foto: Detlef Rohde

    Weiter stellt er die für längere Zeit gegensätzliche Wirkung der Vereinsarbeit vor: „Ausstellungen fanden nicht nur in den Räumen der Galerie statt. Terra rossa ging auch auf Reisen, um die Keramiken der Mitglieder und Kolleginnen aus Leipzig vorzustellen. Ausstellungen in Westerstede – Galerie im Speicher 2004 – und in – Lyon – zum dortigen Keramikmarkt 2011 waren Momente der Gruppenvorstellung. Über Workshops konnten wir 2013 Mitglieder in das Porzellanwerk Eschenbach bringen und die Ergebnisse in der terra rossa aber auch in Karlovy Vary 2014 und im Porzellanwerk präsentieren.

    Mit dem Museum für angewandte Kunst im Grassimuseum konnten immer wieder temporäre Kooperationen verabredet werden in denen die terra rossa im Umfeld des Museums tätig wurde. Eine Vorstellung von keramischer Großplastik der Teilnehmer des Workshops in Bad Schmiedeberg wurde durch uns 2008/2009 im ersten Lichthof der Museumsbauten realisiert.“

    Dies im Kontext zur Ausstellung „Gefäß – Skulptur“ im Museum für angewandte Kunst, im Grassimuseum. Die Zusammenarbeit mit dem Museum für angewandte Kunst konnte 2013 verstetigt werden da die Mitglieder der terra rossa um Franziska Köllner und Angela Teubert den Keramikmarkt im Grassi organisieren und dies auch weiterhin realisieren möchten.

    Dass der Verein sich jetzt von seiner Galerie löst, ist dem Alter der Akteure zuzuschreiben, die immer noch aktiv als Künstler tätig sind. „Vereinsarbeit ist fast ein Hauptberuf, es gibt so viele Gesetze und Vorschriften zu beachten, die Buchführung und alles nimmt soviel Zeit in Anspruch, die man dann sinnvollerweise in seine eigene Arbeit und seine Haupt-Unternehmen investiert,“ resümiert Frank Brinkmann.

    Die im Juni eröffnete Ausstellung „Finissage“ ist noch bis zum 31. Juli zu besichtigen.

    Die Galeria Rossa wird zum 31. August in die Hände der Künstlerinnen Verena Deist und Johanna Lotz übergehen und zu einer offenen Schauwerkstatt mit Ausstellungsräumen abgewandelt. Wir wünschen den neuen Betreiberinnen Erfolg.

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