Die 73. Deutschen Leichtathletik-Hallenmeisterschaften sind Geschichte. Die Leipziger Delegation war am Wettkampf-Wochenende in der Dortmunder Helmut-Körnig-Halle personell sehr überschaubar. In nur sieben Rennen konnten die Leipzigerinnen und Leipziger mitmischen. Immerhin: Nachdem am Freitag ein Verletzungsschreck die größte Gold-Hoffnung zerstört hatte, zog am Sonntag doch noch ein Silberstreif über den Gohliser Horizont.
Es war Rocco Martin von der SG Motor Gohlis-Nord, der das einzige Edelmetall für Leipzig aus dem Wettkampfgeschehen angelte. Am Samstag hatte er sich im Halbfinale zunächst mit einem kontrollierten Rennen den Einzug ins 800 Meter-Finale gesichert, das am nächsten Tag auf dem Programm stand. Soweit so gut. Doch der 24-Jährige hatte noch mehr Pläne.
Gerade einmal 80 Minuten waren nach seinem 800 Meter-Halbfinale verstrichen, als Rocco Martin erneut ins Rennen ging. Denn er wollte auch noch die 400 Meter mitnehmen. Der Grund: Bewerbung um einen Platz in der 4×400 Meter-Staffel für die in drei Wochen anstehende Weltmeisterschaft. Das Halbfinale schloss er als Neuntplatzierter ab, wodurch er den 400 Meter-Endlauf ganz knapp verpasste.
Zum Glück! – ist man geneigt zu sagen, denn somit war zweifelsfrei klar: Am Sonntag volle Konzentration auf das Finale über die 800 Meter. Diese Herausforderung war aufgrund der geleisteten Doppelbelastung durchaus groß genug. Doch Martin meisterte sie. Vom Start weg eilte der Polizist dem blitzschnellen Favoriten Alexander Stepanov (VfL Sindelfingen) hinterher, als hätte dieser gerade eine Handtasche stibitzt.
Ihn schnappte er zwar nicht, konnte dafür aber eine Silbermedaille konfiszieren. Es war ein kleines Déjà -vu für den Leipziger, denn 2022 hatte er bei der DM in Berlin schon einmal Silber auf dieser Strecke geholt. Damals allerdings unter freiem Himmel und zudem vollkommen überraschend. „Ich bin froh, dass das Wochenende durch ist“, sagte Rocco Martin gegenüber Leichtathletik.de, „Silber ist alles, was heute möglich war“.
Farken-Schock am Freitagabend
Möglich wäre für die MoGoNo-Athleten an diesem Wochenende sogar noch eine weitere Medaille gewesen. Wahrscheinlich sogar Gold. Leipzigs aktuell wohl prominentester Leichtathlet, Robert Farken, war dafür über die 3.000 Meter der große Hoffnungsträger. Doch es sollte anders kommen. Zehn Runden lang hatte der 28-Jährige am Freitagabend augenscheinlich alles im Griff, lag in Lauerposition an dritter Stelle.
Doch bei etwa 2.100 Metern plötzlich dass unerwartete Aus. Farken griff sich an den rechten hinteren Oberschenkel und humpelte mit Schmerzen aus dem Renngeschehen. Der Medaillentraum war geplatzt. Was bleibt ist nun vor allem die Hoffnung, dass es sich um keine schwerere Verletzung handelt. Wie bereits erwähnt: Die WM steht vor der Tür.
SC DHfK-Teilnehmer sammeln wertvolle Erfahrungen
Bei den teilnehmenden Sportlerinnen und Sportlern des SC DHfK Leipzig ging es vor allem darum, Wettkampferfahrung zu sammeln und vielleicht neue Bestzeiten auf die Uhr zu bekommen. Lilly Empl (60 Meter Hürden in 8,49 Sekunden) und Joelina Miltschus (200 Meter in 24,22 Sekunden) kratzten zumindest daran, blieben aber dennoch knapp darüber. Sie mussten nach ihren Halbfinals ebenso die Segel streichen wie Noah Malcharek (60 Meter Hürden), für den aber bereits die Teilnahme ein riesiger Erfolg war.
Guter Dinge war auch die 4×200 Meter-Staffel der Frauen in ihr Rennen gegangen. Sie hatte immerhin die siebtbeste Meldezeit im Gepäck. Doch ihr Lauf endete bereits nach dem ersten Wechsel. Joelina Miltschus hatte den Staffelstab an Lilly Heilmann weitergereicht, der dann allerdings zu Boden fiel. Leipzig war raus, Victoria Giehler und Lilly Empl, die als dritte und vierte Läuferin bereitstanden, mussten unverrichteter Dinge abbrechen.
Alle Meisterschaftsergebnisse gibt es hier auf Leichtathletik.de zu sehen.
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