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Schauspiel Leipzig startet mit Shakespeare und Jelinek in die Spielzeit 2015/16

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    Das Schauspiel Leipzig möchte politischer werden. Die Spielzeit 2015/16, die Intendant Enrico Lübbe am Mittwoch bei einer Pressekonferenz vorstellte, steht unter dem Motto "Wieso dürfen die und wir nicht". Das Zitat ist Elfriede Jelinkes Stück "Die Schutzbefohlenen" entnommen, das ab Oktober auf dem Spielplan stehen wird.

    Das Leipziger Publikum erwartet ab dem 19. September 22 Premieren, davon sieben auf der Großen Bühne. Unter den Stücken befinden sich sieben Uraufführungen, fünf neue Inszenierungen für die Residenz und zwei Abende der partizipativen Theaterclubs „Sorry, eh“ und „ü31“.

    Im Zentrum der Spielzeit wird die theatrale Auseinandersetzung mit Ängsten, Vorurteilen und Diskriminierung stehen. Das Schauspiel hat die Aufführungsrechte an Elfriede Jelineks vielbeachteten Theatertext „Die Schutzbefohlenen“ erworben, der sich mit Flucht und Asyl in der Gegenwart beschäftigt. „Dieser Text ist eigentlich eine Überschreibung eines antiken Dramas von Aischylos“, erklärte Enrico Lübbe.

    Der Intendant, der selbst Regie führen wird, wird deshalb Jelineks Text-Collage im Rahmen eines zweiteiligen Abends Aischylos‘ Drama „Die Schutzflehenden“ gegenüberstellen. Spielwütige Leipziger können sich übrigens an dem Projekt beteiligen. Das Theater sucht für die Produktion noch Männer, die einen Flüchtlingschor bilden werden. Premiere ist am 2. Oktober.

    An ausgewählten Terminen plant das Schauspiel nach den Aufführungen in der Baustelle Diskussionsrunden mit Menschen, die sich mit verschiedenen Facetten des Asyl-Themas beschäftigen. Neben den „Schutzbefohlenen“ stehen mit „Rechnitz (Der Würgeengel)“ sowie der Übertragung von Oscar Wildes „Ernst ist das Leben (Bunbury)“ zwei weitere Jelinek-Texte auf dem Spielplan.

    Hausregisseurin Claudia Bauer wurde per Skype zugeschaltet, weil sie wegen des Bahnstreiks nicht nach Leipzig kommen konnte. Foto: Rolf Arnold
    Hausregisseurin Claudia Bauer (hinten) wurde per Skype zugeschaltet, weil sie wegen des Bahnstreiks nicht nach Leipzig kommen konnte. Foto: Rolf Arnold

    Die Spielzeit eröffnen darf der neue Hausregisseur Philipp Preuss mit Shakespeares „Sommernachtstraum“ (Premiere: 19.9.). Der Österreicher ist für das Leipziger Publikum kein Unbekannter. Am Schauspiel inszenierte der 40-Jährige Arthur Schnitzlers „Der Reigen oder Vivre sa vie“ und Heiner Müllers „Wolokolamsker Chaussee I – V“.

    Der Theatermacher interessiert sich beim „Sommernachtstraum“ besonders für die verschiedenen Handlungsebenen. „Ich arbeite schon länger an Stücken, in denen es um Traumlogiken geht“, berichtete Preuss der Presse. Die Produktion erfolgt in Kooperation mit dem Gewandhaus. Ein Bläsernonett wird mit Mendelssohns Schauspiel-Musik „Ein Sommernachtstraum“ den musikalischen Rahmen für die Inszenierung bilden.

    Eine weitere Kooperation findet ab April mit der Oper statt. Das Leipziger Ballett bringt mit „Flesh“ einen dreiteiligen Ballettabend des bekannten Choreografen Iván Perez auf die Große Bühne (Premiere: 22.4.). Weiterhin arbeitet das Schauspiel in der Spielzeit wie gewohnt mit weiteren Kulturinstitutionen und Festivals, etwa der Lachmesse oder der Euro-Scene, zusammen. „Diese Vernetzung in der Stadt bringt uns als Haus und der Stadt sehr viel“, glaubt Lübbe.

    Mit Claudia Bauer kommt eine zweite Hausregisseurin nach Leipzig, die sich auf der Großen Bühne einem Klassiker des Expressionismus widmen wird. „Metropolis“ thematisiert wie kaum ein zweites Werk jener Epoche die Ideen der Zweiklassengesellschaft und des künstlerischen Menschen. Premiere ist am 5. Februar.

    Die „Diskothek“, in der vor allem Stücke von jungen, radikalen Dramatikern zu erleben sind, erregt mittlerweile überregionale Aufmerksamkeit. Der erfolgreiche Weg soll in der Spielzeit 2015/16 mit Uraufführungen von Werken der Dramatiker Bernhard Studlar, Lukas Linder, Ferdinand Schmalz und Wolfram Höll fortgesetzt werden.

    In der Vorweihnachtszeit wird es mit der Uraufführung von Alexander Wolkows „Der Zauberer aus der Smaragdenstadt“ ein neues Weihnachtsmärchen geben. An Silvester feiert, umrahmt von Wandeldinner und anschließender Party, Michael Frayns Komödie „Der nackte Wahnsinn“ Premiere. Hausherr Enrico Lübbe wird die bekannte Komödie inszenieren.

    Wirtschaftlich blickt das Schauspiel auf ein erfolgreiches Jahr 2014 zurück. Das Haus hatte mit 110.701 Besuchern geplant. 114.965 Gäste kamen. „Die Zahlen zeigen, dass wir deutlich zulegen konnten“, befand Daniel Herrmann, der die Verwaltung des Theaters kommissarisch leitet.

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