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Tanners Interview mit dem GRÜTTROCK-Drummer Björn Kerstan

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    Manchmal ballert dem Journalisten im Tanner eine Stimme das Haupthaar weg. So geschehen letztens, als GRÜTTROCK spielten und Luba ihrem Organ Zucker gab. Was für ein Gefühl! Da Tanner die Anna von Hilde Tanzt! gut kennt und Anna mit Björn, dem Drummer von GRÜTTROCK liiert ist, fragte Tanner den Björn einfach mal alles, was es zur Band so zu fragen gibt.

    Hallo Björn. Beim letzten GSS-Fest (das ist das Georg-Schwarz-Straßen-Fest) habt Ihr als GRÜTTROCK vor Anna Hopperdietz Laden „Hilde Tanzt!“ für Massenansturm gesorgt. Du selber bist nun der Drummer der GRÜTTROCKer. Kannst Du die Kapellenmitstreiter und -innen mal bitte kurz vorstellen?

    Der Kern der Band besteht aus Marco Grüttner an der Gitarre, mir (Björn Kerstan an den Drums) und Luba am Gesang. Marco und ich machen bereits seit über 10 Jahren gemeinsam Musik, sind also fast musikalische Sandkastenfreunde. Unsere erste Band hatten wir zusammen im lokalen Jugendhaus, eine Schülerband. Wir haben aber nicht alles zusammen gemacht, jeder von uns hatte sich auch individuell in anderen Projekten weiterentwickelt. Unser längstes und erfolgreichstes Bandprojekt war „Peerless“ ein Instrumental-Trio, das durch Tom Fecher am Bass komplettiert wurde.

    Wir konnten stundenlang jammen und trafen uns täglich im Proberaum. Das führte uns mehrfach auf die Frankfurter Musikmesse als Showband für die Firma Carvin (USA). Leider ging es nach diesem kurzen Erfolg für jeden einzelnen im Privatleben im Alleingang weiter. Abitur, Ausbildung, Studium, Du weißt schon. Trotzdem hatten wir uns musikalisch als auch menschlich nie aus den Augen und Ohren verloren und trafen uns regelmäßig zu Jamsessions.

    Und wie kam Eure faszinierende Röhre dazu?

    Unser Kapellmeister Marco hat dann vor fünf Jahren Luba mit in den Proberaum meiner vorherigen Rockband „Dawn´s Moment“ gebracht. Die beiden begannen dann, unsere Bandhomebase in Hörlitz aufzubauen. Dort befindet sich ein analoges Tonstudio, wo wir unsere Ideen und Songs aufnehmen, oder auch einfach bei gutem Whisky der einen oder anderen Schallplatte lauschen. Luba ist gebürtige Russin und kam bereits mit zehn Jahren nach Berlin. Sie hat auch einige Zeit in Moskau gelebt und war stets in musikalischen Projekten beteiligt. Zu ihrem Studium zog sie in die Lausitz, was uns dann alle aufeinander treffen ließ.

    Sie hat die ganzen Songideen und -skizzen, die Marco über die Jahre aufgenommen hatte, vom Staub befreit und aufgearbeitet. So begann unsere Zusammenarbeit. Wir jammten, trafen uns und begannen mit kleinen Unplugged-Gigs in den lokalen Lokalen, um einfach mal zu schauen, wie unsere eigenen Songs – neben ein paar Lieblingsstücken der Rockgeschichte – in gemütlicher Runde beim Bierchen so ankommen. Das positive Feedback war überwältigend! Seitdem haben wir nur noch eigene Songs im Repertoire und spielen in voller Besetzung.

    Die Unplugged-Idee ergab sich zum Teil auch einfach aus der Not heraus. Da wir keinen festen Bassisten hatten – und immer noch nicht haben- konnten wir nicht mit Stromgitarre auf die Bühne, da haben die tiefen Frequenzen einfach gefehlt. Unplugged hat es im Trio aber super geklappt.

    Leider haben wir eben immer noch keinen festen Bassisten für uns gefunden, dafür arbeiten wir jetzt mit mehreren Bassisten zusammen, die wir, je nach Terminlage, in unsere Band buchen. Für die Studioarbeit haben wir den Virtuosen Florian Reichelt mit an Bord. Für alle Live Gigs hilft uns der Herzblut-Rocker Ollsen Dziemba gerne aus. Ollsen dürfte der geneigten Leipziger Leserschaft als Bassist bekannt sein durch die wunderbare Funkband NILS PARKINSON. Ich spiele da auch Schlagzeug und wir haben unser aktuelles Album bei Marco im Studio aufgenommen, so kam der Kontakt zu Stande.

    GRÜTTROCK – was ist das denn für ein Begriff? Ein verunglücktes Krautrock? Klär uns doch mal bitte auf.

    Wir haben immer schon mit verschiedenen Namen rumgespielt und überlegt, was wohl passen könnte. Aber irgendwie wollte keine Wortverbindung so recht über unseren Köpfen stehen bleiben, also entschieden wir, einfach abzuwarten. So kam es dann, dass die Regionalzeitung über Marco einen Artikel veröffentlichte. In diesem ging es um ihn und um das „Rockbüro OSL“, das er zu dieser Zeit am Theater Senftenberg leitete. Unter dem Artikel gab es dann einen schönen Schreibfehler und so wurde aus der eigentlichen Zeile: „Kontakt: Marco Grüttner rockbuero-osl@theater-senftenberg.de“ die Zeile „Kontakt: Marco GRÜTTROCK buero-osl@theater-senftenberg.de“ Das amüsierte uns so sehr, dass wir GRÜTTROCK als Taufnamen unserer Band herzlich und gern annahmen.

    Anna (das ist die Chefin von Hilde Tanzt! Anm. der Red.) erzählte mir beim Flohmarktbesuch in der Roßmarktstraße von einer Crowdfunding-Aktion, die gerade bei Euch läuft. Um was geht es denn da genau? Also nicht, was Crowdfunding ist – das wissen mittlerweile ja die meisten – sondern um was es da bei Euch geht.

    Wir möchten unser Debutalbum produzieren und pressen lassen. Wir haben mittlerweile echt viele coole Songs, die wir unserem Publikum und allen, die auf gute Rockmusik – Soulrock, wie wir sagen – stehen, zu Gehör bringen möchten. Unser Ziel ist es eine voll analoge Scheibe zu produzieren, wie es in den 70er Jahren üblich war. Das heißt, die gesamte Band spielt gleichzeitig – live – den Song, der auf Magnetband aufgenommen wird, danach auf einem weiteren Magnetband ausgesteuert und letztendlich in dickes Vinyl gepresst wird. Der Sound einer analogen Produktion ist überwältigend und das benötigte Handwerk dazu auch!

    Einerseits merken wir, dass unser eigener Bandsound über das analoge Bandmaterial am besten transportiert wird, andererseits sind wir einfach auch audiophil und stehen auf Handwerk und die technischen Prozesse, die so eine analoge Produktion mit sich bringt. Um alles zu bedienen und geschmackvoll zu vereinen braucht es neben den Bandmitgliedern noch eine Handvoll hochqualifizierte Leute, die wir fair entlohnen wollen. Wir hoffen sehr, dass wir mit Crowdfunding unser Ziel erreichen, Mitstreiter finden und die nicht gerade kleine Summe von 7.500 EUR zusammenbekommen.

    Man kann sich unsere Crowdfunding-Campagne auf der Plattform Startnext ansehen und da auch direkt eine kleine oder große Spende loswerden. Neben der Beschreibung unseres Projekts „Debütalbum“, haben wir da auch noch ein Video, in dem wir alles erklären. www.startnext.com/gruttrock

    Und was bekomme ich zurück? Da gibt’s ja immer Gegenleistungen, wenn’s klappt. Erhelle mich.

    Ganz genau, wer uns was geben möchte, bekommt auch was zurück! Wir haben eine Vielzahl sehr cooler Unterstützergeschenke zusammengestellt. Neben den üblichen Dankeschöns wie CDs, Vinyls und Merchandise-Artikeln kann man zum Beispiel bei mir einen Drumworkshop buchen, oder sich von uns ein Abendessen zubereiten lassen, bei dem wir dann auch gleich ein bisschen Musik machen. Wer will, kann mit uns auf Mugge fahren oder uns als Band für den Privatgeburtstag buchen. Wir freuen uns schon auf neue Begegnungen und hoffen, dass es ein Erfolg wird.

    Eure Sängerin hat ja wohl das krasseste Organ der Stadt. Ich war, als ich Euch hörte, völlig geplättet. Das ist ja die Kategorie SAFI, Doro Pesch und so weiter. Wo hat sie denn diese Stimme her? Soviel Hart-Alk und Zigaretten sind doch tödlich. Hast Du da eine Antwort?

    Mich haut es auch immer wieder um, wo sie diese Kraft hernimmt und vor allem auch nicht heiser ist nach einem Gig. Das ist nicht gekünstelt, sondern absolut echt! Luba hat schon immer so gesungen, ihrer Aussage nach. Sie erzählte uns mal, dass ihre ersten Worte, die sie als Kind gesagt hat „Freddy Mercury“ waren. Da ist wohl alles klar, oder?! Sie hat schon von klein auf alles mitgesungen, was im Radio lief. Ihre Vorbilder sind Robert Plant (Led Zeppelin, Anm. der Red.), ACDC, Queen, Skunk Anansie und viele andere kraftvolle Stimmen. Sie nahm auch einige Zeit Unterricht in Moskau, Berlin und Cottbus um ihre Technik zu verbessern. Aber du hast Recht, viel, viel Rauchen wird schon eine Rolle gespielt haben.

    Wie sieht es denn mit der Tournee aus? Wann wo und wie kann das Leservolk Euch denn demnächst erleben?

    Da wir noch in unseren zarten Anfängen sind, müssen wir uns selbst um unsere Gigs kümmern, was für Newcomer sehr schwierig ist. Man muss wirklich glücklich sein, wenn man irgendwo spielen darf. Wir werden meist kurzfristig angefragt und nehmen alles an, was wir bekommen können. Unser nächster fester Termin ist am 11.09.2015 beim Rock&Blues OpenAir im Freibad Vollmershain. Dort haben wir die Ehre für die Monokel Blues Band und Tino Standhaft das Festival zu eröffnen. Im Anschluss gibt es eine Blues-Session, bei der unsere Sängerin Luba auch noch mal ans Mikro treten wird.

    Also ein Muss für alle, die den Blues lieben. Wir freuen uns auch schon sehr auf diesen Gig. Ansonsten sind wir aktiv auf der Suche nach Synergiepartnern, die uns helfen können unsere Idee nach vorn zu treiben. Wer also Bock auf Rock hat, kann sich gern an uns wenden! Wir freuen uns drauf!

    Danke Björn – und knuddel die Anna von mir.

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