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Genug Tränen: Aktionsbündnis thematisiert mit einer Petition die Eltern-Kind-Entfremdung in Deutschland

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    Ende November startete eine Kampagne mit dem Titel „Genug Tränen!“. Dahinter steckt ein Aktionsbündnis, das der Eltern-Kind-Entfremdung ein Ende bereiten will. Auch in Leipzig gibt es inzwischen eine Kreisgruppe. Während der nächsten zwei Jahre wollen die Mitglieder des Aktionsbündnisses umfänglich zum Thema Eltern-Kind-Entfremdung informieren, aufklären, Vorurteile ausräumen. Und sie wollen auch Forderungen an die Politik senden, endlich zum Schutz der Kinder vor psychischem Missbrauch tätig zu werden.  

    Eltern-Kind-Entfremdung werde noch viel zu oft ignoriert, bagatellisiert oder sogar unterstützt, stellt das Bündnis fest. Auf einer Kampagnen-Homepage kann man die Partner des Aktionsbündnisses kennenlernen.

    Als Ziel der Kampagne formuliert das Bündnis: „Wir fordern, dass Eltern-Kind-Entfremdung wie in anderen Ländern auch als Form des psychischen Missbrauchs an schutzbedürftigen Kindern wahrgenommen und anerkannt wird. Viel zu häufig noch sind Kinder diesem Missbrauch hilflos ausgeliefert – es wird beschwichtigt und weggeschaut. Beenden wir dieses familiäre Trauerspiel, welches für Kinder, entfremdete Eltern, Großeltern und weitere Familienmitglieder so unendlich viel Leid und Tränen bedeutet – ein Leben lang.“

    Besonders häufig wird das Problem sichtbar, wenn Eltern sich trennen. „Kinder brauchen beide Eltern“, betont das Aktionsbündnis. „Kein Kind sollte sich für den einen und gegen den anderen Elternteil entscheiden müssen. Kinder brauchen beide Eltern und ihr weiteres Familienumfeld, Großeltern, Tanten, Onkel. Wir wollen Kindern die Last nehmen, sie vor Entfremdung schützen und Eltern dabei unterstützen, ihre Verantwortung gegenüber ihren Kindern wahrnehmen zu können.“

    Während in anderen Ländern bereits umfangreiche Unterstützungsprogramme für Eltern und Kinder existieren und Eltern-Kind-Entfremdung als eine Form von Gewalt und Missbrauch an Kindern anerkannt sei, werde das Thema in Deutschland von den Verantwortlichen in der Politik weitestgehend totgeschwiegen, kritisiert das Bündnis.

    „Unsere Aktion richtet sich klar und unmissverständlich an die Politik: schützt unsere Kinder vor psychischem Missbrauch durch Eltern-Kind-Entfremdung! Wer immer vom ‚Kindeswohl‘ spricht, muss auch handeln! 2023 müssen endlich die entsprechenden Gesetzesänderungen auf den Weg gebracht sein – Kindesmissbrauch duldet keinen Aufschub und kein Wegsehen!“

    Und noch etwas konkreter: „Unser primäres Ziel ist die Verbesserung der Situation für von Eltern-Kind-Entfremdung betroffene Kinder. Damit verbunden ist automatisch auch die Verbesserung der Situation für betroffene Elternteile, Großeltern und weitere. Wir stehen ausdrücklich nicht für einen Geschlechterkampf, sondern wenden uns gegen entfremdendes Verhalten, egal, von welchem Geschlecht dies ausgeht.“

    Teil des Aktionsbündnisses, dem Eltern- und Großelternverbände angehören, ist auch der Verein Väteraufbruch für Kinder e. V.

    Für den Väteraufbruch für Kinder Leipzig formulieren Olaf Walther und Dr. Birk Engmann das Ziel der Kampagne „Genug Tränen – Kampagne gegen Eltern-Kind-Entfremdung“ so:

    „Nach wie vor kommen in Trennungssituationen der Eltern regelmäßig die Kinder unter die Räder: Umgangsvereitelung, Entfremdung, Loyalitätskonflikt, Vaterlosigkeit sind leider Alltag von Trennungskindern in Deutschland. Bis heute ist die Familienrechtsprechung nicht in der Lage, Kinder insbesondere vor psychischer Gewalt zu schützen. Deutschland ist bezüglich Kinderrechten und rechtlicher Gleichstellung von Trennungsvätern nach wie vor ein Entwicklungsland – im Gegensatz zur modernen Rechtssprechung der EU, die von vielen EU-Staaten bereits umgesetzt wurde: den Kindern beide Eltern!“

    In der Petition wird noch etwas ausführlicher erklärt, worum es geht: „Wir erleben tagtäglich, welche verheerenden Auswirkungen Eltern-Kind-Entfremdung auf das Leben der Betroffenen hat und sie kaum wirksame Unterstützung erhalten. Insbesondere die Prävention und das rechtzeitige Einschreiten gegen Eltern-Kind-Entfremdung findet viel zu selten statt. Uns ist es wichtig, dass Betroffene gesehen und gehört werden, denn häufig stoßen sie auf Unverständnis. Wir wollen verhindern, dass weitere Generationen von Kindern lebenslang mit den schweren psychischen Folgen von Eltern-Kind-Entfremdung leben müssen.“

    „Es kann aber auch anders gehen: Der Schutz von Kindern vor Gewalt hat in den letzten Jahren bedeutende Fortschritte gemacht. Wenn Kinder geschlagen oder sexuell missbraucht werden, wird dies nicht toleriert. Es wird zum Schutz der Kinder eingegriffen. Hilfsangebote für betroffene Kinder und Familien sind mittlerweile umfangreich vorhanden. Diese Fortschritte sind ausdrücklich zu loben und zeigen, dass politisches Handeln wirksamen Kinderschutz hervorbringen kann, wenn der Wille und das notwendige Problembewusstsein vorhanden sind. Genau dieser Wille und dieses Problembewusstsein aber fehlt bisher zum Thema Eltern-Kind-Entfremdung.“

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