Seine berühmteste Oper kennen im Grunde alle: Am 22. Dezember 1837 feierte Albert Lortzings „Zar und Zimmermann“ Premiere. In Leipzig, der Stadt, in der Lortzing (1801-1851) seine größten Erfolge feierte, beim Publikum beliebt war und vom Stadtrat trotzdem in die Wüste geschickt wurde. Da gibt es einiges wiedergutzumachen in dem Jahr, in dem Lortzings Geburtstag sich zum 225. Mal jährt. Und das geht gleich im Januar los, wenn die Hochschule für Musik und Theater zur Studioprodukrion „Der Waffenschmied“ einlädt.
Kompositionen von Albert Lortzing waren viele Jahre lang an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig (HMT) präsent, als von 2002 bis 2023 der Lortzing-Wettbewerb (ein Gesangswettstreit, den ab 2024 der „Leipziger Gesangspreis“ ersetzte) veranstaltet wurde. Nun hat die Stadt Leipzig das Jahr 2026 anlässlich des 225. Geburtstages des Komponisten als Lortzing-Jahr ausgerufen – und ebenso die Hochschule beteiligt sich daran.
Lortzings größter Opernerfolg ist „Zar und Zimmermann“, „in der es um eine bornierte Obrigkeit geht“, wie Wikipedia das Werk kurz auf den Punkt bringt. Außerdem schrieb er Lustspielopern, wozu auch „Der Wildschütz“ (in der HMT 2014 zu sehen gewesen) und „Der Waffenschmied“ gehören.
„Der Waffenschmied“
Die Handlung von „Der Waffenschmied“ führt nach Worms ins 16. Jahrhundert. Hauptperson ist Hans Stadinger, ein berühmter Waffenschmied, der zugleich Tierarzt ist. Sein Gegenspieler Graf von Liebenau hat sich in Marie, die Tochter des Waffenschmieds, verliebt. Eigentlich soll Liebenau aber ein Fräulein von Katzenstein heiraten. Er will Marie daher auf die Probe stellen, ob sie ihn wirklich begehrt und lässt sich dazu inkognito als Schmiedegeselle Konrad bei Stadinger anstellen …
Die Vorstellungen in der HMT im Gebäude Dittrichring (Blackbox) finden mit Studierenden der Fachrichtung Klassischer Gesang/Musiktheater vom 9. bis zum 13. Januar statt (Freitag und Montag, 19.30 Uhr sowie Samstag und Sonntag um 15.30 Uhr).
In Kooperation mit dem Theater Rudolstadt ist diese Studioproduktion auch als Gastspiel unterwegs. Gemeinsam mit den Thüringer Symphonikern unter der Leitung von Oliver Weder sind Vorstellungen am Theater Rudolstadt (Großes Haus) im Februar/März zu sehen.
Studioproduktion Albert Lortzing (1801-1851): „Der Waffenschmied“. Die Spieltermine am Dittrichring 21, Blackbox (-1.33)
Freitag, 9. Januar, 19.30 Uhr
Samstag, 10. Januar, 15.30 Uhr
Sonntag, 11.Januar, 15.30 Uhr
Montag, 12.Januar, 19.30 Uhr,
Inszenierung: Bernhard Stengele
Musikalische Leitung: Prof. Ulrich Pakusch
Projekt der Fachrichtung Klassischer Gesang/Musiktheater
Fassung mit Klavier
Karten gibt es zu 10 €, ermäßigt 7 €, HMT-Studierende 3 € für die Januar-Vorstellungen in der HMT. Achtung: begrenzte Platzkapazität!
Festival „Lortzing 26“
Seit 1833 war Albert Lortzing mit seiner Frau, der Schauspielerin Rosina Regina Lortzing, am Leipziger Stadttheater angestellt. Seine Entlassung 1845 sorgte für vehementen Protest beim Publikum. Doch die Stadt ließ sich nicht erweichen und verlor Lortzing erst an Wien, später an Berlin, wo er 1851 starb.
Die Oper Leipzig feiert den Schauspieler, Opernkomponisten und einstigen Leipziger Kapellmeister vom 24. April bis zum 3. Mai mit einem Festival „Lortzing 26“.
„Lortzing komponierte Musik für die Menschen – Werke, die Leichtigkeit, Humor und eine tiefe Humanität vereinen“, begründet die Oper selbst ihr Engagement. „In seiner Zeit in Leipzig schuf er mit Opern wie ‚Zar und Zimmermann‘ wahre Meisterwerke, die Volksnähe und künstlerischen Anspruch vereinen.“
Innerhalb des Festivals feiert dann auch „Der Waffenschmied“ am 24. April Premiere in der Musikalischen Komödie. Und „Zar und Zimmermann“ kann man in der Musikalischen Komödie am 26. April und am 1. Mai erleben. Und am 2. Mai gibt es auch ein Symposium am Institut für Musikwissenschaft der Universität Leipzig in Kooperation mit der Oper Leipzig „Albert Lortzing und das Verhältnis von Komik und Ernst in Opern der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts“.
Selbst das Eröffnungskonzert im Rahmen des internationalen Festivals für Vokalmusik „a cappella“ am 1. Mai im Opernhaus steht unter dem Titel „Albert Lortzing und die Deutsche Romantik“.
Die Leipzig Tourismus Marketing GmbH (LTM) bietet sogar als exklusives Reiseangebot ein„Lortzing-Wochenende in Leipzig 2026“.
Und die Oper empfiehlt allen Neugierigen, auch einmal auf den Spuren von Albert Lortzing in Leipzig zu wandern: „Albert Lortzing hat rege am gesellschaftlichen Leben der Stadt teilgenommen, sei es im Geselligkeitsverein ‚Tunnel über der Pleiße‘, in den Freimaurerlogen oder gemeinsam mit Robert Blum bei der Wiederentdeckung des Leipziger Schillerhauses und der Gründung des historischen Leipziger Schillervereins.
Im Rahmen des Festivals werfen wir ein Licht auf Lortzings Wirkungsstätten und erinnern an verschwundene Lortzing-Orte, wie zum Beispiel das ‚Alte Theater‘ auf dem heutigen Richard-Wagner-Platz.“
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Keine Kommentare bisher
Wunderbar, lieber Autor, daß Sie wieder so kenntnisreich auf eine interessante szenische Aufführung an der HMT hinweisen. Ich werde hingehen.