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11 Kilogramm Marihuana geschmuggelt: Drogen-Großhändler vor Gericht

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    Am Donnerstag hat vor dem Leipziger Landgericht der Prozess gegen zwei Drogenhändler begonnen. Bereits im August 2010 verschickte Maamar C. (37) aus Belgien an seinem hiesigen Geschäftspartner Alexander B. (29) rund 11 kg Marihuana. Geschätzter Marktwert: 33.000 Euro. Dem Leipziger wird außerdem unerlaubter Besitz von Munition vorgeworfen. Bei einer Hausdurchsuchung hatten Ermittler etwa 950 Patronen verschiedensten Kalibers sichergestellt.

    Maamar C. sieht nicht aus, wie man sich den Klischee-Drogenbaron vorstellt. Kein bulliger Astralkörper, keine Goldkettchen, kein Macho-Gehabe. Trotzdem: Der hagere Mann im weißen Hemd soll zur „Oberliga“ des europäischen Drogenhandels gehören. Aus Sicherheitskreisen wird gar kolportiert, der Algerier habe mit illegalen Substanzen ein Millionenvermögen verdient. Vor dem Landgericht lässt er sich gleich von zwei Verteidigern beraten. Für die deutsche Justiz ist C. kein Unbekannter. Anfang des vergangenen Jahrzehnts kassierte er achteinhalb Jahre Haft. Natürlich wegen unerlaubter Einfuhr von Betäubunsgmitteln in nicht geringer Menge. Damals ging es um mehrere Kilo Kokain. Nachdem er zwei Drittel der Strafe abgesessen hatte, wurde er in seine Heimat abgeschoben.
    Von dort führte sein Weg schlussendlich in die Benelux-Staaten. Als Alexander B. sein Marihuana bestellte, hielt er sich gerade in den Niederlanden auf. Als der Vorsitzende Berthold Pfuhl seine Personalien aufnimmt, nennt er eine Anschrift in Brüssel. Per Telefonüberwachung kamen ihm die Fahnder auf die Schliche. Als dem Leipziger die Drogen auf dem Parkplatz des Kauflands in Leipzig-Heiterblick konspirativ übergeben wurden, schnappte die Falle zu. Pech für die Ermittler: Mangels Personal konnten sie nur B. verfolgen. Die Drogenkurierin aus Belgien entkam. Die Frau wurde zwischenzeitlich identifiziert und wird per Haftbefehl gesucht.

    Der Prozess gegen die beiden Geschäftsleute steht unter keinem guten Stern. Ein erster Anlauf war nach mehreren Verhandlungstagen geplatzt. Eine Schöffin hatte einen Herzinfarkt erlitten. Zum Prozessauftakt schwiegen die beiden Angeklagten. Ein Urteil wird frühestens Anfang Oktober erwartet.

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