Es lohnt sich, auf die Gesetzliche Rente zu setzen: L-IZ-Interview mit der grünen Bundestagsabgeordneten Monika Lazar

"Es lohnt sich, auf die gesetzliche Rentenversicherung zu setzen und sie weiterzuentwickeln", sagt Leipzigs grüne Bundestagsabgeordnete Monika Lazar im L-IZ-Interview. Zur Weiterentwicklung gehört für sie eine "grüne" Garantierente von 850 Euro sowie Schritte hin zu einer Bürgerversicherung bei der Rente. "Mehr als skeptisch" steht Lazar zur Rente mit 67.
Anzeige

Frau Lazar, in dem aktuellen Rentenbeschluss der grünen Bundestagsfraktion heißt es: „Ein großer Teil der Bevölkerung hat kein Vertrauen mehr in die gesetzliche Rente“. Erklären sie uns doch bitte mal, warum Kleinverdiener und viele Normalverdiener noch allmonatlich Beiträge zahlen sollen, wenn ihr Weg sie später doch zum Grundsicherungsamt führen wird?

Tatsächlich sind immer mehr Menschen von Altersarmut bedroht. Aktuell leben zwar offiziell „nur“ 2,5 Prozent ab 65 von der staatlichen Grundsicherung, die Anzahl ist jedoch steigend. Hinzu kommt, dass die verdeckte Armut viel größer ist, denn viele Betroffenen scheuen den Gang zum Amt.

Auch ist es schwierig, wenn man ein niedriges Einkommen hat, zusätzlich genügend Geld für das Alter zurückzulegen, so dass Altersarmut gerade auch bei unterbrochenen Erwerbsbiografien, besonders in Ostdeutschland häufig der Fall ist. Ein Unterschied zu Westdeutschland ist auch, dass bei den Ostdeutschen über 90 Prozent der Einkünfte im Alter aus der gesetzlichen Rente bestehen.

Doch nicht mehr in die Rente einzuzahlen, wäre keine günstige Lösung.

Und warum?

Die Rentenzahler finanzieren zunächst einmal nicht ihre eigene Rente, sondern die Rente der heutigen Rentenbezieher.

Gerade die unberechenbaren Turbulenzen der letzten Jahre an den Finanzmärkten haben deutlich gemacht, dass das gesetzliche Rentensystem vergleichsweise immer noch die stabilste Alterssicherung bieten kann.

Wir brauchen ein umfassendes Konzept gegen Altersarmut, das jetzt in Gang gesetzt wird, um für spätere Rentnerinnen und Rentner bessere Bedingungen zu schaffen. Es lohnt sich, auf die gesetzliche Rentenversicherung zu setzen und sie weiterzuentwickeln.

Können Sie das mit der Grünen Garantierente bitte noch einmal näher erläutern?
Jeder Mensch hat das Recht auf Würde und Teilhabe. Dieses Recht muss bestehen bleiben, wenn jemand, etwa durch Krankheit, Brüche in der Erwerbsbiographie oder Familiengründung, nur mit Unterbrechungen in die Rentenversicherung zahlen kann. Deshalb fordern wir eine steuerfinanzierte Garantierente, damit für langjährig Versicherte der Bezug von Grundsicherung im Alter vermieden werden kann.

Geringe Rentenansprüche von Rentnerinnen und Rentnern mit 30 und mehr Versicherungsjahren werden durch die Garantierente so aufgestockt, dass die Gesamtrente ein Mindestniveau von 30 Entgeltpunkten erreicht. 30 Entgeltpunkte entsprechen nach aktuellem Rentenwert circa 850 Euro.

So können geringe Rentenansprüche von Menschen, die lange gearbeitet haben, unbürokratisch aufgestockt werden.

Als „Zielrichtung“ geben die Grünen zugleich eine Bürgerversicherung auch bei der Rente aus. Was hat es damit auf sich?

Immer mehr Menschen werden immer älter, während immer weniger Kinder zur Welt kommen. Dieser voranschreitende demographische Wandel führt zu Risiken, auch bei der Rentensicherung. Immer weniger angestellte Beitragszahler müssen die Rentenfinanzierung für immer mehr Rentnerinnen und Rentner erbringen. Da besteht nicht nur ein Ungleichgewicht, sondern auch eine Leistungsgrenze. Ein grundlegender Umbau der Rentensysteme ist somit sinnvoll und notwendig, um den Lebensunterhalt der Menschen im Alter verlässlich zu sichern.

Die Bürgerversicherung in der Rente wäre eine sozial gerechte Möglichkeit, den Kreis der Beitragszahlenden zu erweitern. Wir wollen eine einheitliche Beitragsgrundlage auf breiter Basis schaffen. Privilegierungen, zum Beispiel von Beamten, Selbständigen, Abgeordneten, Ärzten, Anwälten und Angestellten mit hohen Einkommen, können so beendet werden. Alle Bürgerinnen und Bürger sollen entsprechend ihrer finanziellen Leistungsfähigkeit in die sozialen Sicherungssysteme einzahlen.

Allerdings ist die Bürgerversicherung in der Rente ein längerfristiges Ziel. Die Personen, die bisher in die gesetzliche Rente eingezahlt haben, haben mit der Einzahlung der Beträge Ansprüche erworben, die ihnen zustehen.

Inwieweit wäre mit Einführung der Bürgerversicherung Rente auch die Frage der Einbeziehung von Selbstständigen und Freiberuflern in die Gesetzliche Rentenversicherung geklärt, die aktuell kontrovers diskutiert wird?

Zum Thema Rente für Selbständige und Freiberufler ist die grüne Bundestagsfraktion gerade in der Diskussion und wird die Vorschläge auf dem Gebiet in den nächsten Monaten vorstellen.

Unter Rentenexperten gilt die Heraufsetzung des Renteneintrittsalters als die am wenigsten schmerzhafte Anpassung an eine Gesellschaft des längeren Lebens und der längeren Rentenlaufzeiten. Welchen Sinn macht aus Ihrer Sicht die „Rente mit 67“?

Bezüglich der Rente mit 67 bin ich mehr als skeptisch. Ich bezweifle, dass sie Altersarmut vermeiden hilft. Die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen befürwortet sie zwar als ein Modell zur nachhaltigen Beitragsstabilität, aber nur unter bestimmten Voraussetzungen.

Rente mit 67 ist nur dann eine Option, wenn Menschen bis 67 sozialversicherungspflichtig beschäftigt werden können. Hierzu müssen aber auch genügend alters- und altersgerechte Arbeitsplätze zur Verfügung stehen. Auch besserer Arbeitsschutz, gezielte betriebliche Gesundheitsförderung, Rehabilitationsmaßnahmen und spezielle Weiterbildungen gehören dazu, um die Leistungsfähigkeit im Alter zu erhalten. Dennoch bleibt in vielen Branchen, zum Beispiel bei schwerer körperlicher und psychischer Belastung, eine Arbeit bis 67 unzumutbar. Wer wegen Krankheit oder Behinderung nicht so lange arbeiten kann, soll mit 63 Jahren bereits eine abschlagsfreie Rente erhalten können.

In Ostdeutschland zeigt die Erfahrung, dass Ältere gern arbeiten wollen, sie aber immer noch viel zu selten Arbeit finden. Solange wir keinen Arbeitsmarkt haben, der Älteren echte Chancen bietet, ist ein späterer Renteneintritt für mich nichts anderes als ein verkapptes Rentenkürzungsprogramm.

Vielen Dank für das Gespräch.

www.gruene-bundestag.de/fileadmin/media/gruenebundestag_de/fraktion/beschluesse/Beschluss_Garantierente.pdf


Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Bertolts Bruch und Friedrichs Fiasko: Zwistigkeit im Glanz der Freiheit
Screenshots: www.duden.de, Montage: LZ

Screenshots: www.duden.de, Montage: LZ

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 84, seit 23. Oktober im Handel„Zwist“. Beinahe schon ein veraltetes Wort, aus dem Niederdeutschen übernommen, das steht für „Streit“ oder „Zerwürfnis“. Dieser Fast-Archaismus schien mir aber als Ersatzwort in der Silbenparallele wesentlich besser zu passen, als „Einigkeit und Recht und Freiheit“ zum 30. Jahrestag des Beitrittsjubiläums hinauszuposaunen.
Mit dem richtigen Hygienekonzept und guter Belüftung könnten Hallenveranstaltungen auch in Corona-Zeiten stattfinden
Konzert mit Tim Bendzko am 22. August in der Quarterback Immobilien Arena Leipzig. Foto: SC DHfK Handball

Foto: SC DHfK Handball

Für alle LeserAm 2. November sollen die neuen verschärften Allgemeinverfügungen zur Corona-Pandemie in Kraft treten. Und die Sportvereine und -verbände in Mitteldeutschland meldeten sich sofort nach Verkündung mit heftiger Kritik zu Wort, denn sie haben in der Regel alles getan, damit der Verein nicht zum Hotspot für das Virus wurde. Und mit dem großen Experiment RESTART-19 im August haben die Universitätsmedizin Halle (Saale) und der SC DHfK gezeigt, dass auch Sportveranstaltungen mit dem richtigen Hygienekonzept machbar sind.
Mehr als ein Stück Ernährungswende in Taucha: Kooperative Landwirtschaft vor den Toren Leipzigs
Kohlernte bei KoLa mit Spaßfaktor. © Frank Willberg

Foto: Frank Willberg

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 84, seit 23. Oktober im HandelEine Gemüsewurzelrevolution vor den Toren der Stadt. KoLa Leipzig steht für Kooperative Landwirtschaft. Die Genossenschaft mit aktuell 976 Mitgliedern ist im Mai 2018 entstanden und hat einen überaus verheißungsvollen Auftakt hingelegt. Aber was macht solidarische Landwirtschaft besser als gewöhnlicher Ökolandbau? Wie hat sich die Idee von KoLa bislang entwickelt? Und was bewegt hauptsächlich junge Menschen, diesen nicht unbedingt einfachen Weg einzuschlagen?
SPD fasst ihren Antrag zum Wilhelm-Leuscher-Platz neu: Das neue Quartier braucht mehr Grün, mehr Spielplätze und Radabstellanlagen
Blick auf den Nordteil des Geländes Richtung Rossplatz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEigentlich sollte die zukünftige Bebauung des Wilhelm-Leuschner-Platzes in der Ratsversammlung am 7. Oktober debattiert und beschlossen werden. Doch eine lange Latte an Änderungsanträgen ließ schon ahnen, dass die Diskussion um diesen Platz heftig werden würde. Jetzt soll die Verwaltungsvorlage am 11. November diskutiert werden. Und auch die SPD-Fraktion attestiert den städtischen Planern hier ein Denken von vorgestern und fordert die Schaffung erlebbarer Grünflächen.
Nach Aus für B 178-Verlängerung in der Lausitz: ADFC fordert endlich mehr Einsatz für Radwegebau in Sachsen
Und wo fahren die Radfahrer? Foto: Marko Hofmann

Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserAls Sachsen vor über einem Jahr seine Projekte für das „Strukturstärkungsgesetz Kohleregionen“ anmeldete, waren auch reihenweise teure Straßenneubauten drin, die vorher nie eine Chance auf Realisierung gehabt hätten. Aber der Glaube ist unerschütterlich, dass über Staatsstraßen und Autobahnen endlich die florierende Wirtschaft käme. Auch in die Lausitz. Am 23. Oktober aber vermeldete das Verkehrsministerium das Ende eines dieser Traumprojekte.
Verkehrsdezernat lehnt Linke-Antrag ab: Am Cottaweg können wir nichts ändern
Die neu montierten Geländer an der Einmündung Cottaweg. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDas Herumgeeier um den Cottaweg und seine gefährliche Einmündung in die Jahnallee zeigt recht exemplarisch, wie schwer sich Leipzigs Verkehrsplaner tun, altes Autostraßendenken zu verlassen und wirklich moderne Lösungen für den Stadtverkehr zu finden. Die neuen Geländer an der Einmündung stehen geradezu für dieses Denken von Vorgestern. Gibt ja nun keine Unfälle mehr, meint das Planungsdezernat zu einem Antrag der Linksfraktion.
Klares Ergebnis der Vorlesestudie 2020: Schenkt den Kindern Bücher! Viele Bücher!
Es gibt genug wirklich schöne Vorlesebücher. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm 20. November ist wieder Bundesweiter Vorlesetag. Ein Tag, der daran erinnert, dass Lesen und Vorlesen für Kinder nicht einfach nur Luxus sind. Denn frühes Vorlesen öffnet den Kindern den Weg in Welten, die ihnen sonst ein Leben lang verschlossen bleiben. Denn Bildung erschließt sich durch Lesen erst in ihrer ganzen Komplexität. Aber warum lesen dann so wenige Eltern vor, wollte die Stiftung Lesen wissen?
„Wenn man spürt, wie die Luftkräfte einen tragen“: In Eilenburg können Kinder Skispringen lernen
Blick von der 1999 neu gebauten Josef-Dotzauer-Schanze in Eilenburg. Foto: Michael Billig

Foto: Michael Billig

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 84, seit 23. Oktober im HandelDas Land ist flach, der erste Schnee noch in weiter Ferne. In Eilenburg schnallen sich die Jungadler des SV Lok dennoch ihre Ski an und stürzen sich an einem Oktobernachmittag die Josef-Dotzauer-Schanze hinunter. Bereits seit 1958 hat das Skispringen in der Kleinstadt, rund 20 Kilometer nordwestlich von Leipzig, ein Zuhause. Doch außerhalb von Eilenburg wissen nur wenige davon, wie Lok-Trainer Stephan Kupke (44) gegenüber der „Leipziger Zeitung (LZ)“ sagt.
Warum Kompromisse schließen? Andreas Weber zeigt, warum nur gute Kompromisse Überleben erst möglich machen
Andreas Weber: Warum Kompromisse schließen? Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserVon den beiden Händen, die sich da auf dem Cover drücken, darf man sich nicht irritieren lassen. Das erinnert eher an eine der kompromisslosesten Parteien, die es in Deutschland mal gab. Und um die DDR geht es schon gar nicht. Es geht um unser Jetzt und unsere heutige Unfähigkeit, echte Kompromisse zu schließen. Faule Kompromisse sehen wir überall. Auch deshalb ist die Stimmung derzeit so aggressiv wie in einer völlig aus dem Ruder gelaufenen Ehe.
1. FC Lok Leipzig vs. Meuselwitz 1:0 – Arbeitssieg vor dem Lockdown
Das Leipziger Siegtor fiel bereits in der ersten Spielminute. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserDer nächste Heimsieg für den 1. FC Lok. Gegen den ZFC Meuselwitz obsiegten die Blau-Gelben am Mittwochabend mit 1:0 (1:0). Vor 999 Zuschauern traf Tom Nattermann schon nach 50 Sekunden zur Führung. Danach bot das Spiel Kampf und Krampf. Lok und Meuselwitz wollten, konnten allerdings kaum Angriffe durchspielen.
LockdownLight: Zankapfel Gastronomie
Was vom Sommer blieb, endet in der Schließung im November 2020. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserWas sich bereits im Laufe des Tages anbahnte, wird durch eine Pressemitteilung der sächsischen Industrie- und Handelskammern zu den neuen Corona-Maßnahmen Gewissheit. Die Gastronomien und Tourismusunternehmen fühlen sich ungerecht behandelt, die „Verhältnismäßigkeit ist nicht gewahrt“, so die IHK Leipzig, Dresden und Chemnitz in einer gemeinsamen Erklärung. Für einen Monat sollen alle Kneipen, Bars und Restaurants, aber auch Freizeit,- Tourismus,- und Veranstaltungsstätten ab 2. November 2020 schließen. Erste Klageandrohungen dagegen waren bereits vereinzelt schon vor den Beschlüssen vom heutigen 28. Oktober zu hören, die IHKs warnen nun vor steigenden Insolvenzzahlen.
Mittwoch, der 28. Oktober 2020: Lockdown light ab Montag
Kultureinrichtungen wie das Gewandhaus dürfen im November wohl nicht öffnen. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDeutschland wird wohl ab Montag in einen „Lockdown light“ gehen. Das haben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsident/-innen heute beschlossen. Wie genau die Situation in Sachsen sein wird, ist noch nicht offiziell bekannt, doch der Bund wird 10 Milliarden für Umsatzausfälle auch bei Soloselbstständigen, Gastronomien und der Eventbranche zur Verfügung stellen. Außerdem: Sachsen fördert ein Forschungsprojekt für Coronatests und Chemnitz wird Kulturhauptstadt Europas. Die L-IZ fasst zusammen, was am Mittwoch, den 28. Oktober 2020, in Leipzig und darüber hinaus wichtig war.
Coronavirus: Einmal Weihnachten retten + Updates zum Lockdown light
Weihnachten retten, Weihnachtsmarkt beerdigen? Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserSeit dem heutigen Morgen geht es bereits rund in den deutschen Medien. Noch vor der Videokonferenz des Bundes mit den Ministerpräsident/-innen der Länder kursierte ein Entwurf der Bundesregierung, in welchem die Vorschläge der neuen Corona-Maßnahmen ab 4. November 2020 beschrieben werden. Seit wenigen Stunden heißt es nun, dass diese sogar bereits ab Montag, 2. November 2020 in Kraft treten sollen und es weitgehende Einigkeit der Länder mit dem Bund dazu gibt. Der Katalog liegt neben anderen Medien auch der L-IZ.de vor. Informationen, die in der Pressekonferenz der Bundesregierung bestätigt wurden.
Südtiroler Pestizidprozess: Landesgericht Bozen beendet Strafverfahren gegen Verleger des Münchner oekom Verlags und weitere Mitglieder des Umweltinstituts München
Alexander Schiebel: Das Wunder von Mals. Cover: Oekom Verlag

Cover: Oekom Verlag

Für alle LeserDas Landesgericht Bozen bestätigte in seiner Entscheidung vom heutigen 28. Oktober den Antrag der Staatsanwaltschaft, die Ermittlungen gegen oekom-Verleger Jacob Radloff und die Mitglieder des Umweltinstituts aus Mangel an Beweisen einzustellen. Die Betroffenen begrüßen die Entscheidung als einen bedeutenden Teilsieg für das Recht auf freie Meinungsäußerung.
Haltungsnote: Lipgloss auf Eierragout – Eine Kolumne über Ossis und Wessis
Autor, Leipziger und Kolumnist David Gray. Foto: Erik Weiss Berlin

Foto: Erik Weiss Berlin

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 84, seit 23. Oktober im HandelAm Abend des 9. November 1989 sagte Stefan Aust in einem Kommentar: „Heute Abend ging der zweite Weltkrieg zu Ende“. Der Mann hatte Recht. Der Mauerfall setzte einen Schlusspunkt unter die Nazidiktatur und den auf sie folgenden Kalten Krieg. Damals wird Aust mit seiner Interpretation eher alleingestanden haben.