Der 9. November in Leipzig: Gedenkveranstaltungen in Leipzig und Umgebung

In den frühen Morgenstunden des 10. November 1938 erreichte die Reichspogromnacht mit all ihrem Schrecken - brennende Synagogen, Gewalt gegen jüdische Mitbürger, Zerstörung ihrer Geschäfte und Wohnungen - auch Leipzig. Im Gedenken an die furchtbaren Stunden, finden am 9. November in Leipzig verschiedene Veranstaltungen statt, zu denen die Bürgerinnen und Bürger herzlich eingeladen sind.
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Vor 73 Jahrzehnten brannten in Deutschland die Synagogen, wurden Geschäfte und Wohnungen geplündert, jüdische Mitbürger drangsaliert, verhaftet, gequält. Allein in Leipzig wurden sieben Synagogen und Bethäuser, 193 Geschäfte, eine Schule, zwei Friedhöfe und 34 Wohnungen von den willigen Helfern der Nationalsozialisten verwüstet und gebrandschatzt. Über 500 Leipziger Juden wurden inhaftiert und in den darauffolgenden Tagen in das Konzentrationslager Buchenwald deportiert. Damit erreichte die in der Weltgeschichte beispiellose Verfolgung und Vernichtung von jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern einen ersten Höhepunkt.

Seit 2008 ruft die Initiativgruppe „Mahnwache an den Stolpersteinen“ anlässlich des Gedenktags an die Reichspogromnacht dazu auf, an den Leipziger Stolpersteinen die Namen und Schicksale der Opfer ins gesellschaftliche Gedächtnis zurückzuholen und der Opfer des Nazi-Regimes zu gedenken. Dann werden die Steine unter dem Motto: „Die Verbrechen sichtbar machen“ gereinigt, Kerzen angezündet, Blumen niedergelegt sowie die Biografien der Opfer verlesen.

Inzwischen hat die Idee aus Leipzig in der gesamten Bundesrepublik Wiederhall gefunden: im Jahr 2011 finden in 25 Orten in sieben Bundesländern ähnliche Gedenkaktionen statt.

Hier in Leipzig wird die Gedenkaktion am 9. November um 17:00 Uhr mit einem kurzen Gedenken an der ehemaligen Synagoge in der Gottschedstraße eröffnet. Im Anschluss daran wird symbolisch an den Stolpersteinen der Familie Frankenthal vor dem Haus Dittrichring 13 mit dem Gedenken und Mahnen begonnen. Ab 18 Uhr werden stadtweit gemeinsame Mahnwachen durchgeführt. In Leipzig steht diese Gedenkaktion in diesem Jahr unter der Schirmherrschaft des Deutschen Gewerkschaftsbundes, vertreten durch den Vorsitzenden des DGB-Region Leipzig-Nordsachsen, Bernd Günther. In vielen weiteren Städten wurde die Schirmherrschaft durch deren OberbürgermeisterInnen übernommen, so zum Beispiel in Borna, Markkleeberg, Delitzsch, Konstanz und Würzburg.

„Am 9. November wollen wir den Opfern der Naziherrschaft gedenken, ihre Namen und Schicksale in das öffentliche Bewusstsein zurückholen. Wir laden alle Bürgerinnen und Bürger herzlich ein, um 17 Uhr am Gedenken an der ehemaligen Synagoge in der Gottschedstraße und im Anschluss daran ab 18 Uhr an den Mahnwachen und dem Reinigen der Stolpersteine teilzunehmen“, erklärt Bernd Günther, Vorsitzender der DGB-Region Leipzig-Nordsachsen und Schirmherr der diesjährigen Gedenkveranstaltung. „Wir Gewerkschafter waren sofort von der Idee des Stolpersteineputzens angetan und beteiligen uns schon von Anfang an daran. Es ist immer ein besonderes Erlebnis, an den Stolpersteinen mit Passanten ins Gespräch über das Schicksal der deportierten Männer, Frauen und Kinder zu kommen. Viele Teilnehmer haben ganz individuelle Formen des Gedenkens gefunden, verlesen Lebensläufe der Deportierten, tragen Gedichte vor oder berichten aus eigenem Erleben. Gerade die Vielfalt im Rahmen dieser mittlerweile bundesweiten Aktion macht das Besondere dieses Gedenkentages aus. Deshalb organisieren in diesem Jahr auch Gewerkschafter in Zwickau, Mittweida und Zschopau Mahnwachen an den Stolpersteinen.“
An der Gedenkstätte an der ehemaligen Synagoge können ab 17:00 Uhr auch einige der von zahlreichen Vereinen, Initiativen und Einzelpersonen gefertigten Gedenkkoffer mit Biografien besichtigt werden. In diesem Zusammenhang wird Roland Steckel, Schöpfer der geplanten „Gedenkinstallation für die von den Nazis über das Leipziger Schienennetz Deportierten“ seinen Entwurf und ein Modell präsentieren. Verbunden damit der Aufruf zu Spenden für das Projekt, um die zu erwartenden 10.000 Euro aufzubringen.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund begrüßt und unterstützt ausdrücklich die Bemühungen des Friedenszentrums Leipzig, eine Gedenkinstallation für die Deportierten auf dem Leipziger Hauptbahnhof zu schaffen. „Dank des großen Engagements der Initiatoren ist das Projekt sehr weit fortgeschritten. Es fehlen aber immer noch finanzielle Mittel für die Realisierung“, so Günther. „Wir bitten deshalb herzlich darum, für die Gedenkinstallation zu spenden. Auch viele kleine Beträge können dem Projekt zum Erfolg verhelfen!“

Empfänger der Spende ist:

Friedenszentrum e.V.
Konto: 307604507
BLZ: 86095604
Bank: Volksbank Leipzig
Verwendungszweck: Gedenkinstallation – Leipziger Hauptbahnhof

Die Grüne Jugend Leipzig will an diesem Tag eine Mahnwache in der Katharinenstraße 9 halten vor dem Gebäude, in dem Friedrich Wilhelm Schilling zuletzt lebte, bevor er am 28. April 1939 ins KZ Sachsenhausen verbracht wurde, wo er sieben Monate später mit 37 Jahren starb. Er weigerte sich, seine Fähigkeiten als Maschinenbauer in die Dienste der Nazis und ihrer Kriegsmaschinerie zu stellen. Stattdessen zog er das Leben eines Musiklehrers vor und wandte sich mit seinem mittels Flugblättern artikulierten Protest sogar gegen seine eigene Familie. Zum Gedenken an diesen Menschen, wurde am 24. Mai 2007 ein Stolperstein verlegt.

„Wir werden am 9. November dieses Jahres an Friedrich Wilhelm Schilling und alle anderen Opfer des Nationalsozialismus erinnern, weil wir uns gegen jede Form von Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus wenden“, so Astrid Weidt von der Grünen Jugend Leipzig. „Wir müssen gemeinsam verhindern, dass sich wieder eine Ideologie ausbreitet, die Menschen ihre Individualität nimmt und zu Angehörigen eines ‚anderen‘, minderwertigen Kollektivs macht und eine imaginierte Wir-Gruppe, ob nun Volk, Nationalstaat oder Europäer als einzig existenzberechtigt überhöht.“

„Rassistische Biologismen oder die Rückbesinnung auf eine ‚deutsche Leitkultur‘, wie sie in der letzten Zeit immer wieder von Politkern und Medien verbreitet wurden, sind die falschen Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit“, fügt Julian Mütsch hinzu. „Wir alle wissen das und müssen uns immer wieder daran erinnern, was aus solchen menschenverachtenden Ideen in der deutschen Geschichte geworden ist!“

Die Hauptgedenkveranstaltung der Stadt Leipzig beginnt nach dem traditionellen Friedensgebet in der Nikolaikirche (17 Uhr) um 18:15 Uhr an der Gedenkstätte Gottschedstraße. Andreas Müller, Erster Bürgermeister der Stadt, wird gemeinsam mit Küf Kaufmann, Vorsitzender der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig, in Ansprachen an die Ereignisse vor 73 Jahren erinnern. Der Hymnus „El Male Rachomim“ wird von Robert Gerber vorgetragen. Der Kantor aus dem texanischen Houston ist eine Woche lang gemeinsam mit Ellen Goldberg von der jüdischen Gemeinde Houston und Vorsitzende der Houston-Leipzig Sister City Association (HLSCA) – dem Städtepartnerschaftsverein in der texanischen Hauptstadt – zu Gast in Leipzig. Nach dem Kaddisch, dass von Gemeinderabbiner Zsolt Balla, gehalten wird, werden am Denkmal Kränze niedergelegt. Der Gottesdienst in der Thomaskirche schließt sich um 19:30 Uhr an.

Aber auch in anderen Kommunen in Leipzigs Nachbarschaft gibt es am 9. November Gedenkveranstaltungen an Stolpersteinen.

Markkleeberg

Die Schülerinnen und Schüler des Leipziger BSZ 1 gedenken auch in diesem Jahr am 9. November der Eheleute Bamberger, die während des nationalsozialistischen Terrors enteignet, diskriminiert und ermordet wurden. Gemeinsam mit Dr. Hella Wirtz, die heute in dem Markkleeberger Wohnhaus, dem früheren Haus der Bambergers, lebt und arbeitet, wollen sie der Familiengeschichte nachspüren und sich auch mit der historischen Verantwortung der Nachgeborenen auseinandersetzen. Dazu haben sich die Schüler mit Dr. Andrea Lorz eine kompetente Kennerin der Geschichte der Familie Bamberger eingeladen.

Gemeinsam mit Frau Dr. Wirtz wird deshalb eine etwa einstündige Gesprächsrunde ab 14:30 Uhr in den heutigen Praxisräumen in der Hauptstraße 3 (Markkleeberg) mit den Schülerinnen und Schülern stattfinden. Im Anschluss werden die Schüler die beiden Stolpersteine vor dem Haus säubern und mit Blumen und Kerzen an die Bambergers erinnern. Das BSZ 1 ist seit der Verlegung der ersten beiden Stolpersteine in Markkleeberg 2010 Pate der Steine.
Borna, Markkleeberg und Grimma

Die Landtagsabgeordneten Georg-Ludwig von Breitenbuch (CDU), Miro Jennerjahn (GRÜNE), Petra Köpping (SPD), Enrico Stange und Heike Werner (Linke) rufen gemeinsam zur Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an der Mahnwache „Stolpersteine putzen“ in Borna, Markkleeberg und Grimma am 9. November von 18 bis 18:30 Uhr auf.

Georg-Ludwig von Breitenbuch: „Der 9. November und das Erinnern an die Reichspogromnacht 1938 ist alljährlich ein tief bewegendes und nachdenklich machendes Datum. Mittendrin im deutschen Alltagsleben, und für alle offensichtlich, wurden damals Mitbürger, Nachbarn und ihre Familien angegriffen. Der Rechtsstaat war außer Kraft gesetzt, weil die Menschenwürde des Einzelnen nichts mehr galt. Mord und Willkür waren gegenwärtig. Der damalige Staat fühlte sich nicht Gott und den einzelnen Menschen gegenüber verantwortlich, sondern wie alle Diktaturen nur sich selbst.

Das Erinnern daran ist unerlässlich für die politische Arbeit und Grundgesinnung in unserem Land. Die Stolpersteine sind am 9. November ein wichtiger Punkt unserer Erinnerungskultur geworden. Daher putze ich mit.“

„Wir möchten in einem parteiübergreifenden Appell deutlich machen, dass uns ein mahnendes Gedenken an die Reichspogromnacht und die Ermordung von Millionen Juden zu Zeiten des nationalsozialistischen Regimes wichtig ist. Die Verbrechen der Nazis dürfen nicht in Vergessenheit geraten“, erläuterte Miro Jennerjahn.

„Vor dem Hintergrund einer wachsenden Gewaltbereitschaft der Rechtsextremisten und etlichen Überfällen auf Andersdenkende, auch in unserem Landkreis – rufen wir die Bürgerinnen und Bürger dazu auf, ein friedliches Zeichen des Gedenkens für die Opfer des Nationalsozialismus zu setzen. Nur in einem gemeinsamen Handeln von gesellschaftlichen Initiativen, den Kirchen und den demokratischen Parteien können wir der traurigen Entwicklung ein wirksames Mittel entgegen setzen“, erklärten Heike Werner und Enrico Stange von Die Linke weiter.

Petra Köpping (SPD): „Wir dürfen nicht zulassen, dass die Verbrechen in Vergessenheit geraten. Am Jahrestag der Reichspogromnacht gibt es Anlass für Trauer und Gedenken, aber auch die Möglichkeit, für demokratische Werte einzustehen. Ich würde es sehr begrüßen, wenn sich alle Demokraten und Demokratinnen am 9. November zum Gedenken an den Stolpersteinen einfinden.“

Die Stolpersteine in Borna, Markkleeberg und Grimma erinnern an deportierte und ermordete Juden zu Zeiten des Dritten Reichs.

In Markkleeberg findet das Gedenken an den Stolpersteinen für das Ehepaar Bamberger, Hauptstraße 3, statt.

In Borna gedenkt man an den Stolpersteinen für die Familie Rose, Roßmarktsche Straße 32.

In Grimma wird gleich an mehreren Orten gedacht:

Familie Moses Glaser, Marktgasse 5, Bernhard Meinhardt, Paul-Gerhardt-Straße 28, Albert Michel, Wiesenstraße 33, Familie Nikusch, Friedrich-Oettler-Straße 20, Familie Motulsky Bernhard, Familie Heimann Margarethe, Lange Straße 58/60 und Familie Urbach, Brückenstraße 23

Treffpunkt für das Grimmaer Gedenken ist um 17:30 Uhr auf dem Markt. Der Rundgang beginnt 18:00 Uhr. Anschließend findet um 19:00 Uhr ein Jazzkonzert des Quartetts Klangmanufaktur im Kirchgemeindehaus in der Schulstraße statt. An dieser Aktion beteiligen sich neben Pfarrer Christian Behr, die Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde Grimma, Vereine, Initiativen und Organisationen auch Mandatsträgerinnen und Mandatsträger verschiedenster Parteien. Besonders angesprochen sind Schülerinnen und Schüler.

www.9ternovember.de
www.stolpersteine-leipzig.de


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