Der Filmverband Sachsen kritisiert den MDR für die geplanten Kürzungspläne bei „Tatort“ und „Polizeiruf“. Er befürchtet, dass „nicht nur in wirtschaftlicher, sondern auch in kultureller und gesellschaftlicher Hinsicht großer Schaden entsteht“. Der MDR möchte aus Kostengründen drei Jahre lang keine neuen Krimifolgen produzieren.
Aus Sicht des Filmverbands wären die Folgen massiv: fehlende Aufträge in Millionenhöhe, dauerhaft wegfallende Arbeitsmöglichkeiten für Kreative und auch ein Rückschritt bei der Präsenz von ostdeutschen Themen und Perspektiven im überregionalen Fernsehen. „Wir sehen unsere gemeinsamen Bemühungen um eine Stärkung und Entwicklung des Standorts sehr zurückgeworfen“, beklagt Joachim Günther, erster Vorsitzender des Vereins.
Sparmaßnahmen beim MDR dürften nicht überwiegend zu Lasten von Programm und Kreativität gehen. „Wir halten es für unabdingbar, dass Sparpotentiale viel stärker in den organisatorischen und baulichen Strukturen der Sender gesucht werden sowie in Bereichen, die nicht zwingend zur Erfüllung programmlicher Anforderungen erforderlich sind“, sagt Günther.
Vor zwei Wochen war bekannt geworden, dass der MDR in den nächsten drei Jahren keine neuen Folgen von „Tatort“ in Dresden und „Polizeiruf“ in Magdeburg produzieren möchte. Zudem soll das „Mittagsmagazin“ wieder von einer anderen ARD-Anstalt produziert werden. Unter anderem im Podcast- und Social-Media-Bereich sind weitere Kürzungen geplant.
MDR-Intendant Ralf Ludwig begründete die geplanten Veränderungen damit, dass der Rundfunkbeitrag Anfang 2025 nicht wie empfohlen erhöht wurde: „Die ausgebliebene Beitragsanpassung erzeugt für uns eine erhebliche Finanzlücke, auf die wir deshalb ab 2027 mit einer Etatabsenkung verantwortungsvoll reagieren müssen, um den MDR insgesamt wirtschaftlich und publizistisch zukunftssicher aufzustellen.“
Sparpläne und Kritik daran beschäftigen den MDR schon seit Jahren. So gab es beispielsweise vor zwei Jahren Protest gegen geplante Kürzungen im Investigativ- und Recherche-Bereich.
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