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Mord vom Elsterflutbecken vor der Aufklärung – Mutmaßlicher Mörder seit Dezember auf der Flucht

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    Auf einer überraschend einberufenen Pressekonferenz berichtete die Polizei am Freitag Morgen, dass sie nach dem jetzt identifizierten Täter im Puzzle-Mord am Elsterflutbecken fahndet. Der 23-jährige Benjamin Hupel soll der mutmaßliche Mörder von Jonathan H. aus Leipzig sein und stehe unter dringendem Verdacht, seinen Bekannten im Herbst vergangenen Jahres getötet und dessen Leiche zerstückelt am Elsterbecken abgelegt zu haben, erklärten die Strafverfolgungsbehörden am Freitag. Der Thüringer befindet sich laut Polizei auf der Flucht.

    Seit Dezember 2011 fehle jede Spur vom mutmaßlichen Mörder, so Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz auf der kurzfristig einberufenen Pressekonferenz. Versuche, den zuletzt in Leipzig wohnenden Hupel zu befragen seien gescheitert. Rainer Baacke, Leiter der 30-köpfigen Ermittlungsgruppe Soko Elster meinte, dass Hupel eine „Kontaktperson“ von Jonathan H. gewesen sein soll. Seit Bekanntwerden des Mords an Jonathan H. hätten sich zahlreiche Freunde und Bekannte des Opfers bei der Polizei gemeldet, so Baacke. Insgesamt 103 Hinweise seien eingegangen. Durch eine Abfolge von Ermittlungen sein man auf Hupel gestoßen. Und als man vergeblich versucht hatte Kontakt zu ihm aufzunehmen, habe man sich schließlich auf ihn konzentriert.

    Seit Dezember fanden mehrere Durchsuchungen statt – auch in der Wohnung des 23-jährigen Thüringers, die sich in der Nähe des Elsterbeckens befinden soll. Der dringende Tatverdacht soll sich Aufgrund von „kriminaltechnischen Spurensicherungen“ und dem Obduktionsbericht der Leiche ergeben haben. „Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei haben eine Vielzahl von Indizien zusammengetragen, die den Mordverdacht begründen“, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft Ricardo Schulz. Der Haftbefehl sei laut Schulz bereits am 24. Februar erlassen worden.
    Nun bitte man die Bevölkerung um Mithilfe bei der Suche. Bislang seien alle Fahndungsmaßnahmen ohne Erfolg gewesen, so der Oberstaatsanwalt. Hupel soll Einzeltäter gewesen sein und Jonathan H.brutal getötet haben, so Schulz. Einen Zusammenhang mit ähnlichen Fällen in Berlin und Neubrandenburg, wo in den vergangenen Wochen ebenfalls zerteilte Leichen gefunden wurden, bestehe offenbar nicht. Der grausige Mordfall steht offenbar nach vielen Monaten vor der Aufklärung.

    Ein Pilzsammler hatte im November 2011 zunächst einen Arm des Opfers im Uferbereich zwischen Palmengartenwehr und Zeppelinbrücke entdeckt. In den darauffolgenden Wochen wurden weitere Leichenteile gefunden. Bis heute fehlt der Kopf des Opfers. Auch auf der Pressekonferenz: Die Anwältin der Mutter von Jonathan H., Anne Prestrich: „Der Mord an ihrem Sohn belastet sie sehr. Meine Mandantin möchte das, was ihrem Sohn zugestoßen ist, alleine verarbeiten, sie möchte Ruhe.“

    Wo Hupel sich aufhält, ist nicht bekannt. Benjamin Hupel ist etwa 1,80 Meter groß, schlank und trägt eine Brille. Er sei in seinem Aussehen „sehr flexibel“, schilderte Baacke. Haarfarbe und -länge habe der Tatverdächtige in Vergangenheit mehrfach geändert, zeitweise auch einen Bart getragen. Er sei nicht vorbestraft und auch „keiner Szene zuzuordnen“, so der Soko-Chef. Weitere Angaben zur Person machten die Ermittler nicht. „Dies dient dem Schutz der Familie des Tatverdächtigen“, betonte Schulz.

    Hinweise nimmt die Leipziger Kriminalpolizei in der Dimitroffstraße 1 entgegen. Sie ist telefonisch unter (0341) 96 64 25 53 oder per E-Mail unter emuk.elster@polizei.sachsen.de zu erreichen.

    Zum Artikel vom 2. Dezember 2012 auf L-IZ.de
    Opfer vom Elsterbecken identifiziert: Polizei bittet um weitere Hilfe der Bevölkerung

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