Die rechtsradikale AfD erreicht in einer aktuellen Wahlumfrage für Sachsen einen neuen Höchstwert: Sie könnte derzeit mit 42 Prozent der Stimmen rechnen. Das sind sieben Prozentpunkte mehr als der bisherige Bestwert vor einem Jahr. Die CDU fällt auf ein historisches Tief von 21 Prozent. Linke, BSW, SPD und Grüne wären mit einstelligen Werten wieder im Landtag vertreten.
Das Meinungsforschungsinstitut INSA hat im Auftrag des rechtsradikalen Mediums „Nius“ in der vergangenen Woche rund 1.000 Menschen befragt. In den vergangenen Jahren hat INSA die AfD meist etwas höher bewertet als andere Institute; nennenswerte Abweichungen waren aber nicht festzustellen.
Es ist die erste Wahlumfrage in Sachsen seit knapp einem Jahr. Die vorherige Umfrage war ebenfalls von INSA im Auftrag von „Nius“ durchgeführt worden. Damals kam die AfD auf 35 Prozent – ein Höchstwert, den sie auch 2024 in einigen Umfragen schon erreicht hatte.
Die CDU bekommt aktuell nur noch 21 Prozent der Stimmen – also halb so viele wie die AfD. Sie unterbietet damit ihre bisher schlechtesten Umfrageergebnisse von 24 Prozent, die vor einigen Jahren gemessen wurden. Im Vergleich zur Landtagswahl vor knapp zwei Jahren gewinnt die AfD ungefähr das dazu, was die CDU verliert: Die AfD steigt von 30,6 Prozent auf 42 Prozent; die CDU fällt von 31,9 Prozent auf 21 Prozent.
Linke und SPD bleiben konstant bei neun beziehungsweise sechs Prozent. Die Grünen steigen von fünf auf sechs Prozent. Neben der CDU ist das BSW der große Verlierer der neuen Wahlumfrage: Das Wagenknecht-Bündnis fällt von elf auf sieben Prozent.
Ähnlich wie in Sachsen-Anhalt wäre die AfD in Sachsen damit nur noch wenige Prozentpunkte von einer absoluten Mehrheit entfernt. Sollte eine der kleineren Parteien nicht in den Landtag einziehen, könnten 43 bis 44 Prozent bereits für die absolute Mehrheit reichen.
Ohne die AfD wäre eine Mehrheitsregierung laut der aktuellen Umfrage nur möglich, wenn alle anderen Parteien miteinander koalieren würden. Das ist angesichts des Unvereinbarkeitsbeschlusses der CDU mit der Linkspartei aber unwahrscheinlich. Auch eine Minderheitsregierung – wie sie derzeit praktiziert wird – wäre deutlich komplizierter, schließlich könnte diese nicht mehr auf wechselnde Mehrheiten im Landtag setzen, sondern bräuchte alle Stimmen abseits der AfD.
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