Der Leipziger „Ring“ nimmt Formen an

Die Oper Leipzig entwickelt seit 2013 einen neuen "Ring des Nibelungen". Von Donnerstag bis Samstag waren die ersten drei Teile anlässlich der Wagner-Festtage erstmals zyklisch zu erleben. Das Großprojekt unter der Leitung von Rosamund Gilmore nimmt allmählich Formen an.

Ein Jammer, dass Leipzig nicht Bayreuth ist. Bringen die Richard-Wagner-Festspiele eine Ring-Produktion binnen weniger Tage zyklisch auf die Bühne, benötigen selbst gestandene Opernhäuser für solch ein Großprojekt für gewöhnlich vier Spielzeiten. Der geneigte Wagnerianer muss sich also gedulden, um eine Neueinstudierung in ganzer Pracht zu erleben.

In der Messestadt hat Regisseurin Rosamund Gilmore mittlerweile drei der vier Ring-Opern vollendet. Schon heute ist absehbar, dass das Resultat kein neuer Jahrhundert-Ring wie der von Joachim Herz oder Patrice Chéreau sein wird. Der Abend ist auch kein neuer Meilenstein in der Ring-Deutung wie Frank Castorfs vierteiliger Abgesang auf den Kapitalismus, der gegenwärtig in Bayreuth zu erleben ist. So betrachtet, ist der Gilmore-Ring eine verpasste Chance des Hauses, sich mit der Strahlkraft des Nibelungen-Rings in puncto Wagner-Rezeption der internationalen Spitze anzunähern.

Die Regisseurin begreift den Stoff als eine düstere Fabel für Erwachsene. Ihre Figuren könnten schon rein äußerlich dem Märchenbuch entsprungen sein. Wotan erscheint etwa im Rheingold als König im Samtmantel. Sein sozialer Absturz vom Gott zum irdischen Wanderer vollzieht sich durch einen rabiaten Wandel seines Erscheinungsbildes. In der „Walküre“ trägt der Göttervater ein Glubschauge, im „Siegfried“ eine Augenklappe.

Gilmore wagt in Leipzig keine Wagner-Revolte, sondern fasst den Stoff behutsam mit Samthandschuhen an. Die Britin fokussiert sich auf die abstrakten Motive der Ring-Dichtung. Liebe, Macht, Tod. Wagners Musik untersetzt sie mit einem Tänzerensemble. Der Kunstgriff schlägt leider in den meisten Bildern fehl. Bekanntermaßen galt Wagner nicht als Freund des Balletts. Und die klanggewaltigen Ring-Melodien sind beileibe keine Tanzmusik.

Der Bühnentanz, modernes Tanztheater mit Versatzstücken des klassischen Balletts, funktioniert nur in den Momenten, in denen die Tänzer Rollen einnehmen. Sei es die Schlange im „Rheingold“ oder der Waldvogel im „Siegfried“. Ansonsten sind sie durchweg überflüssig, aber dennoch vorhanden. Gilmore scheint sich in eine Idee verrannt zu haben, die den Erfolg der Inszenierung unnötigerweise schmälert. Denn Wagners wirkungsmächtige Musik bedarf eigentlich keiner Kommentierung durch tänzerische Elemente.

Scherzo, Märchen, Komödie: "Siegfried"-Inszenierung an der Oper Leipzig. Foto: Karsten Pietsch

Siegfried (li.), Mime (re.) und Tänzerinnen (hinten). Foto: Karsten Pietsch

Der „Siegfried“ entpuppt sich als das Schlüsselmoment in Gilmores Inszenierung. Als Breaking Point. Inszenatorische Stränge, die die Regisseurin in „Rheingold“ und „Walküre“ angelegt hat, kulminieren im dritten Akt, wenn Wotan innerlich am Brünnhilde-Felsen zerbricht. Der Göttervater vermag es nicht, den aufmüpfigen Siegfried zu stoppen. Dieser zerschlägt mit dem Schwert Nothung vor einer riesigen, zerklüfteten Mauer Wotans Speer. Die Bühne beginnt sich zu drehen. Die Rückseite des Mauerfragments entpuppt sich als die Götterburg, vor der schon der dritte Walküre-Akt spielte. Doch die Burg, das von den Riesen errichtete Statussymbol der Götter, ist entzwei gebrochen.

Bühnenbildner Carl Friedrich Oberle hat im „Siegfried“ weitere Hingucker kreiert. Im zweiten Akt steigt Wotan von jenem (mittlerweile eingestürzten) Torbogen herab, über den die Götter im „Rheingold“ ihre Burg bezogen hatten. Kongenial ist der Einfall, Fafner nicht als Lindwurm, sondern als Riesen darzustellen. Eine monströse Figur, die auf einem roten Plüschsofa sitzt, zu deren Füßen sich der Nibelungenhort erstreckt. Sieht komisch aus, soll komisch sein. Immerhin konzipierte Wagner den „Siegfried“, den zweiten Tag seines Bühnenfestspiels nach dem Vorbild antiker Dionysien, als Komödie.

Daneben arbeitet Gilmore mit Symbolen. Die berühmte Schmiedeszene geht ohne Feuer und Rauch über die Bühne. Nothung wird von Siegfried auf der Vorderbühne am Amboss baukastenmäßig zusammengesteckt. Zuvor recken die Tänzer, die sich in einem grünen Dickicht in der Bühnenmitte bewegen, Schwertgriffe in Form christlicher Kreuze gen Bühnenhimmel. Ein Kontrapunkt zu Wagners Wahn nach einer Kunstreligion?

Ein schöner Kniff sind die Auftritte des Waldvogels. Ballerina Sandra Lommerzheim vertanzt im schneeweißen Kleid erst Siegfrieds Sehnsucht nach seiner Mutter, dann den Gesang des Vogels, während Eun Yee You die Partie aus dem Graben singt.

Der Protagonist tritt als rebellischer Jüngling in Erscheinung. Ein frecher, naiver Lausbub in Latzhose, der seinen Platz in der weiten Welt sucht. Tenor Christian Franz singt Siegfried inbrünstig und voluminös, wird mit der Partie aber nicht ganz warm. Siegfrieds Gegenspieler, der Zwerg Mime, ist in Gilmores Inszenierung der kühl berechnende Psychopath. Dan Karlström avanciert in der Partie, die er mit diabolischem Duktus und gewitzter Mimik vorträgt, zum heimlichen Star des Abends.

John Lundgren interpretiert den Wanderer mit einer reichlichen Portion an Bassschwärze, die vorzüglich zu den nihilistischen Zügen der Figur passt. Mit der Sopranistin Elisabet Strid ist der Oper für die Brünnhilden-Partie ein guter Griff gelungen. Die Schwedin weiß mit einem bestechend klaren Timbre zu begeistern.

Am Pult findet Ulf Schirmer einen eigenständigen Zugriff auf Wagners Partitur. Der Opernintendant führt das Gewandhausorchester erfrischend flott durch manch ausufernde Passage. Das mag für den einen oder anderen Wagnerianer hier und dort gewöhnungsbedürftig sein, hört sich aber gut an. Glatte fünf Stunden dauert der Leipziger „Siegfried“. Am Samstag spendeten die Zuschauer Sängern und Dirigent stehende Ovationen.

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