Nach den Olympiasiegern zur Preisverleihung des "Graf Ludo" gab es an den Messetagen auch noch Weltmeister zum Kennenlernen. Die Jet-Nationalmannschaft des Deutschen Modellfliegerverbands war zu Gast und beantwortete Fragen zu den Wettbewerben in Dayton,Ohio.

Denn es geht nicht um Geschwindigkeit, sondern um möglichst realistisches Fliegen. Das heißt, dass ein Modell wie die im Maßstab 1:6 gebaute F86 eben nicht Vollgas geben kann. Umgerechnet auf das Original wäre die Geschwindigkeit dann nämlich zu hoch. Marc Fröhn war einer der Piloten beim Sieg der Mannschaft und erläuterte: “Der Start beginnt mit einem Zuruf des Helfers an die Punktrichter, dann muss die Maschine möglichst gleichmäßig anrollen und in einen 5-sekündigen Steigflug bei gleichbleibendem Winkel gehen. Hinzu kommt, dass auch die Fahrwerke eingefahren werden sollen.”
Genau so standardisiert läuft die Landung ab, dazwischen fliegt der Pilot fünf Manöver aus verschiedenen Gruppen. Hier gibt es Abstufungen, denn natürlich kann auch der Nachbau eines Verkehrsfliegers keinen Looping oder keine Rolle fliegen, wie sie hingegen mit anderen Typen durchaus möglich sind.

Bevor allerdings die Maschinen überhaupt abheben, werden sie von Wertungsrichtern streng begutachtet. Jedes kleine Detail das fehlt oder sich am falschen Fleck befindet, gibt Punktabzüge. Um einen Vergleich zu haben, fertigt jeder Teilnehmer zu seinem Modell auch eine Dokumentation an. “Unser Teammitglied Burkhard Dotzauer hat dazu in einem Museum mit einem Farbfächer die ganzen Farben mit dem Original abgeglichen.” Dann ging es zum Lackierer, der die Farben entsprechend anmischte und zusätzliche Muster für die Dokumentation anfertigte. Mit einem Stempel wird auch noch beglaubigt, dass es sich wirklich um die verwendeten Farben handelt.
Es ist leicht, sich vorzustellen, dass ein solches Hobby ein teures Vergnügen ist. Schließlich kosten auch die Turbinen 2.000 Euro, die Bausätze für den Rumpf 2.000 Euro, hinzu kommen weitere Kosten für Tragflächen, Servo-Technik und des Druckluftsystems. Das sorgt für die nötige Kraft, um die Fahrwerke ein- und auszufahren. Wenigstens ist ein Modell geeignet für die Teilnahme an mehreren Meisterschaften, sofern weiter daran gefeilt wird.

Das Referat Jetmodellflug im DMFV: http://jetmodelle.dmfv.aero

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