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Tanners Interview mit Jan Lindner: Der Teddy mit den losen Kulleraugen

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    Literarische Trüffelsuche beginnt beim wirklichen Interesse an der hiesigen Schreiberwelt. Und so traf das Vorstandsmitglied im Sächsischen Literaturrat und Mitglied im Kulturwerk Deutscher Schriftsteller Sachsen Volly Tanner den Schreiberkollegen Jan Lindner, der gerade sein neues Buch "Der Teddy mit den losen Kulleraugen" bei Periplaneta Berlin in die Öffentlichkeit bringt. Hier das fluffig-lockere Zeugnis ihres Beisammenseins.

    Dein neues Buch „Der Teddy mit den losen Kulleraugen“ kommt am 16. Januar auf den Markt. Am 19. Januar ist dann Release im NBL. Nach dem Ausscheiden der Edition PaperONE standest Du ja zuerst ohne Verlag da. Nun ist Periplaneta aus Berlin Deine Heimat. Wie kam’s dazu?

    Ja, besonders barsch traf mich der Schlag, zumal das neue Buch nicht nur bereits seit spätem Frühjahr letzten Jahres fix und fertig geschrieben war, sondern nach längerem Ringen mit externer Seite nun endlich also im Oktober im Grunde auch zum Druck bei PaperONE bereit lag – das Cover inkl. Preis, Klappentext und Vorwort – alles war ja bereits planmäßig gesetzt und wartete quasi nur noch auf den Startschuss und dann eben jener überraschende Schnitt der Verlagsauflösung. Umso glücklicher bin ich jetzt natürlich so schnell und beinahe nahtlos einen neuen, und mit Periplaneta einen ausgezeichneten und überaus emsig ambitionierten Verlag zu finden, der mich sehr herzlich aufgenommen hat und mir vollste Unterstützung signalisiert.

    Bei Periplaneta gibt es auch gern eine CD zum Buch. Ist schon ein großer Sprung auch für Dich. Wie fühlte sich die Studioarbeit an?

    Zunächst einmal war ich erfrischt von der Professionalität, von der Liebe zum Detail, die im Hause Periplaneta wohl übergreifend vorzuherrschen scheint. Nicht nur, dass man über ein verlagsinternes Literaturcafè, hochwertiges Equipment zur Erstellung von Buchtrailern und Video-Mitschnitten sowie eben ein eigenes Label und Tonstudio zur Produktion von Hörbüchern und Musik-CD’s verfügt, nein – die ganze Einrichtung, von Sofaecke bis Bücherregal, ist liebevoll auf die Farben des Verlages abgestimmt und wird somit zu einer schönen Einigkeit, zur Etikette.

    Die Arbeit im Studio an sich war ja neu für mich und natürlich überaus spannend. Unter der Anleitung von Verleger Thomas Manegold, der ja selber bühnen- und sprecherprobter Autor ist, habe ich schnell hineingefunden und gerade auch das technisch hochwertige Allerlei, die „Jetzt zählt?s“-Ernsthaftigkeit, die von Studio und professionellem Gerät ausging, hat mir glaube ich noch einmal einen besonderen Schub beim Einsprechen gegeben.

    Was hast Du denn im Buch drinne? Bestimmt ja wieder Lyrik – aber worum geht’s?
    Eigentlich sollte mein nächstes Buch ja ein Prosaband werden – mein erster, der mittlerweile bereits etwa zur Hälfte geschrieben ist – aber gerade aufgrund der großen Resonanz zu meinem ersten Sonettenkranz „Die Siedlung am Fluss“, mit dem ich nicht zuletzt auf vielerlei Lesungen punkten und Interesse schüren konnte, wollte ich das dann doch in Buchform gebannt wissen und also zwischenschieben. Da der Kranz neben einigen neuen Gedichten, Schüttelreimen und Limericks aber wohl zu wenig Material für einen ganzen, einen feisten, runden Lyrikband ergeben hätte und ich aufgrund des großen Zuspruchs gleichfalls besonders angestachelt war, schrieb ich noch einen zweiten Kranz: „Vorm schwarzen Tor“.

    Ein Sonettenkranz besteht aus 14+1 Sonetten, die inhaltlich wie auch formell miteinander verflochten sind. Nimmt sich der erste Kranz, den ich als „selige Orgie der Verwüstung und Zerstörung“ beuntertitele, in den Sonetten noch der Beschreibung diverser Einzelschicksale an, so kräuselt sich „Vorm schwarzen Tor“ noch mehr oder weniger klassisch in der Form einer durchgehenden Geschichte zum Höhepunkt hin. Björn Hayer beschreibt es in seinem tollen Vorwort folgendermaßen: Es ist „die Geschichte von einem alten Mann, den es zu einem Ort jenseits einer Mauer hinzieht [.“] und die sich wie eine Introspektive in den Seelengrund des Menschen liest.“

    Legendär war ja auch Dein mittlerweile historischer gutbezahlter Auftritt bei einem westdeutschen Fußballverein. Erzähl mal – wie lief denn das ab?

    Also Fußballverein ist nicht ganz richtig – die Lesung stand zwar wie die hiesige Bolztruppe Bayer 04 Leverkusen ebenfalls unter dem unterstützenden Stern der Bayer AG, jedoch wurde ich gewiss nicht im Auftrag Wolfgang Holzhäusers gebucht, seinen Schößlingen und Rasenackerern das 1×1 und 2:0 der Lyrik zu erklären, sondern vom Zweigprojekt Bayer Kultur, das sich ein ganzes Jahr vor dem anberaumten Lesetermin per E-Mail an mich wandte. Dann gab es zwei Telefonate, bei denen mir angesichts der im Raum stehenden Summen, die, ohne mein verhandlungsunbegabtes Zutun, vom Kulturbeauftragten selber noch weiter in die Höhe getrieben wurden, Hören und Sehen verging. Besonders schienen meine Limericks wohl Anklang gefunden zu haben, mit denen ich auch in der Presse beworben wurde, aber wie die letztlich auf mich gekommen sind, weiß ich leider bis heute nicht.

    Und was können die Literaturinteressierten am 19. Januar von Dir im NBL erhoffen? Gibts Specials? Überraschungsgäste? Freigetränke?

    Den einen oder anderen Leckerbissen wird es geben; u.a. werde ich vom grandiosen Fingerakrobaten Kevin Schmidt an der Gitarre unterstützt, dessen Songs sich elegant ins Stimmungsbarometer der einzelnen Texte einfügen. Aber auch der Verlag selber wird seine Finger im Spiel haben und repräsentativ eben Thomas Manegold als Sonde ins schöne Leipzig aussenden, der nicht zuletzt wohl auch den Teelöffel klirrend aufs Glas setzen und zum Worte anheben wird. Darüber hinaus wird der zerknautschte, titelgebende Teddy natürlich auch als Anlass genommen – in welcher Form allerdings wird nicht verraten!

    Danke für das Gespräch und Dir natürlich toitoitoi und über die Schulter gespuckt!

    Jan Lindner – Der Teddy mit den losen Kulleraugen – Premierenlesung im Noch Besser Leben, 19.01.2013 20:00 Uhr.

    www.jan-lindner.de

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