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Das Schauspiel Leipzig eröffnet die neue Zweitspielstätte „Diskothek“ plangemäß

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    An der nördlichen Ecke des Leipziger Schauspielhauses, unter dem Banner mit dem Goethe-Zitat „Das Land, das die Fremden nicht beschützt, geht bald unter“, leuchtet ein neuer Schriftzug. „Diskothek“ steht dort nun in weißen Leuchtrohrlettern, in den Schaufenstern daneben zeigen vertikal aufgestellte Bildschirme stumme Interviews mit den AutorInnen des Hauses. Unverkennbar: Das Schauspielhaus hat Nachwuchs bekommen, die neue Zweitspielstätte ist fertiggestellt und eingeweiht. Es war ein langer Weg dorthin, die Vorarbeiten starteten bereits im Sommer 2016, der komplette Umbau begann schließlich am 6. März 2017.

    Als Mirko Holze, der hauseigene Leiter für bauliche Anlagen und Esther Ningelgen, die Sprecherin des Schauspiels, mich zwei Tage vor der offiziellen Eröffnung durch die neuen Räumlichkeiten führen, sind nur noch Detailarbeiten zu erledigen. Eine große Holzleiter hinter der Bar und eine Gruppe diskutierender Männer hinter der Garderobe sorgen für ein bisschen Baustellen-Charme. Doch wie viel sich in den letzten neun Monaten verändert hat, kann man nur noch anhand der Beschreibungen von Holze und Ningelgen nachvollziehen. Das Foyer ist schlicht gehalten: Grauer Betonboden, eine in den Boden eingelassene Stuhlreihe vor der Bar und Holzvertäfelung an der Wand. Lediglich Reste des Mauerwerks deuten noch auf die ehemalige Baustelle hin. „Wir alle freuen uns, dass es nun so weit ist“, sagt Ningelgen und fügt stolz hinzu: „Terminlich in der Zeit und innerhalb des ursprünglichen Kostenrahmens“.

    Außerdem verweist sie auf Mirko Holze und seinen unermüdlichen Einsatz, er zeigt sich bescheiden und verweist auf die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Leipzig. Die hatte für den Umbau Investitionsmittel in Höhe von 4,6 Millionen zur Verfügung gestellt. Chefinnensache zur Eröffnung ist dann natürlich der feierliche Auftritt von Kulturbürgermeisterin Skadi Jennike. Oberbürgermeister Burkhard Jung ist in Vietnam und lässt sich entschuldigen. Enrico Lübbe, der Intendant des Schauspiels, betont, dass es „nicht selbstverständlich“ sei, dass bei solchen Herausforderungen wie Kita- und Schulbau oder der Verkehrsthematik so viel Unterstützung von Seite der Stadt kommt. Besonderen Dank spricht er nicht nur Jennicke, sondern auch dem früheren Kulturbürgermeister Michael Faber zu.

    Nun kann es losgehen mit den ersten Premieren in der neuen „Diskothek“. Elfriede Jelineks „Wolken.heim“ steht auf dem Programm und ist wie die zwei folgenden Premieren – die Uraufführung des Auftragswerks „Choreographien der Arbeit“ von Sascha Hargesheimer und das feministische Stück „Prinzessin Hamlet“ der Finnin E. L. Karhu – als Hinweis darauf zu verstehen, was auf der neuen Bühne in erster Linie zu sehen sein wird: Zeitgenössische Dramatik.

    Das Foyer der Diskothek kann zukünftig auch als Veranstaltungsfläche benutzt werden. Foto: Luca Kunze
    Das Foyer der Diskothek kann nun auch als Veranstaltungsfläche benutzt werden. Foto: Luca Kunze

    Eine Plattform für junge, talentierte Autoren soll die Zweitspielstätte sein – in Form von Uraufführungen, Auftragswerken und Stückentwicklungen – in der Interimsspielstätte unter dem Dach des Schauspielhauses hat dieser Ansatz unter der Leitung von Lübbe ja bereits reife Früchte in Form von Theaterpreisen eingetragen. Besonderes Augenmerk will man in der „Diskothek“ auf Wiederaufführungen bereits gezeigter Stücke legen. Nicht zufällig steht im Programm von „Wolken.heim“ der Zusatz „Leipziger Nachspiel“. Eine Praxis, die in der Theaterszene gerne vernachlässigt wird und die prekäre Lage freier Theaterschaffender zusätzlich verstärkt.

    Die neue Bühne bietet den Regisseuren und Bühnenbildnern nun deutlich mehr Möglichkeiten. Die Szenenbühne, gestaltet als überdimensionaler Bilderrahmen und flexibel bespielbar, beinhaltet ein in den Keller versenkbares Hubpodium, das hauptsächlich zum Transport von Bühnenmaterial benutzt werden wird – nicht ausgeschlossen, dass findige Köpfe dafür jedoch auch andere Verwendungszwecke finden werden. Die schwarze Tribüne kann komplett abgebaut oder umgestellt werden und fasst 199 Zuschauer. Das Foyer der „Diskothek“ kann zudem unabhängig von der Bühne als auch vom Haupthaus für Lesungen, Konzerte oder andere kleine Veranstaltungen benutzt werden. Einen Vorgeschmack darauf liefert das Schauspiel jeweils nach den Premieren in Form von Konzerten.

    Nächste Veranstaltung in der „Diskothek“:
    2. Dezember 2017
    20 Uhr Premiere „Prinzessin Hamlet“ von E. L. Karhu (Regie: Lucia Bihler) – deutschsprachige Erstaufführung

    Anschließend Konzert
    22:30 Uhr Konzert Mary Ocher + Your Government

    14. Dezember 2017
    Autorengespräch mit Sascha Hargesheimer – im Anschluss an die Vorstellung von ‚Choreographien der Arbeit‘

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