Im vergangenen August veröffentlichte das Uniklinikum auf Instagram ein Foto, das für viel Aufsehen gesorgt hat. Ein neues Kind mit dem Vornamen „Yahya Sinwar“, benannt nach dem getöteten Hamas-Führer, wurde darauf begrüßt. In der kürzlich veröffentlichten Leipziger Vornamensstatistik für 2025 taucht der Name „Sinwar“ allerdings nicht auf.
Die beliebtesten Namen für geborene Jungen in Leipzig waren im vergangenen Jahr Noah, Adam, Oskar und Theo. Immerhin zwei Kinder bekamen den Namen „Yahya“. Sucht man aber nach dem Vornamen „Sinwar“, erhält man keinen einzigen Treffer.
Warum das Uniklinikum Anfang August die Geburt von „Yahya Sinwar“ bekanntgab, der Name in dieser Form aber nicht in der Statistik auftaucht, lässt sich nicht eindeutig klären. Zu einzelnen Fällen äußert sich das Standesamt nicht.
Allerdings bestätigt das Standesamt auf Anfrage der Leipziger Zeitung, dass es im vergangenen Jahr vereinzelt Vornamen abgelehnt hat. „Ablehnungen erfolgen grundsätzlich nur dann, wenn der Vorname nach fachlicher Einschätzung geeignet wäre, das Kindeswohl zu gefährden, etwa durch mögliche Lächerlichkeit, Anstößigkeit oder fehlenden Namenscharakter“, teilt das Standesamt mit.
Das könnte bei „Yahya Sinwar“ durchaus der Fall sein. Der gleichnamige Hamas-Anführer wurde im Oktober 2024 getötet und gilt als hauptverantwortlich für das Massaker in Israel rund ein Jahr zuvor.
Möglich wäre theoretisch auch, dass die Eltern dem Standesamt ihren Namenswunsch noch nicht mitgeteilt haben. Allerdings gibt es in Leipzig dafür eine Frist von einem Monat nach der Geburt.
Sollte das Standesamt einen Namen ablehnen, gibt es anschließend verschiedene Möglichkeiten. „In allen entsprechenden Fällen wird das Gespräch mit den Eltern gesucht. Ziel ist es, gemeinsam eine einvernehmliche Lösung zu finden, die sowohl den rechtlichen Vorgaben als auch den Wünschen der Eltern Rechnung trägt.“
Laut Standesamt wurde in den meisten Fällen eine solche Lösung gefunden. In seltenen Fällen landen solche Angelegenheiten vor Gericht. Es ist also auch nicht auszuschließen, dass noch nicht endgültig entschieden ist, ob das Kind „Yahya Sinwar“ heißen wird. Sehr wahrscheinlich ist zumindest, dass das Standesamt den Namen abgelehnt hat. Absolut sicher wird man es aber möglicherweise nie wissen.
Empfohlen auf LZ
So können Sie die Berichterstattung der Leipziger Zeitung unterstützen:









Keine Kommentare bisher