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Ein Ort, mitten in der Völkerschlacht: Zum vierten Mal reist Liebertwolkwitz ins Jahr 1813

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    Die Völkerschlacht von 1813 war kein Ein-Tages-Ereignis. Sie hatte eine lange Vorgeschichte und die Leipziger sahen das Desaster schon wochenlang vorher auf sich zurollen, bevor die Truppen ab dem 15. Oktober rund um die Stadt ihre Stellungen bezogen. Mit dem heutigen 18. Oktober wäre man 1813 längst schon seit Tagen mitten drin gewesen im Gemetzel. Aber die Liebertwolkwitzer laden in diesem Jahr erst vom 21. bis 23. Oktober zum Ortstermin ein.

    Das ist der friedliche Vorteil des Jahres 2011: Man kann sich die Wochenenden, an denen man an die seinerzeit gewaltigste Schlacht der Neuzeit erinnert, aussuchen. Das Wetter nicht ganz so sehr. Aber immerhin scheint am Wochenende besseres Wetter zu werden als vor 198 Jahren. Damals hatten starke Regenfälle die Schlachtfelder in Sumpflandschaften verwandelt. Was keinen der Feldherren zu Abzug oder gar zum Verschieben der Schlacht bewog. Napoleon sah seine Chance, die Alliierten bei Leipzig noch einmal in einer großen Materialschlacht in die Knie zu zwingen und seine Position im besetzten Deutschland noch einmal zu festigen – und die Alliierten wollten die Entscheidung, nachdem sie den Kaiser der Franzosen in den Vorwochen noch nicht zu packen bekommen hatten.

    Zum nunmehr vierten Mal geht Liebertwolkwitz nun vom 21. bis 23. Oktober auf Zeitreise. Der südöstlichste Ortsteil Leipzigs wird sich an diesem Wochenende wieder in das Jahr 1813 zurückbegeben. Ortsgeschichte, Ortsgeschichten und authentische Personen, wie sie damals in Liebertwolkwitz lebten, werden wieder den Markt und die angrenzenden Gehöfte bevölkern. Vom Pfarrer über den Lehrer oder die Handwerker, Gastwirte und Bauern bis hin zum Bürgermeister und zum Richter erwecken die Darsteller das Liebertwolkwitz aus dem Jahr 1813 wieder zum Leben. Auch Soldaten der unterschiedlichsten Nationen, die, wie damals üblich, in Scheunen und auf Dachböden einquartiert wurden, sind überall im Ort anzutreffen.

    „Unsere 1813-Tage werden beinahe so werden wie in den vergangenen drei Jahren, nur noch viel besser“, kündigt Dr. Lutz Zerling, Ortsvorsteher von Liebertwolkwitz, an. „Aufgrund des enormen Engagements der vielen Vereine, unserer Grundschule, der Kirchgemeinde, der vielen, vielen Privatpersonen sowie der Hofgenossenschaft Stiftsgut und des Interessenvereins ,Völkerschlacht bei Leipzig 1813′ konnten wir unser Programm auch in diesem Jahr wieder erweitern“, umreißt Zerling das Vorhaben, bei dem er selbst als Pferdner Liebner eine historische Rolle übernommen hat.
    Neu hinzugekommen sind in diesem Jahr beispielsweise das „Wolkser Kaspertheater“, ein historisches Biwak mit einer wilden, verwegenen Schar Lützower Jäger auf der Kuhweide vor den Toren von Liebertwolkwitz sowie der Buchhändler und Verleger Göschen, der auf seinem Weg von Leipzig nach Hohnstätt mit seinem Bücherkarren in Liebertwolkwitz hängen geblieben ist.

    Bei der besonders beliebten Lesung für Erwachsene „Liebe und Lust um 1813“ gibt es gleich mehrere Neuerungen: 1. Ein neues Programm, das sich in diesem Jahr mit Napoleons Liebespfaden befasst. Und 2. ist der Ort neu, denn aus Platzgründen musste die Lesung auf den wesentlich größeren Boden auf dem Hof der Mauriffin (Alte Tauchaer Straße 1) umziehen.

    Für die Kinder gibt es das Such- und Ratespiel für Kinder „Die Geheimnisse von 1813″. Auf den Spuren der beiden Logofiguren, Jaques Montpellier, einem französischen Soldaten, und der Liebertwolkwitzer Bauerntochter Johanna, können die Kinder so manch ein Geheimnis der Dorfbewohner lüften und werden schließlich, wenn alles richtig ist, auch dafür im Rathaus belohnt.“Unsere jährliche Veranstaltung ,Liebertwolkwitz – ein Dorf im Jahre 1813′ hebt sich ganz bewusst von den reinen Schlacht-Blut-Pulver-Darstellungen ab, ohne dabei jedoch auf die historisch überlieferten Einquartierungen, Billetierscheine und die auf die Schlacht folgende Schadenserfassung zu verzichten. Wir zeigen ein Liebertwolkwitz, wie es 1813 wirklich war – oder jedenfalls wie es tatsächlich gewesen sein könnte. Wir bieten ein Erlebnis für die ganze Familie“, hebt Zerling hervor.

    Nicht neu sind auch in diesem Jahr die Eintrittspreise. Der Freitag bleibt kostenlos, auch wenn Spenden natürlich gern gesehen sind, und Sonnabend und Sonntag kostet die Tageskarte 5 Euro und ermäßigt 3 Euro. Wer gleich an allen Tagen Spaß haben möchte, ist mit 7 Euro bzw. 4 Euro dabei. Mit dem Eintritt, der am Samstag und Sonntag auf dem Veranstaltungsterrain zu zahlen ist, werden nur die Absperrmaßnahmen finanziert, die den Ort am Wochenende auch verkehrstechnisch ins Jahr 1813 versetzen.“

    Die Liebertwolkwitzer Höhepunkte in diesem Jahr:

    Freitag, 21. Oktober, 20:00 Uhr: „Tanz auf der Tenne“ mit „Zerrwanst & Co.“ (gesonderter Eintritt: 5 ?-Taler).

    Sonnabend, 22. Oktober, vormittags: Antritt des Militärs zum Appell und anschließender Abmarsch zum Gefecht sowie ein Historischer Taufgottesdienst in der Kirche. Nachmittags: Konzerte des Frauenchors und des Trios „Via Regia“ in der Kirche sowie die Historische Modenschau.

    Sonntag, 23. Oktober, ist der ganze Tag von 10 bis 17 Uhr den Festivitäten gewidmet

    Eintritt: Freitag ab 15:00 Uhr frei – Spenden sind jederzeit herzlich willkommen! – Sonnabend 10:00 – 19:00 Uhr und Sonntag 10:00 – 17:00 Uhr: Tageskarte: 5 Euro / ermäßigt: 3 Euro; 2-Tages-Karte: 7 Euro / ermäßigt: 4 Euro.

    www.liebertwolkwitz-1813.de

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