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Reformation, Mendelssohn, Monteverdi: Leipziger Bachfest lockt tausende Besucher in Kirchen und Konzertstätten

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    Seit Freitag ist wieder Bachfest. Im Mittelpunkt steht die Musik Johann Sebastian Bachs. Noch bis kommenden Sonntag sind in Leipzigs Kirchen und Konzertstätten insgesamt 120 Veranstaltungen zu erleben. Thematisch zirkuliert das Festival in diesem Jahr um das Reformationsjubiläum, den 450. Geburtstag Claudio Monteverdis und Felix Mendelssohn-Bartholdy.

    Den Startschuss gab wie üblich die Orgel. Thomasorganist Ulrich Böhme leitete am Freitagnachmittag kurz nach 17 Uhr mit Bachs Toccata in F-Dur (BWV 540/1) und der Choralbearbeitung „Wir glauben all an einen Gott“ aus der Klavierübung III das Eröffnungskonzert ein. Wie in jedem Jahr waren in der Thomaskirche zahllose Ehrengäste aus Politik, Kultur und Wirtschaft versammelt. Unter ihnen die finnische Botschafterin Ritva Koukku-Ronde, die in diesem Jahr die Schirmherrschaft übernommen hat, Diplomaten von über 40 Nationen, Kulturministerin Eva-Maria Stange (SPD), Bundestags- und Landtagsabgeordnete, Mitglieder des Stadtrats.

    Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) sprach ausführlich zum diesjährigen Motto, das Luther-Zitat „Ein schön new Lied“. „Die Musik ist ein Geschenk Gottes“, zitierte das Stadtoberhaupt den Reformator. „Luther verdanken wir das evangelische Gesangbuch. Und natürlich sind die Kompositionen eines Johann-Sebastian Bach oder Heinrich Schütz ohne das geistige Lied – den Choral – schwer vorstellbar.“

    Bach-Archiv-Präsident Sir John Eliot Gardiner betrieb derweil Werbung in eigener Sache, pries ausgiebig seine beiden eigenen Auftritte an diesem Wochenende im Gewandhaus an. „Ich wünsche Ihnen ein schönes und erfülltes Bachfest, das auch im Zeichen von Monteverdis 450. Geburtstag steht.“ Am Dienstag und Mittwoch stehen mit dem „L’Orfeo“ und der Marienvesper zwei Meilensteine der Musikgeschichte auf dem Spielplan – beide Male ohne Beteiligung Gardiners und seines Monteverdi Choir.

    Noch bevor die beiden Hauptwerke des Abends erklangen, verabschiedete sich der Engländer in Richtung Gewandhaus zur Probe. Von der angeblichen Kluft zwischen Bach-Archiv und Gewandhaus war zumindest in seiner Ansprache nichts zu hören.

    Sir John Eliot Gardiner eröffnet das Bachfest 2017. Foto: Bachfest Leipzig/Jens Schlüter
    Sir John Eliot Gardiner eröffnet das Bachfest 2017. Foto: Bachfest Leipzig/Jens Schlüter

    Musikalisch präsentierten Gotthold Schwarz, die Thomaner und das Händelfestspielorchester Halle einen Vorgeschmack auf das, was in den nächsten Tagen folgen soll. Auf dem Programm standen die Kantate „Eine feste Burg ist unser Gott“, deren Originalpartitur seit Anfang des Jahres im Bachmuseum zu bestaunen ist, und Mendelssohns Chorsinfonie „Lobgesang“. Zwar ist das Händelfestspielorchester in Fragen historischer Aufführungspraxis nicht die Crème de la Crème der Region. Doch Dank eines beherzten Zugriffs durch Schwarz, den wie üblich akkurat eingestellten Thomanern und starken Solisten bekamen die Zuhörer ein erfreulich gutes Konzert zu hören.

    Am Samstag kündigte das Bach-Archiv schließlich einen Knüller an. Zum Auftakt der nächsten Auflage 2018 werden an drei Tagen die 30 besten Bach-Kantaten zyklisch zu hören sein. Für den Leipziger Kantaten-Ring verpflichteten die Organisatoren einige der profiliertesten Bach-Ensembles unserer Zeit. Die Karten kosten im Abonnement zwischen 100 und 500 Euro. Ohnehin wird sich das bislang kirchenlastige Bachfest im kommenden Jahr noch stärker in Richtung eines Musikfestivals entwickeln.

    Davon zeugen die Aufführungen beider großer Bach-Passionen ebenso wie eine stärkere Einbindung des Gewandhauses als Spielstätte. Passionen, Klavierübung und Wohltemperiertes Klavier werden als Aufführungszyklen angeboten.

    In eigener Sache: Lokaler Journalismus in Leipzig sucht Unterstützer

     

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