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Tanners Interview mit Katharina Morawe (Shut Eye´s Club): Hier sind die Erfahrungen bereits in den Mauern eingeschrieben …

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    Grenzen sprengen kann Spaß machen. Vor allem die Grenzen zwischen den Kulturen. Fließende Übergänge zu schaffen, eingefahrene Wege zu verlassen, das unterscheidet den Menschen vom plumpen Herdentier. Katharina Morawe versucht dies nun mit ihrem Shut Eye´s Club am Freitag, den 13.02.2015 mit Theater, Text und Clubmusik. Mit Herz und Verstand. In der alten, fast vergessenen Tradition der Aufklärung. Hut ab und hin da.

    Hallo Katharina. Du bist die Regisseurin und Ideengeberin von Shut Eye´s Club. Was soll das denn sein?

    Shut Eye’s Club ist ein Projekt (Premiere ist am 13.02.; Einlass 22:00 Uhr) in dem verschiedene Künste miteinander verschmelzen werden. Ich habe mich in meiner Ausbildung bislang auf Sprechtheater konzentriert und habe dann über die Veranstaltungsreihe „Style wild Battles“ in der Distillery zum Tanz gefunden. In dieser Performance wird im Club alles aufeinander abgestimmt: Tanz-Choreografien aus dem HipHop und anderen Stilen verbinden sich mit Sprache und Musik.

    Wir schaffen einen dritten Raum, in dem sich Kulturen gegenseitig beeinflussen. Unsere Arbeit ist von afrikanischen Tanzritualen inspiriert und es werden DJs spielen, die ständig auf der Suche sind nach einem globalen Sound, der Zukunftsmusik in unserer Clublandschaft. In dieser Fusion werden die Grenzen zwischen Performern, Tänzern und Gästen aufgehoben. Es gibt keinen festgelegten Bühnenraum. Alle bewegen sich im Club frei und überall finden Performance-Szenen statt. Das Publikum wird eingeladen sich tanzend als ein Teil des Ganzen zu erfahren.

    Wofür wird denn das bei Vision.Bakery eingefahrene Geld genau gebraucht und ausgegeben?

    Das Crowdfunding war ein Versuch, sich in der freien Tanzszene von knappen Fördergeldern unabhängig zu machen. Wir sind eine Produktion der Nachwuchsplattform Werkstatt e.V. und dank eines Produktionsbudgets, welches auch mit Mitteln des Kulturamts Leipzig ermöglicht wird, kann das Projekt überhaupt stattfinden. Produktionskosten decken allerdings nur Materialien für Bühnenbild, Veranstaltungsversicherung, etc. – da sind noch keine Gagen drin, denn dieses Format richtet sich vor allem an Theatergruppen, die sich neu gegründet haben und erst einmal ausprobieren. Dies ist meine zweite Werkstatt und ich arbeite nun mit professionellen Künstlern zusammen, die von ihrer Arbeit leben wollen. Zudem ist diese Werkstatt etwas anders: Unsere Kosten sind allein durch den Veranstaltungsort außerhalb des LOFFTs höher. Normalerweise finden die Werkstatt Aufführungen auf der kleinen Probebühne statt und die Raummiete ist dann ein Teil der Förderung.

    Wann und wo soll denn der Shut Eye´s Club stattfinden?

    Wir veranstalten in den Räumen vom Kulturkollektiv Plagwitz e.V. im Pferdehaus//KH 87. Mit dem Veranstaltungsort müssen natürlich auch organisatorisch die Produktionsbedingungen vom Theater mit denen vom Club abgestimmt werden. Wir haben im Theater z.B. keine Security, die nun notwendig ist. Aber wir werden zum Glück vom Kulturkollektiv beraten und unterstützt.

    Was treibt Dich? Warum machst Du Dir die ganze Arbeit? Erzähl mal bitte …

    Ich habe die Vision von Theater außerhalb des Theaters. Mich interessieren neue Formate, in denen Performance stattfindet. Wir wollen Performatives in den urbanen Zwischenräumen untersuchen. Also Fragen zum menschlichen Zusammenleben am Ort des Geschehens stellen. Mich interessieren keine Kulissen. Ein perfektes Bühnenbild findet sich draußen, im Club oder in einer alten Fabrikhalle. Hier sind die Erfahrungen bereits in den Mauern eingeschrieben, welche durch Performance herausgelöst und diskutiert werden.

    Und wie geht es dann weiter? Wird das das nächste große internationale Ding? Aus Leipzig rund um die Welt? Ibiza, Wanne-Eikel, Paris?

    Nach meinem Studium möchte ich eine Tanzcompany gründen. Das hat den Vorteil, über einen langen Zeitraum eine Beziehung zwischen den Tänzern und der Choreografie aufzubauen und kollektiv Ideen zu verwirklichen. In der freien Szene ist es leider so, dass aufgrund der Förderungsbedingungen wenig Wiederaufnahmen gespielt werden. Ich möchte eine Überproduktion vermeiden und nachhaltig innerhalb einer festen Company arbeiten. Mein Ziel ist es, Produktionen zu erarbeiten, die dann auf Tour gehen. Frankreich, Avignon wär‘ schon ein Theatertraum …

    Wir drücken die Daumen …

    Danke Volly – und hier noch die Hardfacts zum weiterinformieren – Shut Eye´s Club: Eine Produktion von Katharina Morawe in Zusammenarbeit mit Werkstattmacher e.V. und LOFFT – DAS THEATER. Gefördert von der Stadt Leipzig, Kulturamt.

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