Der Winter ist eigentlich vorbei. Überall in Leipzig blühen die Baustellen wieder auf. Sogar auf dem Augustusplatz wird gebaut. Eine Firma verlegt hier Edelstahlelemente in das Pflaster. Fein geschwungen. Werner Schneider, Leiter der Leipziger Notenspur-Initiative, hat zwar den berühmten Auftakt-Termin mit Meißel oder Spaten verpasst. Er freut sich trotzdem.

Denn endlich ist “der Startschuss für die Verlegung der 155 Edelstahlintarsien der Leipziger Notenspur gefallen”. Hat zwar nicht geknallt. Mit Musik kennt sich Schneider aus, mit den richtigen Wortbildern noch nicht so. Aber in aller Stille wurde mit der Verlegung der Stahlelemente begonnen.

Seit Anfang März werden sie verlegt, die Elemente, die im Boden eingelassen werden, damit sie in Zukunft Interessierte zu den musikhistorisch bedeutsamen Stätten Leipzigs leiten. An verschiedenen Stellen der inneren Ostvorstadt gibt es sie schon. Aktuell ist eine von der Stadt beauftragte Firma dabei, den Augustplatz zu bestücken.

“Wir freuen uns, dass die Spur nach der Planungszeit und Forschungsphase endlich sichtbar wird”, sagt Schneider.Damit schön bleibt, was schön ist, hatten verschiedene Institutionen im Vorfeld an Befestigungslösungen, Belastbarkeit und Dauerhaftigkeit der Edelstahlelemente geforscht. Dies war notwendig, da es momentan keine Referenzobjekte gibt. Die Idee, eine Spur aus großflächigen Metallintarsien im Boden zu verankern, ist weltweit einmalig. Selbst bei den wohl bekanntesten Verwandten der Leipziger Notenspur, dem Walk of Fame in Hollywood und dem Freedom Trail in Boston, werden lediglich einzelne Platten oder Steine des bestehenden Belags getauscht. Nirgends aber gibt es eine annähernd vergleichsweise Art, Fremdelemente dieser Größe in bestehende Bodenbeläge zu integrieren. Und die sind in Leipzig so vielfältig wie sie nur sein können: Von Beton- zu Natursteinpflaster und von Natursteinplatten bis zu Asphalt ist alles dabei.

Das Architektur- und Ingenieurbüro Hoffmann & Hofman hat zusammen mit Experten des Verkehrs- und Tiefbauamtes die Befestigungslösung entwickelt. Verankerung und Verklebung gewährleisten zusammen die Festigkeit der Verbindung bei Beanspruchung durch Fußgänger und Kleinfahrzeuge.

Den Blick in die Zukunft der Intarsien richtete ein Team unter Leitung von Prof. Dr. Elke Reuschel von der HTWK Leipzig:”Es sollten Befestigungslösungen gefunden werden, die das ästhetische Erscheinungsbild dauerhaft und sicher gewährleisten, trotz Hitze und Kälte, Eis und Wasser, Schmutz und Streusalz, denn für Nachbesserungen und teure Pflege hat die Stadt keine Mittel.” In einem von der IHK Leipzig geförderten Projekt wurde die Befestigung in der Klimakammer mehreren Sommer-Winter-Verläufen unterzogen.

Am 12. Mai soll die Leipziger Notenspur mit einem großen Musik- und Bürgerfest eröffnet werden. Entlang der Spur sollen dann “Profis” neben Bürgern zeigen, wie viel Musikalität und Engagement in der Stadt stecken. Wer beim Eröffnungsfest als organisatorisch-technischer Helfer mitwirken will, für den ist der Notenspur-Förderverein die richtige Adresse.

Anmelden kann man sich unter: www.notenspur-leipzig.de

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