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Freiheits- und Einheitsdenkmal: Thomaspfarrer Wolff ist dafür, Stadt bittet um Rücksendung der Fragebögen

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    "Dresden streitet um ein Denkmal für Helmut Kohl, Leipzig um das Freiheits- und Einheitsdenkmal. Spätestens an solchen Unterschieden merkt man, dass es ein Glück ist, Bürger dieser Stadt zu sein", sagt Thomaspfarrer Christian Wolff zur aktuellen Diskussion um ein Leipziger Freiheitsdenkmal.

    „Freuen können wir uns auch darüber, dass um das Konzipieren und Errichten des angedachten Freiheits- und Einheitsdenkmal eine öffentliche Auseinandersetzung entbrannt ist. Denn wenn ein Denkmal nicht umstritten ist, müssen alle Alarmglocken läuten. Denkmäler, die von oben verordnet werden, werden meistens entfernt, nachdem sich das ‚Oben‘ geändert hat“, stellt er fest. „Sie sind Produkt und Ausdruck diktatorischer Verhältnisse. Darum: Voraussetzung für das Gelingen des Einheits- und Freiheitsdenkmals ist der Streit um das Ob und um das Wie.“

    Über eine Frage möchte er allerdings nicht debattieren: die Kosten. Denn die Frage nach der Sinnhaftigkeit eines Denkmals müsse auch gestellt werden, wenn ausreichend Finanzmittel dafür zur Verfügung stehen und niemand befürchten müsse, dass andere Projekte auf der Strecke bleiben.

    „Ich bekenne mich dazu: Leipzig braucht das Freiheits- und Einheitsdenkmal“, sagt Wolff. Und führt drei Gründe an, die ein solches Denkmal in Leipzig notwendig machen.

    1. „Es gibt nicht viele Momente in der deutschen Geschichte, die als geglückt gelten können. Die friedliche Revolution gehört zu diesen historischen Augenblicken. Der Aufbruch zur Demokratie war genauso beispielhaft, wie die praktizierte Gewaltlosigkeit an ein Wunder grenzt. Beides – und auch die Folgen der friedlichen Revolution wie Vereinigung der beiden deutschen Staaten unter den Bedingungen des demokratischen Rechtsstaates und eines geeinten Europas – muss als Erinnerung und bleibende Aufgabe wach gehalten werden.“

    2. „Wenn wir es uns meinen leisten zu können, 2013 mit viel Aufwand an die Errichtung eines deutschnationalen Kriegsdenkmals erinnern zu müssen und dabei gleichzeitig eine grausame Kriegsschlacht folklorisieren, dann allerdings muss für alle Verfassungspatrioten die Errichtung des Freiheits- und Einheitsdenkmals von absoluter Priorität sein – und darf in seiner Dimension nicht zu klein bemessen werden.“

    3. „Der Ort des Denkmals muss so viel Raum bieten, dass sich dort tausende Menschen versammeln können – nicht nur am 9. Oktober eines jeden Jahres, sondern auch immer dann, wenn es gilt, für Freiheit, für Demokratie, für soziale Gerechtigkeit und den Rechtsstaat einzutreten und ihn zu verteidigen. Wo wir in Leipzig dafür einen geeigneten Platz finden, ist eine noch offene Frage. Über sie muss nachgedacht werden. Der Augustusplatz wird dabei eine Option sein.“

    „Ich hoffe, dass Leipzig bis 2013 die Entscheidungen über das Denkmal getroffen hat, und dass es zum 25-jährigen Jubiläum der friedlichen Revolution am 9. Oktober 2014 eingeweiht werden kann“, sagt Wolff.

    Und das Amt für Statistik und Wahlen bittet derweil um Rücksendung der Fragebögen zur Bürgerumfrage zum geplanten Denkmal.

    Die Bürgerumfrage für das Leipziger Freiheits- und Einheitsdenkmal läuft. In der vergangenen Woche wurden 3.000 repräsentativ ausgewählte Leipziger angeschrieben und gebeten, einen Fragebogen auszufüllen. Die Frist endet am 4. Februar. Um ein aussagefähiges Ergebnis zu erhalten, bittet das Amt für Statistik und Wahlen die Angeschriebenen, an der Umfrage teilzunehmen und die ausgefüllten Fragebögen an die Stadtverwaltung zurück zu schicken.

    Die Bürgerumfrage dient unter anderem dazu, ein Bild zu erhalten, wofür das Leipziger Denkmal stehen soll, welche Kriterien für die Standortwahl wichtig sind und welche Hinweise und Anregungen für das weitere Verfahren berücksichtigt werden sollen.

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